Thursday, November 29, 2007

Ausgegangen

Grundsätzlich finde ich Stufen ja super! Sie sind vielseitig verwendbar (als Sitzfläche, zum Dehnen, als Ablage für Socken/Bücher/Rechnungen/...) und führen meist ohne Zwischenfälle und Steckenbleibmöglichkeiten an's Ziel.

So empfand ich es bis Montag.

Ab Dienstag dann begann ich Lifte zu suchen, wo es nur geht, denn Stufensteigen begann, eine Qual für mich zu werden, da mein linkes Knie mir dankenswerterweise seit Wochenbeginn seinen Dienst versagt bzw nur sehr sporadisch denselben auch tut. Warum es auf einmal eine Auszeit mag, weiß ich nicht, aber es ist dabei sehr stur...

Furchtbar, wenn man in die Innenstadt will und es daran scheitert, dass nach 20 Schritten das Knie pocht, als würde es auseinanderspringen wollen.

Furchtbar auf einmal, dass man um zum Institut für klassische Philologie zu gelangen ca. 30 Stufen hinter sich bringen muss und 20, wenn man zum Kaffeeautomaten im Untergeschoß am Campus mag.

Schrecklich, dass die Gänge im Hörsaal keine Rampen sind, sondern Stufen.

Furchtbar, wenn dir jemand sagt: "Da gehst einfach darunter und so und so und nach 10 Minuten bist du da", da man weiß, dass es einfach und schnell sicher nicht geht.

In diese dunkle und nicht länger tragbare Situation musste ich etwas Licht bringen und bin deshalb zum Arzt gehumpelt. Dieser hat mir dann - nachdem er einige Minuten lang auf meinem Knie herumgedrückt und - gedreht hat, mit der Absicht, mir möglichst einen Schmerzensschrei zu entlocken - seine Vermutung einer laesio des meniscus am genu sinistrum kundgetan und mir eine Überweisung für eine Magnetresonanz geschrieben. Zusätzlich bekam ich ein Päckchen Schmerzmittel + Magenschoner - ein nettes vorweihnachtliches Geschenk... lässt keine Wünsche offen.
Sportverbot hat er mir auch erteilt, der Gute.... etwas paradox in Anbetracht der Tatsache, dass schon das normale Gehen jetzt nicht unbedingt zu einer Ausschüttung der Glückshormone führt. Was bin ich, eine fanatische Masochistin?

Bleibt nur zu hoffen, dass der blöde Meniskus nix Ärgeres hat und von allein wieder heilt, denn wenn ich nicht gehen kann, bin ich nicht ich.

Saturday, November 24, 2007

ein Mando Fragment

Der Sänger Björn Dixgard macht einen auf Solo-Sänger, ganz ohne seine Band Mando Diao aber dafür mit seiner Schwester, einem Trompeter und einem recht guten Percussionisten.

Gestern Abend hat er im Flex gespielt, der Gute. Überraschenderweise war das Konzert sogar restlos ausverkauft, man sollte es kaum glauben. Wie gut, dass die liebe Pia sich schon Monate zuvor um Karten gekümmert hat :o).

[Eigentlich wollte ich ja ursprünglich da gar nicht wirklich hin, aber so kleine Konzerte sind immer ganz nett (außer es ist die Gegenpartie Sugarplum Fairy... siehe Blogeintrag vor ca. 1 Jahr) und leistbar war's auch.]

Kaum hat Björn die Bühne betreten (nach der vergessenswerten Vorband Point Leonard) da leuchten auch schon in den ersten 10 Reihen so an die 20 Kamera-/Handydisplays auf. Als würde man ordentliche Fotos zusammenbekommen... Aber offenbar muss man irgendwie ja beweisen, dass man dort war oder was weiß ich...

Gesungen hat er gut - das kann er ja zweifelsohne. Überraschenderweise - oder aber auch nicht (siehe das Lied "Ochrasy") dürfte er einen ziemlichen Hang zu Balladen haben, was ihn dazu veranlasste, die Mando Diao Lieder, die er zum Besten gab, gleich um die Hälfte zu verlangsamen.... Wenn er das bei einem Lied macht, ok, aber bei 3 gleich... das zaht sich dann schon dezent. (v.a. Wenn's von Haus aus ein langsameres Lied ist...).
Fad werden sollte dem Publikum jedoch nicht, denn neben den entschleunigten bekannten Liedern hat er auch etliche selbstgeschriebene vorgetragen - wieder hauptsächlich Balladen, teilweise in Schlager-/Countrystyle hinüberkippend.
Kreativ auch, dass das Schlagzeug stellenweise durch Congas ersetzt wurde, was den Liedern einen Hauch von Jack Johnson verlieh. Man kann nicht klagen.
Schließlich hat der hübsche Schwede dann noch seine Schwester auf die Bühne geholt um jetzt eindeutig auf Country umzusteigen. Zum Glück nur für drei Lieder, denn ihre Stimme war bisschen sehr durchdringend...
Gelungener AusKlang dann mit ein paar "Klassikern" und zum Schluss natürlich obligat "Ochrasy". Schön.

Alles in allem sehr nettes Konzertlein, v.a. da das Flex durch seine Größe eine recht angenehme Atmosphäre schafft.

Interessant noch zu erwähnen, dass Björn Dixgard zwar keine CDs zum Verkauf mit in der Tasche hatte, man stattdessen jedoch einen USB-Stick des gerade gehörten Konzerts erstehen konnte, der ganz elegant in eine CD-hüllen-artige Box gesteckt wurde... wie praktisch!

Saturday, November 17, 2007

Snow is falling....

...all around me,
Children play-ing,
having fuuuun....


Endlich winterts wieder. Und es schneit. Und alles ist ruhig. Und weiß. Und schön.

Nur in Wien nicht.

Da meckern alle. Und sind schlecht drauf. Und verziehen ihr Gesicht im Ekel und Unbehagen der weißen Pracht. Und der Kälte. (Dabei ist es dort eh mindestens 2 Grad wärmer als am Land).
Und dann wird der weiße Schnee schiach und gatschig und grauslich.

Aber immerhin: Schnee!

Über dieses Objekt philosophiere ich mit einer Freundin über Spinatknödel und Grillteller und wir kommen überein, dass wir froh sind, wenn es schneit. Und dass es uns auch nicht stört, wenn's windig ist und saukalt.
Besagte Freundin empört sich über den Wetterbericht, in dem die Wetterfrau offenbar mit Grabesstimme verkündet hat, dass es kalt bleiben wird. "Als ob das so was Außergewöhnliches wär! Es ist Winter, da hat's kalt zu sein!" -- so ca. der Wortlaut oben bereits 2x Erwähnter. Und recht hat sie.

Immerhin öffnen nächste Woche die Christkindlmärkte ihre imaginären Pforten und da will ich nicht so ein März-/April-Wetter wie im letzten Jahr. Da schmeckt einem ja der Punsch nicht... denn dann erfüllt er nicht mal den Zweck des Händewärmers (von Genussmittel kann da ja eh teilweise nicht die Rede sein...).

Hoffentlich bleibts also schön kalt und schneit mindestens jeden dritten Tag!

Thursday, November 15, 2007

de libris

So - es reicht. Genug. Der Haupteingang der Uni und die Aula werden für den Rest der Woche (praktisch morgen) gemieden. Hmpf.

Denn dort haben sich furchtbar gemeine und hinterhältige Händler eingenistet, die einen unter dem harmlosen Deckmantel der internationalen Buchwoche ganz bescheiden und unaufdringlich, durch ihre bloße, ausgedehnte Anwesenheit und den Menschenstrom davor auf den blöden Gedanken bringen, dass man ja die 15 Minuten, die man Zeit hat bis die nächste Vorlesung beginnt, damit zubringen könnte, zwischen den Büchern herumzuschlendern.

Bzw.: Nein. Gar nicht. Es waren eher der Anblick eines in grün gehaltenen Tisches und der Drang/Zwang endlich ein bestimmtes Buch (id est: "Hard Times", Charles Dickens), das man ja für die Uni sowieso lesen muss zu erstehen, die mich in diese gefährliche Gegend zogen.

Ein fataler Fehler, dass ich dieser Anziehung nicht widerstehen konnte, denn: - wie könnte es auch anders sein - "Hard Times" war nicht verfügbar. (Und ich bin mir sicher, dass die gewusst haben, dass die Studenten das brauchen und es deshalb nicht angeboten haben!!!)

Jedoch, wenn man sich mal in einen bestimmten Umkreis dieser bösen, bösen Tische gewagt hat, dann ist es schon vorbei: Das Auge huscht herum, blitzschnell und entdeckt lauter tolle Sachen.
Pech, wenn man auch noch Geld dabei hat...

Im Endeffekt war meine Ausbeute dann recht beträchtlich und regalfüllend: Ganzer 10 (in Worten: zehn) Bücher - die verlassen und einsam dalagen, auf der Suche nach einem liebevollen Besitzer und einem netten Zuhause - erbarmte ich mich. Zehn.

Zehn!

Wann soll ich die denn bitte lesen? Liegt ja noch genug anderes daheim herum, das darauf wartet, dass ich's endlich mal in die Hand nehme und mein Hirn mit dessen Inhalt fülle.

Zehn Bücher.

Ein Trost ist nur die Gewissheit, dass ich die meisten davon sowieso fürs Studium noch lesen werde müssen und dass ich nicht mehr als 30 Euro (das entspricht einem Viertel von Georges' Lateinisch-Deutschem Handwörterbuch - also in etwa den Buchstaben A-F) ausgegeben habe.

Als zusätzliche Ausbeute hab' ich außerdem zwei Gratisbücher abgestaubt (u.a. das heurige Gratisbuch der Stadt Wien, i.e. "Fever Pitch" by Nick Hornby), wozu ein Besuch in dem von mir so geliebten Rathaus vonnöten war.

Das Ganze hat sich also eh recht ausgezahlt....


Jetzt hätt ich aber bitte gern 3 Monate Leseferien!!!

Saturday, November 10, 2007

Die Bedeutungswandlung der Taube

Über was man nicht alles nachdenkt, wenn man in so einer Literaturvorlesung sitzt.

Man liest einen Auszug aus "Romeo and Juliet" um anhand dessen die Verwendung von Methaphern zu erlernen. Darin wird Juliet als "a dove trooping with crows" beschrieben und die Frau Professor erklärt, dass die Taube für Reinheit und Unschuld etc. steht.

Meine Gedanken kann ich nicht mehr bei der Vorlesung lassen: Sie driften ab.

Bilder von in Heerscharen auftretenden, den Himmel verdunkelnden Tauben tauchen vor meinem geistigen Auge auf.

Menschen, die durch das Ausleeren eines riesigen Sackes voller Brotbrösel (wo nehmen die diese ganzen Brösel überhaupt her???) einen Massenansturm von Tauben auslösen, sodass man mit dem Fahrrad gar nicht mehr durchkommt.

Statuen, die in ihrer Ehre gekränkt wurden, durch respektlose Verunstaltung durch "bird droppings".

Die Tauben über dem grauslichen vollgeschissenen Platz unter der Straßenbahnoberkabelkreuzung gleich neben der Uni, wo ich immer voller Furch blitzschnell durchhusch, da ich schon allerlei schlechte Erfahrungen mit Flügelwesen gemacht habe.
(Obwohl: Wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit noch ein viertes Mal innerhalb eines halben Jahres getroffen zu werden??)

Tauben als Symbol der Reinheit? Na ich weiß nicht...

Saturday, October 27, 2007

Sprung ins kalte Wasser

Da zieht es sich wie ein roter Faden durch mein Leben, das kalte Wasser... :o)

Aber zum Glück hab ich in meiner Wohnung wieder warmes Wasser, neue Perlatoren (hach, wieder ein Vokabel dazugelernt) und eine funktionierende Heizung... mühsam, mühsam... so Handwerkersgeschichten - aber solange das Resultat dann passt (nach 2 Anläufen an einem Tag!) bin ich schon ganz zufrieden. Muss ich nicht mehr wie die Römer das öffentliche Bad aufsuchen, damit ich warm duschen darf.... Soviel zu "Angewandtes Studium".

Egal, davon wollte ich ja gar nicht sprechen. Also nach dieser Praeteritio komme ich auch ohne Umschweife zum eigentlichen Ziel meines Schreibens (-- ich könnte noch die Waffelbackaktion gestern Abend erwähnen und die deprimierende Gebrauchsanweisung des dazu verwendeten Geräts, die uns nämlich partout glauben lassen wollte, dass unser Tun nicht erfolgsgekrönt sein wird, denn man darf die Zutaten nicht frisch aus dem Kühlschrank verwenden und man muss außerdem auf jeden Fall (!) alle Zutaten ganz genau abmessen und -wägen; letzteres ist ohne Waage leider schwer möglich..... aber nein, davon schweige ich: das Resultat war nämlich sehr zufrieden stellend):

Wieder mal ist mir das Glück in den Schoß gefallen bzw. hat mir der Zufall eine Entscheidung abgenommen, zu der ich mich sonst ewig lang wieder nicht durchgerungen hätte -- aus Feig- und Faulheit nämlich.
Es geht um's Arbeiten.
Konkreter darum, auch in meinem Zweitfach (i.e. Englisch) Nachhilfe zu geben.
Hab mich nämlich die ganze Zeit für inkompetent gehalten usw., dennoch aber mit dem Gedanken gespielt --> eh klar, man stelle sich mal eine zukünftige Englischlehrerin vor, die sich nicht mal Nachhilfe geben traut... peinlich....

Jedenfalls war die liebe Pia so nett mich an den lieben Jan weiter zu empfehlen, und dem hab ich dann zugesagt -- man mag ja einem alten Schulfreund nichts abschlagen :) -- Nun darf ich dessen liebe Schwester jetzt all-samstäglich quälen. Nein, wir hatten eh Spaß. Mit lieben Kindern arbeiten macht nämlich einfach viel Spaß!

Das war eh wieder mal so klar, dass es mir Spaß machen würde. Und deshalb bin ich ganz froh, dass der Zufall es wieder mal gut mit mir gemeint hat, und mich einfach so in's kalte Wasser geschubst hat!

Sunday, October 21, 2007

Backe, backe Kuchen!

Wir buken wieder. Die Eva und ich.
Diesmal wollten wir alles richtig machen.
Wir verwendeten keine Äpfel.
Die Eva brachte ihre Waage mit.
Es wurde dennoch wieder recht experimentell, denn:

Wir haben wieder mal g'scheit geredet. Geprahlt. Die Erwartungen aller anderen hochgeschraubt. Von wegen, dass wir eine 4-Weltalter-Torte machen und dass die ja sooo genial wird, wir aber noch nichts weiteres verraten etc etc.
Wir hatten deshalb ein bisschen Angst, dass das ganze in die Hose gehen könnte -- tat es aber zum Glück nicht, nein, der Kuchen ist nicht mal oben aufgebrochen.

Ausgesehen hat das ganze so:
4 Schichten für die 4 Weltalter
(v. unten nach oben)

- gold: weiße Masse mit dunklen Schokostücken
- silber: blau mit weißen Schokostücken
- ehern/bronze: rot mit gerösteten Pistazien
- eisern: braun (Kakao mit relativ viel Rum) mit Mandelsplittern

Damit wir nicht alles vorher verraten und das Überraschungsmoment so richtig toll inszenieren - wär ja fad sonst - haben wir noch massig Schokolade drüberlaufen lassen, die dann einen kleinen See am Teller gebildet hat.

Obwohl die Schichten nicht umhin konnten, sich miteinander zu mischen (die Pistazien wollten unbedingt rauf und die Schokostückchen unbedingt runter) hat die Torte trotzdem noch sehr lustig ausgeschaut und ist auch gut angekommen. *freu*

Seitdem hat mich das Backfieber ergriffen und ich habe am Freitag anlässlich des Geburtstages eines Studienkollegen gleich noch ein römisches Brot fabriziert....

Backen macht Spaß!

(Rettet mich vor der Sucht!!!)

Tuesday, October 16, 2007

cold water

"Cool" wie ich bin, und hart im Nehmen...*ähem*... habe ich in Malta (wo es ja bekanntlich im Sommer recht heiß ist) meine Liebe zum Kaltduschen entdeckt - eigentlich unfreiwillig (ich dachte, es gäbe kein warmes Wasser, hatte aber in Wirklichkeit den Hahn in die falsche Richtung gedreht...).
Das hat mich in weiterer Folge dazu veranlasst, im StudiVZ der Gruppe "Kalt duschen ist toll" beizutreten -- ich muss meine "Coolness" ja möglichst an die Öffentlichkeit tragen!

Jedenfalls hat mich ein Erlebnis kürzlich dazu veranlasst, diese Einstellung nochmal zu revidieren - und das kam so:

Dass meine Therme ein bisschen willkürlich arbeitet (-> nur ab und zu Warmwasser in der Küche) ist keine Neuheit.
Dass meine Therme sich weigert, mir meine Wohnung zu heizen, dagegen schon.
Diese neue Unart entdeckte ich vor Kurzem, als mir beim Lernen wieder mal kalt war, ich infolgedessen die Heizung aufdrehen wollte und dabei verwundert feststellte, dass die Heizung "an sich" eh aufgedreht ist.... theoretisch...

Gut, geht die Heizung also nicht, der Thermenmensch kommt eh in einer Woche - zieh ich mich halt warm an.

Abends bin ich dann mit einer Freundin spazieren gewesen.... lang.... kalt war's.... ich hab mich dann echt schon sehr auf eine warme Dusche gefreut. Noch unterwegs haben sich bereits langsam böse Vorahnungen eingeschlichen - die sich leider, trotz eines kurzen Stoßgebets, bewahrheiteten:

Kein warmes Wasser mehr in der Dusche.

Das ist bitter. Wirklich, wirklich bitter. Sehr.

Es ist ein Unterschied, ob man kalt duschen will, weil man sich abkühlen mag und eh weiß, dass man jederzeit die Möglichkeit hat, auf warmes Wasser umzusteigen, oder, ob man im halbdurchfrorenen Zustand dazu gezwungen wird.
Irgendwie hab ich das schließlich auch überlebt - mehr als 15 Grad dürfte das Wasser nicht gehabt haben - und mich sogleich im Bett vergraben, um ja nicht krank zu werden.

Tja, wie gesagt, der Thermenmann kommt eh schon - oder nun vielmehr ERST - in einer Woche ...

Friday, October 05, 2007

mal wieder

Es ist also (mal wieder) Herbst und das erfreut mich (mal wieder) ungemein, sodass ich in den letzten Wochen lustig und heiter durch die Welt gehopst bin.

Im September (mal wieder) hauptsächlich auf diversen Maisfeldern. Dieses Mal jedoch nicht allein, sondern in der hoch geschätzten Begleitung meiner beiden Schulflanken Pia und Lilly -- das war vielleicht nett: Fernab von jeglicher Zivilisation - außer ab und zu passierenden Bundesheer-Wägen und ständig (!) über uns kreisenden Hubschraubern [wir sind uns sicher, dass das ein von der Firma gesandtes Spionageteam war, das unsere Arbeitsmotivation überprüfen wollte...] - haben wir 3 Wochen lang Kukuruz-Pflanzen gezählt. Vom taufrischen Morgen weg, bis zur Abenddämmerung. Herrlich!
Mitunter hat uns ein ordentlicher Regenguss erwischt - aber die Firma hat uns für diese Zwecke ja super ausgestattet (mit löchriger Regenkleidung), und so hat uns auch das nicht von unserem Eifer abgehalten.
Soviel dazu.

Ansonsten geht (mal wieder) die Uni los und auch darüber freue ich mich freilich. Vor allem, da mir jetzt ein unglaublich "putziges", "g'scheit cooles" Minirad für diverse Transportzwecke zur Verfügung steht und mir erlaubt, schneller zu sein als die Öffis (welch große Kunst!).
Einziges Problem dabei ist das fehlende Rücklicht - ein Problem, dessen brauchbare Lösung ich mir nicht ganz zutraue, und das ich wohl von meinem Vater im Winter beheben lassen werde.
Bis dahin hoffe ich, dass die Autos den Reflektorstreifen an meinem Bein sehen, und mich nicht gleich übern Haufen fahren -- wenngleich diese Hoffnung eventuell etwas gewagt ist, in Anbetracht der Tatsache, dass vor kurzem eine mir-entgegenkommende, links-abbiegende Autolenkerin bewiesen hat, dass nicht alle Wiener Autofahrer mit den Verkehrsregeln vertraut sind bzw. Radfahrer als gültige und somit beachtenswerte Verkehrsteilnehmer ansehen.
However: No risk no fun!

Mit diesem kurzen und (mal wieder) relativ unspektakulären, schlichtweg lückenfüllenden Beitrag verabschiede ich mich vorerst, bis ich (mal wieder) über ein beitragsfähiges Thema stolpere...

Tuesday, September 11, 2007

Schiiiiieeeebt!

September ist es wieder und so wie letztes Jahr verbringe ich meine Tage damit, auf einem riesigen Maisfeld herumzuirren, mir das Gesicht und die Hände zu zerkratzen (vor allem aber das Gesicht) und Maispflanzen zu zählen.

Die Firma ist gar nett zu uns und hat uns einen supertollen Van gegeben - komfortabel, geräumig, halbwegs ansehnlich! Leider aber nicht geländetauglich....

Schon als wir zum Feld hinfahren haben wir Probleme: Das Auto steckt in einem Schlammloch und kommt nicht weiter - also müssen die beiden hypermotivierten Praktikantinnen E. Lenz und K. Hammer aus dem Auto und selbiges anschieben. Von hinten - ohne Erfolg - und schließlich von vorne - was dann hinhaut ...
Naja, Morgensport soll schließlich gesund sein....

Auch das Zählen von Zea Mays gestaltete sich sehr interessant - zeittechnisch: "Etappenweise" ist das richtige Wort.
Pünktlich nach je einer Stunde Arbeit begann es für eine halbe Stunde zu regnen --> schnell zurück zum Auto, um nicht eingesaftelt zu werden (wie etwa die Feldwege!).

Schließlich machten wir uns dann ob der nächsten drohenden Regenwolke aus dem Staub, äh, Gatsch - so schnell wir konnten.
Wir konnten aber nicht schnell, da der Feldweg, unser beständiger Feind, die Reifen unseres Vans nicht freigeben wollte - immer wieder.

Elisabeth und Kristina schieben also ein weiteres Mal....

Sie schieben von vorne.
Sie schieben von hinten.
Sie putzen die Hinterreifen frei, die sich aufgrund des ganzen Drecks schon nicht mehr drehen.
Sie schieben wieder von vorne - da sich das bewährt hat (die Führerscheintheoriestunden kommen mir wieder ins Gedächtnis) - und kriegen das Auto immer wieder frei.


Leider wusste niemand, welchen Weg man am Besten nehme, um zurück nach Tulln zu kommen, denn der Weg, auf dem wir gekommen waren, empfahl sich weniger:
Immerhin hatten wir für ca. 200 m Weg schon 45 min. gebraucht, und der Rückweg ließ noch schlimmere Komplikationen vermuten.

Zum Glück erbarmte sich unser ein Holz- oder sonstiger Arbeiter, der mit seinem Auto plötzlich da war und zeigte uns einen geschotterten Ausweg aus der Gatschhölle!

Soviel zum ersten Tag - man darf gespannt sein, wie es weitergeht...

Thursday, September 06, 2007

How to hitch a ride in Scotland

Um meine Reiseausgaben möglichst niedrig zu halten (was in Schottland wohl nicht das einfachste ist, da man manchmal das Gefühl hat, dass die Bustarife irgendwie willkürlich kalkuliert werden. Außerdem gibt's ziemlich viele verschiedene Busanbieter und manche haben irgendwelche Familientickets - die scheinbar auch für Geschwister gelten - und andere nicht. Studentenrabatt gibt es generell nicht. Ja und wenn man gar mit dem Zug fahren will - als wenn es so viele davon gäbe... - dann kann es schon mal vorkommen, dass man für läppische 45 min Fahrt ganze 12 Pfund (=18 Euro) hinzublättern hat... ein Schnäppchen!).
Gut, um den Gedanken von oben wieder aufzugreifen: Um unsere Reiseausgaben möglichst niedrig zu halten, beschlossen Lisa/Lydia und ich, dass man doch einfach mal versuchen könnte, den Daumen rauszuhalten und zu schauen, was dann passiert.

Komisch ist das schon, wenn man das das erste Mal macht. Man kommt sich irgendwie leicht dümmlich vor... Dieses Dümmlich-Vorkommen weicht jedoch recht flott der Verzweiflung, wenn es plötzlich zu schütten beginnt und das Hostel, das man eigentlich zu erreichen trachtet, sich 5 km weiter befindet...
Die Leute sind dann so nett, dass sie im besten Fall mit steinerner Miene einfach weiterfahren, oder im schlimmeren Fall winken/Grimassen schneiden oder uns mitleidige Blicke zuwerfen.
An diesem speziellen Tag hatten wir dann schließlich noch Glück, denn eine Frau aus einem benachbarten Haus sah unsere Verzweiflung und fuhr uns zur Jugendherberge.

Tja, die nächsten Male hatten wir jeweils mehr Glück und mussten selten länger als 10 min warten.... außer, als wir vom Freilichtmuseum Auchindrain wegwollten, wo weder ein Ort, noch eine Busstation sich in der Nähe befinden: Kalt und zugig wars und alle heiligen Zeiten - naja: alle 3 Minuten - ist mal ein Auto gekommen. Aber auch da fanden wir schließlich zwei nette Damen, die uns mitnahmen.

Gelernt haben wir dabei recht viel: Wo man sich am besten hinstellt. Wie man sich am besten hinstellt, etc.....

Einmal standen wir dann mitten in einem Kreisverkehr, der Auffahrt zum Motorway, der nach Manchester ging. Und genau da wollten wir auch hin.
Voller Euphorie, da wir an jenem Tag schon 2x das Glück gehabt hatten, mitgenommen zu werden, beschlossen wir, dass uns der Zug (24 Pfund) wieder mal zu teuer sei, und dass wir einfach versuchen würden, per Autostopp nach Manchester zu kommen.
[Anm.: Von Windermere im Lakedistrict nach Manchester sind es ca. 150 km.]
Wer hätte es gedacht: Nach nicht mal 5 Minuten blieb ein Mann mit einem Van neben uns stehen und bot uns an, uns bis fast nach Manchester zu fahren. Wunderbar!

Dort schwor ich mir dann, dass ich den ersten Stopper, der mir über den Weg läuft, mitnehmen werde.


Lustigerweise geschah es dann 2 Wochen später, als ich gerade von Carnuntum unterwegs war nach Hause, dass in irgendeinem am Weg liegenden Kaff jemand mitgenommen werden wollte.
Er sah ein bisschen versandelt aus, woraufhin ich weiterfuhr.

Dann fiel mir mein Schwur ein.

Als nächstes schalt ich mich, dass ich wohl nicht so nach dem Äußeren urteilen könne.

Und dann fiel mir der Österreichplan ein, den der Mann unter dem Arm gehabt hatte.

--> Sandler haben keinen Österreichplan.

Nun war ich also schon ca 150m weitergefahren, als ich im Rückspiegel sah, dass auch die nachkommenden Autos - was dort eh eine seltenheit ist - nicht stehenblieben und tat dieses dann meinerseits.

Der Mann lief herbei, bedankte sich recht herzlich dafür, dass ich stehengeblieben war und fragte dann, ob ich wohl nach Angern fahre. Er müsse zum Zug.
Ich negierte, bot ihm aber an, ihn nach Gänserndorf mitzunehmen. Von dort führe schließlich derselbe Zug.
Er willigte ein und stieg ins Auto.
Ich fuhr los und er erklärte mir, dass er und sein Freund mit dem Auto nach Rabensburg (im Norden des Weinviertels) gefahren seien und von dort mit dem Boot die March hinunter.
Nun müsse er nach Rabensburg, das Auto holen.

Da sah ich den Wegweiser nach Angern, und da ich sowieso Zeit hatte, schlug ich vor: "Wissen's was, ich führ sie nach Angern. Das ist eh kein arger Umweg für mich."
Der Mann bedankte sich und erzählte mir noch allerlei Dinge.

In Angern dann angekommen, meinte er plötzlich: "Sagen S', würden S' mich auch bis Rabensburg führen? Ich würd ihnen den Sprit zahlen. Und noch ein bisserl mehr."
Ich fand's lustig, und da mir der Mann ohnehin sympathisch war und ich gerne mit ihm tratschte, willigte ich ein.
"Wieviel wollen S' denn dafür?", fragt er.
Ich zucke mit den Schultern. "Keine Ahnung... Wieviel wollen S' mir denn geben?"
Er überlegt kurz. "15 Euro?"
Finde ich gut. "Ok."
Um mir zu beweisen, dass er mich nicht um das Geld prellen will, bietet er mir an, es mir gleich zu geben, was ich abschlage, da ich während des Fahrens das Geld wohl schwer nehmen kann.

Naja, so sind wir halt gefahren und haben uns recht gut unterhalten.

In Rabensburg hab ich ihn beim Bahnhof abgesetzt. Er hat mir dann sogar 20 Euro gegeben: "Weil S' so nett waren."

Lukrative Sache, das. :)

Jaja, beim Autostoppen und gestoppt werden lernt man die nettesten und interessantesten Leute kennen!

Wednesday, July 18, 2007

tropf-tropf-tropf

Etwas überflüssig gestaltet sich dieser Beitrag, denn es kann wohl an kaum jemandem vorbeigegangen sein, dass es UNERTRÄGLICH grausig furchtbar heiß ist. (Obwohl verlockend ergehe ich mich jetzt nicht in einer Auflistung von weniger schönen Dingen, die diese Hitze - v.a. in Wien - mit sich bringt...)

Ja, und Gänserndorf hat sich boshafterweise mit dem Sommer verbündet: Normalerweise ist es hier immer ordentlich zugig - jetzt weht nicht mal ein leichter Hauch.....

Da freut es mich doch, wenn meine Schwester mir verkündet, dass es in Aberdeen sagenhafte 13 (in Worten: dreizehn) Grade nach der Celsius Skala hat!

Oh wie schön!!!

Wednesday, July 11, 2007

Ode an die Menschlichkeit

Gut, da ich mich jetzt nicht direkt als eine dichterisch begabte Person ansehe, belasse ich es bei dem klangvollen Titel und schreibe dennoch Prosa.

Da man sich ja, wenn man ein bisschen (zu) viel nachdenkt, permanent über echt so ziemlich die meisten menschlichen Wesenszüge (Habgier, Intoleranz, Irrationalismus.....) aufregen kann freut es einen umso mehr, wenn man mal wieder neue Bekanntschaft schließt mit so richtig netten, herzlichen und durch und durch vernünftigen Menschen! (nicht dass ich derer soo wenige kenne..)

Die Sprache ist diesmal von den Eltern einer Schulfreundin meiner Schwester.
Nachdem wir uns gestern mit selbiger getroffen und einen sehr netten Tag verbracht haben, bot ich ihr an, sie nach Hause zu fahren, da die ÖBB manche Regionen relativ unregelmäßig befahren.

Dort wurden Lisa und ich dann gleich hereingebeten und bekamen leckeres Sri Lankesisches Essen vorgesetzt und wurden angehalten uns doch bitte wie zu Hause zu fühlen. Es folgten unglaublich nette Gespräche und weitere Essenseinladungen, so dass ich mir echt schon schlecht, nichtsnutzig und unverdienend vorkam.

Als Lisa und ich dann nach Hause aufbrachen, gab uns Shereenas Mama noch ein riesiges Sackerl mit allerlei Arten von Chutney, Kokosnussessig, Curry etc. mit - sie habe ja so viel!
Außerdem sollen wir anrufen, ob wir gut nach Hause gekommen seien - es ist sooo rührend!

Ich war von diesem Abend einfach überwältigt! Viel mehr ist dazu nicht zu sagen. Es hat mich umgehauen und ich kann das nicht entsprechend in Worte packen - dieser klägliche Versuch hier soll ein ungefähres Verständnis davon erzeugen.

Monday, July 02, 2007

Die Annehmlichkeit einer Siphon-Flasche

Des Samstags fand das heurige Sommersemester sein Ende und Studenten der klassischen Philologie pflegen sich an einem Tag wie diesem gemeinsam an einem Ort einzufinden, der sowohl Essen als auch Getränke bereitstellt (hier: Heuriger) und dort sich gemeinsam niederzubechern - weil sie dann ja die nächsten drei Monate keine Zeit für derartige Späße haben werden.

Nun denn, so war's. Man begab sich zum Heurigen -- einem Wiener Heurigen, muss man wohl dazusagen -- und bestellte dort einmal Getränke. (Das Essen war selber zu holen).
Die Bestellung lautete: 1 Liter Wein + 1 Liter Wasser.

Tja. Die Betreiber des Heurigen halten sich wohl für besonders kreativ, da sie das Wasser in "bis zu 60 Jahre alten Siphonflaschen" servieren, die nach dem Prinzip eines Brunnens funktionieren (sollten): Man pumpt an einem Minihebel und hofft, dass die Flasche daraufhin Wasser freigibt.
Leider hat diese sich die meiste Zeit geweigert.
Irgendwie hat man sich dann doch etwa 3/4 des Inhalts bemächtigen können - der Rest jedoch wollte nicht heraus.
Also musste eine neue Flasche her, die sich anfangs durchaus als kooperativ erwies. Anfangs. Auch sie wollte den letzten Viertelliter einbehalten. Versuche, die Flasche mit Gewalt (=aufschrauben) ihres Inhalts zu berauben scheiterten kläglich.
Man wandte sich an den ach-so-freundlichen-und-lustigen Kellner und schilderte ihm das Problem woraufhin er uns aufklärte, dass die Flaschen schon in dieser Art geliefert würden und diese nicht aufzukriegen seien und dass außerdem einkalkuliert sei, dass ein Rest drinbliebe, weshalb diese Flaschen in der Karte mit 0,75l Inhalts beschrieben seien. Aber, sprach er weiter, man hätte ja auch einfach 1l Wasser bestellen können (ach nein!) und dieses dann in einer Karaffe erhalten -- kostet, by the way, genausoviel. Na das hat uns dann alle sehr beruhigt, v.a. da ja ursprünglich 1l bestellt worden war....
Unseren Unmut hatten taten wir kund - oder eher die anderen, denn ich war daran nicht so beteiligt (kaufte ich mir doch lieber 2 Gläser Traubensaft und günstige €6,60) - woraufhin der Kellner meinte: Naja, man zahlt zwar genausoviel, aber dafür hat man die Annehmlichkeit einer Siphonflasche!
A benefit indeed!!

Friday, June 22, 2007

Temperatures go up and so does Temper

Heiß ist es. Sehr, sehr heiß. Man duscht, fühlt sich frisch, tritt auf die Straße und - juhuu - nach nicht einmal fünf Minuten sind die patschnassen Haare trocken und man selber beginnt bereits wieder zu schwitzen... wäh.

Ich mag Sommer in Wien also nur bedingt. Und bin dabei scheinbar nicht die Einzige.

Eine Fülle an Leuten, die schon beinahe die Kapazitäten der Bim übersteigt, quetscht sich in die selbige. Alle schwitzen sie, alle stehen wie die Sardinen eng nebeneinander, alle sind sie super-gut drauf. Die Bim fährt, bleibt stehen, lässt Leute aussteigen, fährt weiter, bleibt stehen, lässt Leute aussteigen, schließt (zumindest die vorderen) Türen und bleibt stehen.
Kaum zwei Minuten sind verstrichen, schon beginnt ein Herr etwas fortgeschritteneren Alters auf gut österreichisch herumzuraunzen (man muss sich dabei einen Wiener Akzent vorstellen): "Er sitzt drin in seina klimatisiatn Kabin und mocht olle Tian zua - bei dera Hitz! Glaubt er is was-i-wer, da Herr Matscho!" (über den Fahrer).
Ein Grinsen huscht über mein Gesicht und als ich den Kopf hebe, stelle ich fest, dass es auch anderen so geht -- es gibt doch noch ein paar Leute, die zwischen notwendig und lächerlich noch unterscheiden können....
Kurz darauf ertönt vom Fahrer via Lautsprecher ein denkbar unmotiviertes und seeehhhr unfreundliches: "Türn freimachn!" Und schon fuhr sie weiter, die Bim.
Ich war froh, bald wieder aussteigen zu können.

Ja, aber nicht nur in der Bim sind die Leute etwas überspannt: Auf der Straße ist es nicht wesentlich besser: Am Gürtel - wie immer stark befahren - fährt ein Polizeiauto und signalisiert durch Blaulicht und Martinshorn sehr deutlich, dass es dabei gerne nicht behindert würde.
Scheinbar sind die Wiener Autofahrer schon etwas abgestumpft gegen derartige Warnsignale - sie nehmen sie teilweise nicht mehr wahr.
Und so biegt aus einer Seitenstraße eine junge Dame in einem Van heraus, blickt (sinnvollerweise!) nur in Richtung der Einbahn und nicht entgegen dieser. Das Polizeiauto naht vorsichtig, aber konstant - weiterhin seinen hübschen Gesang von sich gebend.
Die Frau fährt vorsichtig, aber konstant, aus ihrer Nebengasse heraus....
DITSCH - tangieren sie einander schon - der linke Scheinwerfer des Polizeiwagens wirddadurch sichtbar in Mitleidenschaft gezogen. Die Polizeibeamten schalten - sichtlich genervt - das lästige Horn ab.
Dann ist meine Straßenbahn (die anachronistischerweise vorher erwähnte) gekommen und ich konnte das Geschehen nicht weiter verfolgen.

Wenn ich so etwas erlebe, dann mag ich nur mehr raus aus der Stadt. Weit, weit weg in irgendeine Provinz, wo es keinen Platzmangel und kein großes Verkehrsaufkommen gibt!

Tuesday, May 29, 2007

Von Geröllhalden, Streichholzbildern und Wanderliedern

Im Februar entstand eine Idee: Man könnte mal eine "g'scheite" Wanderung unternehmen. Immerhin will man als Student (v.a. klass. Phil.) nicht hinter irgendwelchen Büchern versumpfen. Die Tour: Eisenerz --> Radmer an der Stube --> Hesshütte --> Rottenmann

Die Idee blieb nicht nur Idee, denn es fanden sich genügend andere Verrückte: Eva, Felix, Gerfried, Michi, Sebastian und Stephan waren gewillt, sich mir anzuschließen.
Also fanden wir uns am Freitag abend bei Eva ein und bekamen dort zuerst einmal ein ordentliches Abendessen, gefolgt von einem ordentlichen Frühstück vorgesetzt.
Die geplante Zugabfahrt nach Eisenerz wurde wegen einiger Kommunikationsprobleme bezüglich der Aufstehzeit verschoben, aber wir landeten schließlich via Zug in Hieflau. Dort wollten wir in den Bus nach Eisenerz einsteigen...
Ja, ein Bus raste an uns vorbei, ungeachtet unserer flehentlich dreinblickenden Gesichter.
Ein Blick auf den Busplan sagte uns, dass wir schon 1 Stunde früher den Rufbus hätten bestellen müssen.
Aber dennoch verzweifelten wir vorerst nicht und konnten den freundlichen Bus-Menschen namens Reini dazu motivieren, uns abzuholen und nach Eisenerz zu bringen.

Nachdem wir dort den Penny-Markt geplündert hatten (3-Tage-Proviant) gings los Richtung Radmer. In der prallen Sonne einer Straße entlang hinauf... puh...
Aber der Weg wurde besser, ging in den Wald - und vorwiegend über Forststraßen gelangten wir nach 5-6 Stunden nach Radmer an der Stube. Und zwar recht durchnässt und angehagelt.

Die lieben Reitbauers nahmen uns freundlich auf, labten uns mit Bierlikör bzw. irgendeinem scharfen Schnaps und stopften unsere Wanderschuhe mit Papier aus.
Als handwerklich geschickt und sehr eloquent hat sich der Herr Reitbauer erwiesen - seeeehhhhr - und in voller Länge durfte ich mir alle Details seiner Streichholzbilder erklären lassen. Wieso eigentlich immer ich?!
Ich konnte mich schließlich losreißen und mit den anderen die Route für den nächsten Tag besprechen. Danach wollten wir eigentlich etwas essen gehen, aber es musste freilich zu schütten beginnen. Und so kuschelten wir uns alle in ein Doppelbett zusammen und lagen da mal so für eine Weile, bis der Regen nachließ.
Frau Reitbauer drückte uns ein paar Regenschirme auf und wir schlapften zum "einzig brauchbaren Dorfwirtshaus", wo wir die (vorzüglichen) Überschüsse des Hochzeitsmahls der dort feiernden Gesellschaft abbekamen. Die Gaumenfreude wurde untermalt durch fröhliche steirische humptata-Musik und die recht gesprächige Kellnerin sagte uns ein minder gutes Frühstück voraus -- bei ihr hätten wir freilich ein besseres bekommen....

Ja, Frühstück: Kuchen. Aus. Hm... naja.... nach kurzem Warten, waren wir dann alle überzeugt, dass nichts mehr nachkommen würde und deshalb fragte ich um Brot an. Gefreut hat man sich ob dieser Anfrage nicht so, aber dem Wunsch wurde dennoch Folge geleistet.

Nach dem Frühstück um 7 teilten wir uns in zwei Gruppen:
Eva, Michi und Sebastian entschieden sich für eine längere aber weniger anspruchsvolle Strecke - der Rest folgte dem Originalplan. Treffpunkt war die Hesshütte.
Ebengenannter Rest (Felix, Gerfried, Stephan und ich) folgten also dem markierten Weg -- soweit das in unserer Macht lag, denn bald kam das erste Problem: Wo zum Teufel ist der Weg hin?? Man folgt der Forststraße zu einem Dead-End, ärgert sich mal ordentlich und beschließt dann, den Hang einfach so hochzuklettern, in der Hoffnung, dann irgendwannmal wieder einen Weg zu finden. Gute Idee...
Nach viel Kletterei über wind-geworfene Baumstämme und Mini-Geröllhalden hatten wir auf einmal wieder einen Weg und bald darauf dann auch den richtigen.

Was Baumstämme und Geröllhalden betrifft kam an diesem Tag noch einiges auf uns zu -- mit dem Resultat von Kratzern und Schürfungen an Armen und Beinen und des Felix' zerrissener Hose.
Doch diese sollten nicht die einzigen Impedimente sein, die wir so vorfanden -- oh nein.
Plötzlich sahen wir uns umringt von Latschen, und der einzige Ausweg führte uns über hohe (im Vgl. zu den Geröllhalden) Felsen, bei denen man gut aufpassen musste, wo man sich anhielt oder hintrat. Aber auch das schafften wir ohne größere Probleme.
Und dann kamen die sumpfigen Almwiesen. quatsch-quatsch-quatsch, wohin man auch trat und das ganze überzogen von einem satten Gelb (=Sumpfdotterblumen). Das Gelb warnte uns, dass wir aufpassen mussten, wie wir unsere Schritte setzen. (Stephan hat seither - unverständlicherweise - eine leichte Gelbphobie...).

Weiter gings über Stock und Stein und wir wurden immer müder. Da kam plötzlich eine wunderschöne Landschaft ins Bild - ARCADIA! (sorry...): Eine nette kleine Hütte, mit der modernen Form einer römischen Latrine (=Plumpsklo über einem Bach). Die Hütte stand auf einer schönen saftig grünen Wiese mit vereinzelten groben grauen Felsblöcken - umrahmt von einer mächtigen Felswand. Und der schon erwähnte Bach plätscherte munter durch.
Da, wo die Felswand mal eine Pause machte und die Wiese gerade in die Höhe stieg, mussten wir hin. Puuuuuhhhhh! DAS war arg. Stufen von 40cm Höhe - nach jeder 2. Stufe ausrasten, durchatmen.... Aber dann waren wir oben. Inzwischen hatte ich etliche Gänseblümchen in den Haaren...
Über den Sattel blies ein heftiger Wind, der uns veranlasste - nachdem wir uns im Gipfelbuch verewigt hatten - auf des Felixens weises Geheiß hin den Schutz der Latschen aufzusuchen.
Gerfried indes blieb noch dort sitzen und übte sich in der Kunst der Poesie.... (Das Gedicht will ich übr. haben, bitte als Kommentar posten!!!)

Eine Stunde später waren wir in der Hesshütte. Voll hin und hungrig. Nur die andere Gruppe fehlte noch und ich wurde langsam unruhig, denn ich hätte mir erwartet, dass die 3 schon lange vor uns dort eintreffen würden.
Aber sie kamen dann doch noch und nachdem Gerfried den Waschraum verwüstet hatte und wir unser Zeug in das Lager mit den tollen Betten, die vor allem unseren Köpfen wunderbaren Komfort boten, geräumt hatten, ging es ans Essen.

(puh - das wird zu lang hier...)

Nächster Tag: Frühstücksbuffet um 7 Euro --> wir schaufelten alle was ging und machten uns dann an den Abstieg.
Die ersten klagten über Blessuren, schmerzende Knie und Blasen an den Füßen. Gerfried und Michi wurde es zu schlimm und sie ließen sich in Johnsbach abholen.
Die verringerte Truppe kämpfte sich weiter - auf netten Forstwegen - zur Mödlinger- und dann der Oberst-Klinke-Hütte (wer ist das eigentlich??). Dort war uns dann der Nieselregen zu viel und wir kehrten ein und machten heiße Schokolade (/Tee) und Kaiserschmarren zu einer Teilmenge unserer selbst.
Der Tag war schon lang irgendwie und die bei den Greimlers vorbestellte Käsesuppe auch schon fertig, also ließen wir uns ca. 1 Stunde später von Evas Vater aufklauben -- nachdem mich Stephan und Felix mit französischen Liedern unterhalten hatten :), weil mir einfach keine brauchbaren Lieder - außer dem Lumberjacksong - einfallen wollten.

Die letzten paar Kilometer auf hässlichen Asphaltstraßen haben wir uns also geschenkt und sind mit einem strahlenden, zufriedenen Grinsen bei den Greimlers eingefallen, wo wir wieder ordentlich verköstigt wurden und von wo wir am nächsten Tag satt, zufrieden und ein bisserl k.o. wieder in unsere jeweiligen Heimatorte (bzw. Wien) aufbrachen.

.... und dort weilen wir, bis zur nächsten Gewalttour....

Saturday, May 05, 2007

Oh wie schön...

... die ÖBB haben den Programmierfehler bei ihren Automaten endlich behoben! Damit steigt die Chance, den Zug zu erwischen :). Nur ist jetzt die lange Pause weg, in der ich sonst immer nach meinem Kleingeld gesucht habe ... aber das passt schon.

Thursday, April 26, 2007

Experimental Baking

Großspurig habe ich angekündigt, dass Eva und ich eine Apfeltorte für unsere mittwöchliche Lektürerunde fabrizieren würden. Ja, das sagt sich gar leicht...
Des Mittwochmorgens ward mir dann bewusst, dass ich 1. einen eklatanten Topfmangel und 2. keine Küchenwaage habe. Doch das hat meinen Idealismus nicht weiter getrübt - man kann ja improvisieren 1. mit diversen Lavour-ähnlichen Gefäßen, die bislang ohnehin nicht-beachtet ein eher trauriges Dasein im hintersten Eck meines Küchenkastels fristeten, und 2. einer 200g-Packung geriebener Haselnüsse als Vergleichsmasse.
Was uns aber zum Verhängnis wurde war diese *biiieeeep* Apfelreibe! ... grrrr... Eine ärgere Fehlkonstruktion gibt es nicht: Die Äpfel flutschen ständig irgendwohin, weil man so viel Druck anwenden muss, um sie effektiv kleinzubekommen - und dann hat man irgendsoein Gatschsaftl (anstatt hübscher kleiner Apfelspäne), was sich als eher weniger gut für die Torte herausstellte:
Sie "blieb sitzen"! Ich war eher betrübt - was heißt: verzweifelt! -, während Eva es die ganze Zeit nur lustig fand. Naja, sie hat sich am Abend auch nicht der kritischen Jury gestellt!
Um jedenfalls das Desaster schön zu verbergen, haben wir das patzige Zeug mit einer unglaublich tollen Schokoglasur getarnt und ich bin überzeugt, dass diese es war, die uns herausgerissen hat! (An dieser Stelle sei Bensdorp von ganzem Herzen Dank ausgesprochen!)

Unfassbar, hat es dieses Fabrikat nun tatsächlich geschafft, mein Selbstwertgefühl bezogen auf Backwaren ziemlich zu dämpfen und mich dazu gebracht, mich des Abends am laufenden Band dafür zu entschuldigen.
Scheinbar habe ich allen Anwesenden so sehr Leid getan, dass sie mir reihum in 5-Minuten-Abständen mehrmals versichert haben, dass die Torte "wirklich gut" sei und ich mir echt keine Sorgen zu machen brauche.

Aber trotzdem....

Das wird noch überarbeitet und wieder gut gemacht!

Sunday, April 22, 2007

Wir mögen Paris nicht!

Es folgt nicht, wie vielleicht vermutet, eine Invektive gegen Paris Hilton -- wäre ja viel zu abgedroschen -- sondern vielmehr eine gegen den mythischen Paris, der ja seit der unglaublich guten Verfilmung "Troja" allen mehr oder minder ein Begriff ist.

Diesen liebenswerten jungen Mann lässt der geniale Ovid einen Brief an Helena schreiben, bevor sie abduziert wird.
Dabei kommt so richtig gut seine Oberflächlichkeit durch, denn außer ihrer Schönheit ist die werte Helena ihm eh egal. Aber wenn man von seiner Frau (ja, Paris ist verheiratet) eine Weile lang getrennt ist, dann muss man sich freilich Ersatz suchen.
Als nun also Paris, in Griechenland angekommen, die hübsche Helena erblickt (und v.a. als bei einem Gastmahl ihre lockere Tunika verlockende Einblicke gewährt), wünscht er sich freilich nichts sehnsüchtiger, als mit ihr das Nachtlager zu teilen. Da ihm bewusst ist, dass das ganze nicht so einfach wird - schließlich ist die Gute ja glücklich verheiratet und hat auch ein Kind mit ihrem Gatten Menelaos - betrinkt er sich aus Verzweiflung einmal ordentlich.
Aber er kann dennoch seine Begierde nicht verdrängen und, halbwegs ausgenüchtert, legt er ihr das ganze nun lang und breit, auf 375 Verse ausgedehnt, dar.
Dabei verwendet er mehr oder minder zugkräftige Argumente, mit denen er Helena dazu bringen will, ihm doch Einlass in ihr Schlafzimmer zu gewähren:
Ihr Gatte sei ja viel zu dumm, um ihre Schönheit zu schätzen - denn warum fährt er denn auch zu einem Freund, wenn der Ach-so-verführerische Paris zu ihm kommt, da muss man ja damit rechnen, dass nicht mehr alles beim Alten ist, wenn er zurückkehrt. Und ist es nicht ein Zeichen, dass er Helena aufgetragen hat, sie möge sich um den Gast kümmern? Warum tut sie es denn nicht? Er weiß doch, dass sie sich einsam fühlt, so ganz allein im großen Bett...
Außerdem, ja, außerdem habe ihm Aphrodite ja zugesichert, dass er Helena bekommt. Sie werde sich ja wohl nicht gegen die Göttersprüche wehren!
Ja und er, Paris, sei ja nicht nur schön, sondern außerdem auch ein mutiger und unglaublich geschickter Krieger, der alle bezwingen kann, wenn er nur will. Was gibt es da noch lange zu überlegen?
Falls sie dennoch zögern sollte, verspricht er ihr sicherheitshalber noch einen Haufen Schmuck und das ganze trojanische Königreich.
Dann versucht er noch, mögliche Bedenken über einen Krieg zu zerstreuen, denn schließlich habe es auch keine Kriege gegeben, als Helena schon von Theseus entführt wurde,... bla-bla - verschiedene Belege aus der näheren Verwandtschaft folgen.

Ja, so ist er, der liebe Paris - ein sympathischer Kerl.


Der Autorin der vorhergehenden Zeilen ist durchaus bewusst, dass sich mit größter Wahrscheinlichkeit niemand für die Inhalte des Verfassten interessiert; mangels momentaner anderer freizeitgestaltungstechnischer Möglichkeiten jedoch und dem Drang, wieder mal ein paar Zeilen hier fallen zu lassen, entschied sie sich doch für eine Veröffentlichung dessen.

Thursday, April 12, 2007

Last King of Scotland

... ist ein guter Film. Vor allem die ersten 3/4 -- dann wird's ziemlich brutal für die letzten 20 Minuten und ich konnte zeitweise absolut nicht hinschaun..

Aber jetzt kurz zum Inhalt:

1970: Nicolas Garrigan ist mit dem Medizinstudium fertig und will seine Heimat Schottland verlassen um irgendwo in der weiten Welt als Arzt tolles zu leisten. Der Zufallsgenerator verschlägt ihn nach Uganda, wo er zuerst einen zweiten weißen Arzt in einem kleinen Dorf unterstützt -- bis er dann Präsident Amin trifft, dem er nach einem Unfall die Hand verbindet und der von Nicolas' Ehrlichkeit so begeistert ist, dass er ihn zuerst zum Leibarzt und dann zum persönlichen Berater macht.
Zuerst ist Nicolas vollkommen begeistert vom Präsidenten und dessen Aktionen für ein "freies, unabhängiges Uganda" - bis er draufkommt, dass es so rosig gar nicht ist ...
Für ihn wird es immer gefährlicher, v.a. als er dann noch eine Affäre mit einer der Frauen Amins beginnt...

Anschaun! Aber im O-Ton, denn es geht nichts über den Akzent der Schotten :).