Monday, February 06, 2012

Erste Vorstellrunde

Drei Tage bin ich nun schon als suchender Single gelistet und hatte in den ersten 48 Stunden bereits ganze 8 Nachrichten erhalten. 6 davon waren Partneranfragen, also wenn man wenig wählerisch ist, hat man sich innerhalb 24 Stunden einen Harem zugelegt.

Ganz so ist es natürlich nicht, aber es erstaunt mich dennoch, dass ich - kaum, dass ich überhaupt die Zeit und Muße hatte, mich auf der Seite überhaupt zu orientieren - so ins Blickfeld diverser Suchender geraten bin. Ich vermute, dass jeder Neu-angemeldete als "Frischfleisch" aufscheint und man sich deshalb auf mich stürzt.

Die Nachrichten variieren dabei von einem nichtsaussagenden Zweizeiler, der außer den wichtigsten Kontaktdaten puristisch inhaltsfrei ist, bis zu einem kompletten, allumschließenden Lebenslauf, inklusive aller benutzten Sprossen auf der Karriereleiter. Zweiterer war der Form nach tatsächlich eher ein Gesuch um Anstellung als Lebenspartner, mit vielen virtuellen Küssen im Anhang. Etwas überstürzt, wie ich finde... Weiters scheine ich Leute außerhalb meiner präferierten Alterszone anzusprechen und schon allein deshalb wurden 3 Kandidaten abgelehnt. Einerseits fühle ich mich dabei oberflächlich, aber andererseits: Gewisse Dinge gehen einfach nicht.

Über den Vorgang des Ablehnens habe ich mir, wie sich herausstellt, unnötig den Kopf zerbrochen.. Was schreibe ich, damit's nicht zu ablehnend klingt? Wie persönlich gehe ich das an? Ich formuliere eine Nachricht und klicke auf den entsprechenden Button, und schon bekomme ich einen Serviervorschlag: höflich, unpersönlich, treffend.

"Lieber Interessent, Ihre Anfrage wird geschätzt. Nach aufmerksamer Lektüre Ihres Profils deucht mir, dass wir nicht kompatibel sind, da meine Vorstellungen in eine andere Richtung gehen. Bitte verzweifeln Sie nicht und suchen Sie brav weiter. Viel Glück!" (frei)

Der Text erscheint mir annehmbar, der Versuch, ihn zu manipulieren und persönlicher zu gestalten wird mir nicht zugestanden - offenbar bekomme ich kein Mitspracherecht in diesen Dingen - und so sende ich gleich einmal 6 Stück davon. Auch der detaillierte Lebenslauf landet in der "Leider Nein"-Mappe. Der mitrechnende Leser (oder die Leserin) fragt jetzt vielleicht "und die anderen 2?" Nun ja, man darf sich ja auch was in Evidenz halten... zur späteren Bearbeitung oder für Vorstellrunde 2. Denn so fühlt es sich momentan an.

3 comments:

Richard said...

Ja, ja, die virtuelle Liebeslotterie, die hat es wahrlich in sich. Ich habe mal meine Erfahrungen vor Jahren literarisch verarbeitet. Ein wenig verfremdet, aber durchaus authentisch, wenn man so will ;-)

Das Kapitel kann man sich hier gratis und legal herunterladen:
http://www.beam-ebooks.de/ebook/15479

Drück die Daumen.

Kristina said...

Absolut! Vielleicht krieg ich mich selber mal so weit, dass ich's ernst nehm, aber momentan seh ich mich weit davon entfernt.
Danke für den Link! Ich werd definitiv reinschaun. (und danke für's Vorbeischauen!)
K.

biblox said...

Nimmt's nicht ernst, ist aber Fokus ihres Tagebuchs geworden und inzwischen hat sie viele viele Gedanken drauf verwendet...
Ich finde, Du nimmst das ganze sogar erstaunlich ernst. So ein grosses, spontanes Manco?
Der Versuch, auch noch die Liebe zu digitalisieren und in Algorithmen aufzubrechen... *sigh*