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Friday, February 01, 2013

Unbesiegt

This is a poem I read and interpreted with my class of 14-year olds in Ladakh. We went through it in so much detail and I re-read it to the blind students often enough to almost come to know it by heart. Like so many things that once observed closely become interesting and important to somebody, it became meaningful to me.
It resurfaced in my mind a few days ago and I felt the wish to share it and conserve it here in case I want to look it up again.


Invictus (W.E. Henley)

Out of the night that covers me,
Black as the pit from pole to pole,
I thank whatever gods may be
For my unconquerable soul.


In the fell clutch of circumstance
I have not winced nor cried aloud.
Under the bludgeonings of chance
My head is bloody, but unbowed.


Beyond this place of wrath and tears
Looms but the Horror of the shade,
And yet the menace of the years
Finds and shall find me unafraid.


It matters not how strait the gate,
How charged with punishments the scroll.
I am the master of my fate:
I am the captain of my soul.

Monday, December 24, 2012

One christmas was so much like the other...

Obwohl laut Dylan Thomas alle Weihnachten gleich sind, sind sie doch immer wieder schön - hoffe ich. Persönlich empfinde ich es als Erleichterung, dass Weihnachten jetzt da ist und ich meine langersehnten Familientage bekomme. 
Ich wünsche euch allen ein ebensoschönes Fest bzw. eine ebensoschöne Zeit und schenke euch dazu noch ein Gedicht.
 

Weihnachten

Liebeläutend zieht durch Kerzenhelle,
mild, wie Wälderduft, die Weihnachtszeit,
und ein schlichtes Glück streut auf die Schwelle
schöne Blumen der Vergangenheit.

Hand schmiegt sich an Hand im engen Kreise,
und das alte Lied von Gott und Christ
bebt durch Seelen und verkündet leise,
dass die kleinste Welt die größte ist.

(J. Ringelnatz)

~ * ~ * ~ * ~ * ~ * ~ * ~ * ~ * ~ * ~ * ~ * ~ * ~ * ~ * ~ * ~ * ~ * ~ * ~ ~ * ~ * ~ * ~ * ~ * ~ * ~ * ~

Schöne Weihnachten, allseits! 

 

Tuesday, December 11, 2012

A Sunday Midnight Sketch

A mask           
under it honesty, naked
pure character
pure being
feeling
a heart, beating.
no words.

A mask
safe and secure
hide-out of fear, soft cushion to the world.
the soul veiled,
protected
by a finely-spun web of made-up truths
to create an acceptable face.
placet.*
placeo.

A beautiful mask
character corrected
impuls softened
spirit restrained.
tension.
can't breathe.

Displicet!**
Displace it!
Stand naked
- be free


*placet (lat.) = it pleases, placeo = I please
** displicet (lat.) = it displeases

Friday, March 30, 2012

Slam it!

In einer Stadt wie Wien gibt es ja zahlreiche und manigfaltige Möglichkeiten der Abendgestaltung. Viele wurden von mir schon getestet oder werden regelmäßig beansprucht, doch hin und wieder ergeben sich noch Neuheiten. Letzten Mittwoch, beispielsweise, als ich zu einem Poetry Slam mitgenommen wurde.

Ich hatte eine sehr vage Idee davon, was mich erwarten würde, und meine Stimmung schwankte zwischen freudig-erwartungsvoll und auf-unbeeindruckend-eingestellt.
Eingetroffen, hingesetzt und mit einem Glas weißen Spritzers zur fortlaufenden Hydration versorgt, ließ ich erste Eindrücke wirken und lernte gleich mal im Detail, was geschehen würde:
Ein Poetry Slam ist eine sehr informelle Veranstaltung: ein buntgemischtes, sich durch wenig Schüchternheit und viel Enthusiasmus (mit fortschreitendem Abend und steigendem Alkoholkonsum ebenso steigend) auszeichnendes Publikum, das sich gerne an sprachlichen Perlen ergötzt.


Poeten und Menschen, die sich als solche sehen, dürfen sich anmelden, eine Reihenfolge wird gelost und die Vorträger bekommen dann 5 Minuten, in welchen sie auf einer kleinen Bühne einen (bei entsprechender Kürze auch mehrere) selbstgeschriebenen Text zum Besten geben dürfen. Ziel ist es, die Gunst des Publikums zu gewinnen. Da von Applaus allein noch niemand satt geworden ist, werden freiwillige Spenden in einem Topf (oder nachhaltigen Stoffsackerl) gesammelt, die der Sieger/die Siegerin des Abends mit nach Hause nehmen darf. Um jene(n) zu bestimmen, werden an eine handvoll Freiwilliger Jurykarten verteilt, anhand denen eine Wertung erstellt wird. Die höchste Summe der Punktezahlen siegt.

So viel wusste ich. Etwas eingeschüchtert war ich jedoch, da ich irgendwie halb erwartete, als Publikumsteil miteinbezogen zu werden und direkt angesprochen zu werden - eine Sorge, die sich als unbegründet herausstellen sollte.

Der erste Poet - das ungewertete Opferlamm "zur Eichung des Publikums" - trat auf und trug in klarem, deutschem Hochdeutsch einen Text über Liebe, Abschied, Sehnsucht und Selbstmord vor. Kontrastär war dazu der erste echte Kandidat, der mit einer sehr wienerischen Färbung sprach, was sich mehr als erwartet auf die Wirkung des Gedichts schlug. Und so ging's dahin. Das meiste war sozialkritisch, vieles ist selbstironisch, anderes komplett trivial. Mit jedem vorgetragenen Text taute das Publikum (inklusive mir) mehr auf, lachte, klatschte, kommentiere und so herrschte bald freundlich-entspannte Wohnzimmeratmosphäre.

Ich entdeckte ganz neu, was für ein genial wirkungsvolles Kunstmittel Sprache ist, wenn sie gut eingesetzt wird. Wie Stimme, Tonlage, Sprechtempo, Mimik und Gestik alle einen klein wirkenden, aber doch ungemein bedeutenden Beitrag zum Gesamtkunstwerk leisten. Wie man mit diesen wenigen Mitteln doch einen ungemeinen Eindruck und tolle Effekte erziehlen kann; Stampfen, Wortrhythmik, Schreien, Flüstern, Walgesänge, ein Hauch Desperation - all das fügt dem verbalen Bild eine neue Farbe hinzu). Bald war ich reingesaugt in dieses auditive Erlebniss und so manches Gedicht bahnte sich seinen Weg tiefer unter meine Haut, als ich für möglich gehalten hätte. Besonders das Siegergedicht über Krieg in Bosnien ging mir nahe - vielleicht deshalb, weil es einen ernsten Kontrast zu den anderen, leichteren Themen bildete.

Fazit: Ich fühlte mich besser unterhalten, als bei den meisten Theateraufführungen und bin wieder verstärkt auf den Geschmack für Sprache gekommen. Ich habe gelernt, dass geschriebene Sprache eindimensional ist - oder vielmehr, dass Sprache ungleich an Wirkung gewinnt, wenn sie gesprochen wird. Und dass hierbei, dialektale Färbung eine größere Rolle spielt, als ich gedacht hätte.
Kurz: ich war richtig fasziniert und werde mein Abendausfülloptionsrepertoire gerne auch in Hinkunft um dieses Juwel bereichern. Und eventuell die eine oder andere geneigte Person mitschleppen und versuchen, mit meiner Begeisterung zu infizieren. Impft euch rechtzeitig!

Monday, October 24, 2011

The importance of being bold

London, Juli 2011: 6 Mädels setzen sich in einen Germanwingsflieger und fliegen in die Stadt der roten Busse, der betürmten Brücke und des großen Glockenturms mit der Händelmelodie, den man in so vielen Filmen schon apokalyptisch bersten ließ.

Diese Stadt hat auch eine große Flächendichte an Theatern aufzuweisen und unser sich wie eine Epidemie ausbreitende Verehrung für den Tennant und dessen Auftreten als Benedick in Shakespeare's "Much Ado about Nothing" in einer der dortigen Venues, brachte uns so zahlreich in die Stadt.

Anstatt mich über den gesamten Aufenthalt, die Kilogrammmenge an gekauften Schuhen (man muss die Clichés leben!!), die Autogrammjagd und meinen Kurzausflug in den Norden wortreich zu ergießen, will ich viel lieber ein kleines Detail hier festhalten und zugleich heldenliedhaft glorifizieren.


Es waren holde Maiden, sechs an der Zahl,
die zog es in London, in ein Pub ihrer Wahl.
Ein Teil, mit Freunden, fiel hungrig schon ein
zwei Tisch' zu besetzen, der Trupp war nicht klein.
Ein paar fehlten noch - auf die wurde gewartet,
die Bestellung wurde darum noch nicht gestartet.
Dem Kellner die Situation wenig gefiel,
deshalb begann er sein eigenes Spiel...

Die Hungrigen und Durstigen nahm er zwar wahr,
doch kam er trotz allem dem Tische kaum nah.
Die vier Flaschen Cider, ein Handgriff oder zwei
kamen erst nach 15 Minuten herbei.
Das Aufnehmen der Bestellung hätt er beinah verschwitzt,
da waren unsere Gemüter schon etwas erhitzt.

Kaum muss man erwähnen, dass in ähnlicher Manier
auf die Erscheinung der Speisen warteten wir.
Und auf die Entfernung der Teller, die Rechnung, das Zahlen,
- der Typ hatte Spaß, wir sahen ihn strahlen,
als gemütlich er plauderte mit den anderen Gästen,
und abtrug die Teller mit deren Resten.
Uns gegenüber tat er bemüht,
doch Freude darüber war falsch und verfrüht.
Er fuhr damit fort uns zu ignorieren,
und widmete sich doch lieber seinen Bieren,
denn die bedachte er lieber mit Blicken
und kehrte uns dadurch effektvoll den Rücken.
Wir wurden sarkastisch, redten uns in Rage,
sowas erlebt man nicht alle Tage!

Rachepläne gab es auch bereits viele
und ich wollt mich beschweren, in großem Stile
- eine Sache, zu der der Mut mir meist fehlt,
doch die Insolenz des Kellners hatte meine Nerven gestählt.
Meine lieben Freunde taten den Rest
und das ganze wurde für mich zum Test.

Ich schnappte das Geld - auf den Penny genau
und marschierte zur Bar ...
Er ließ mich kurz warten, griff dann nach dem Geld,
doch wenn er dachte das wars: weit gefehlt!
Ich hielt die Noten fest und begann meine Rede
Als Kellner beginnt man mit den Gästen keine Fehde!
Uns sei schon bewusst, dass niemand sich freut,
wenn die Gäste auffallen durch Unpünktlichkeit.
Wenn anderen der Anspruch auf den Tisch verwehrt
und gegessen wird dann nur ein Dessert.
Dennoch kein Grund für solch kindisch' Gebahren!
Wir seien ja nicht blind und so war's nicht zu fassen,
dass er uns ganz offensichtlich links liegen hat lassen.
Kaum gelang es ihm, seine Miene zu wahren.
Lachte/Weinte er fast, ich konnt's nicht sagen,
und redete weiter: Wie konnt er es wagen
zahlende Gäste so mies zu bedienen?
Trinkgeld kann man sich nicht verdienen,
wenn man wem ständig die kalte Schulter zeigt.
Damit habe er es sich selbst vergeigt:
Wir hoffen die anderen Gäst' sind zufrieden,
wir sind's nicht: das Pub wird in Hinkunft gemieden.
Den Namen des Pubs geben wir auch nicht weiter,
keine Empfehlung von uns also, leider.

All das schnell gesprochen wandte ich mich
ab und stieg runter, ans Tageslicht.
Wo vor Aufregung mir schlotterten die Knie:
unglaublich, ich dacht' sowas mach ich wohl nie!

Antiklimaktisch kam es mir dann:
ich hab meine Weste ja gar nicht an!
Vor lauter Ärger hatte ich sie liegen lassen
und konnte natürlich nicht mehr hinein sie zu fassen.
Doch dank meiner Freunde und Orange UK,
wurde mir die Blamage erspart - juchee juchee.
(Man verzeihe mir die hässlichen Schluss,
aber es ist nicht leicht, wenn sich's reimen muss...)

Man sollte viel öfter, anstatt sich zu grämen,
viel eher den Bösewicht beschämen.
Daher die Moral von dieser Geschicht?
Ein schlechter Kellner kriegt sein Trinkgeld halt nicht!