Thursday, October 12, 2006

Kritik

Ich könnte hier an allen möglichen Dingen Kritik üben. Beispielsweise an den City-Bikes, die zwar an sich eine tolle Idee sind, aber leider einen großen Haken haben: die Zahlen der Räder und der Radständer stehen im Verhältnis 1:1 zueinander. Schlecht. Sehr sehr schlecht. Wenn man frohgemut irgendwohin fahren mag und dann dort draufkommt, dass kein Stellplatz mehr frei ist, lässt die Euphorie abrupt nach... v.a. wenn man zu zweit unterwegs ist und an den Stellplätzen, wo noch nicht alles voll ist, dann EIN Radständer frei ist...
Kritik üben könnte ich auch an gewissen Leuten aus meinem persönlichen Bekanntenkreis - ich will es aber hier verallgemeinern, und zwar auf Leute, die, wenn es darauf ankommt, keinen Beitrag liefern, die Arbeit den anderen überlassen und diese anderen dann Länge mal Breite kritisieren: mit einem Wort, Leute, die gescheit reden, ohne eine Ahnung zu haben. Und zwar in meinem Fall / dem Fall meiner Bekannten so massiv, dass es wirklich nur mehr anstrengend und ärgernswert ist....

In Wahrheit, will ich aber ganz andere Dinge kritisieren:

Die Bücher und Filme, die ich mir in den letzten Wochen reingezogen habe - denn hier herrscht Aufholgebot.

1. Pandora (Anne Rice)
Weil ich zu viel Zeit hatte, war ich im British Bookshop, was sich immer als verheerend für meine Geldbörse erweist. Ziel- und planlos bin ich dort herumgeirrt, auf der Suche nach einem Buch, das mein Interesse wecken könnte - und da war es schon: Pandora
Ebendiese Pandora lebt zur Zeit des Augustus (für Laien: um das Jahr null herum) in Rom und schildert ihr gesamtes Leben: Die politischen Morde an ihrer Familie, die sie zur Flucht zwingen, ihre literarisch-geprägte Kindheit etc. etc.
Nun, was ich beim Kauf des Buches überlesen habe: Pandora ist ein Vampir. Das tut jedoch diesem durchaus guten Werk keinen Abbruch...

2. Sommer Ende zwanzig (Claudio Paglieri)
Vor ungefähr zwei Jahren hat Stefano Amici einfach beschlossen, sich nicht länger dem eigenen Pflichtgefühl und den Erwartungen der anderen zu unterwerfen. Seltsam zufrieden in seiner neu errungenen Einsamkeit denkt er über all das nach, was ihm auf dem Weg zum Erwachsenwerden unmerklich verlorenging. Die Freundschaft mit Teo, Mario und Robi, zum Beispiel, die Atmosphäre der legendären Inter-Rail-Tour, der vier Freunde vor zehn Jahren kreuz und quer durch Europa und den Pakt, den sie damals geschlossen haben, und den es Ende dieses Sommers, an seinem dreißigsten Geburtstag, einzulösen gilt.
Ein Mix aus Gegenwart und Reflexion der Vergangenheit, wobei graduell die Erfahrungen und Probleme der Hauptperson aufgearbeitet werden.
Dieses Buch könnte es fast zu meinem Lieblingsbuch schaffen... kann es aber nicht begründen...

3. Das Parfüm (Patrick Süskind)
Nach der Lektüre dieses genialen und wortschatztechnisch raffinierten Buches habe ich mir natürlich auch den Film angesehen und ich muss sagen: Gut umgesetzt!
(Ich denke der Inhalt ist mittlerweile allen bekannt...) Da will ich gar nicht mehr Worte drüber verlieren: Super!

4. Long walk home
Die Videothek, die bei mir um's Eck liegt baut um und verkauft deshalb einige "alte" DVDs und Videos ab - da musste ich natürlich hin. Erstanden habe ich dabei die DVD mit oben genanntem Titel (- nachdem ich es vor einigen Jahren nicht geschafft habe, mir den Film im Kino anzusehen).
1930, Australien: Mischlingskinder (Aborigines+Weiße) werden ihren Müttern entrissen und in einem speziellen Heim zu Hausmädchen etc. erzogen. Die ca. 14jährige Molly will sich das aber nicht gefallen lassen und reißt mit 2 weiteren, jüngeren, Kindern aus. Die Kinder wissen nicht, wo sie hinmüssen, nur dass der "rabbit-proof-fence", der durch das ganze Gebiet läuft, auch durch ihre Heimatregion geht, die 1390 km von dem Kinderheim entfernt ist. Ihnen sind natürlich alle möglichen Leute auf den Fersen...
Sehr packender Film, der auf einer wahren Begebenheit beruht.Wirklich empfehlenswert!

Gut - das wars dann auch (schon ;-)...).

3 comments:

City-Bike-Opfer said...

zum Thema city-Bike:Wir hättn jo nur nachschaun brauchn...owa im Nachhinein is ma jo imma gscheida...aussadem: Wer sein (in dem Fall ausgeborgtes)Rad liebt, schiebt...

Kristina said...

ich habe ihnen dann übrigens eine Kritik zukommen lassen und dabei erfahren, dass man +15 min bekommt, wenn alles voll ist und man seine Karte beim Terminal hineinsteckt....

Kristina said...

Ach ja, falls sich irgendwelche Leser möglicherweise durch meine Kritik an Leuten aus meinem Bekanntenkreis angesprochen fühlen sollten, dann kann ich euch versichern, dass das auch keine/n von euch bezogen war.