Sunday, January 13, 2008

A little Princess

Hui, sind wir dieses Wochenende nicht produktiv? Gleich zwei Beiträge...
Ja, das liegt an der Jahreszeit. In meinem Hirn hängt eine fette, rot blinkende To-Do-Liste, die mir sagt ich soll Martial übersetzen, gleichzeitig meine Archäologiearbeit fertigstellen und außerdem dann noch beginnen, für die Englisch-Prüfungen was zu tun. Soviel zu den eigentlich wichtigen Dingen...Themenwechsel! (Da schau, wie leicht man Dinge verdrängen kann, wenn man nur will...)

*Lufthol*

Aaaaalso: Eigentlich habe ich ja dem Verfassen von Buchrezensionen abgeschworen (mangels öffentlichem und eigenem Interesse), jedoch habe ich in dieser Woche mein Lieblingsbuch entdeckt, das sogar den "Baroque Cycle" in den Schatten stellt, was ich nicht für möglich gehalten hätte. (Allerdings kann man diese beiden Werke wohl überhaupt nicht vergleichen!)
Die Rede ist von "A little princess", einem (Kinder-)Buch der Secret-Garden-Autorin Frances Hodgson Burnett.
Man möge sich jetzt denken - paaah, ein Kinderbuch! Nun ja, ich finde Kinderbücher durchaus nicht schlecht. Nein-nein, ich bin vielmehr der Meinung, dass Erwachsene sich in weit größerem Ausmaße mit ebensolchen beschäftigen sollten, da ich finde, dass Kinderbücher recht persönlichkeitsbildend sind!

Nun, genug damit, auf zum Inhalt:

Die kleine Sara Crewe, ein höchst intelligentes und fantasiereiches Mädchen, das es versteht, andere Kinder mit spannenden Geschichten zu unterhalten, wird von ihrem Vater, dem in Indien lebenden Captain Crewe, in ein londoner Erziehungsinternat für kleine Mädchen gesteckt. Es soll ihr dort an Luxus nicht mangeln, der Vater bezahlt ja gut.
Miss Minchin, die Leiterin des Internats, macht die kluge und gut gekleidete Sara zum Vorzeigeobjekt der Schule, obwohl sie das Mädchen, das nie in Rage gerät und nie irgendeinen Blödsinn macht, suspekt findet. Sara lebt nämlich in einer Fantasiewelt, erzählt sich selber und den anderen Mädchen viele spannende und fantastische Geschichten und macht dadurch alles um sich herum wunderschön. Außerdem sieht sie sich selbst als eine kleine Prinzessin und versucht, sich anderen Leuten gegenüber äußerst nobel und großzügig zu verhalten und alle fair zu behandeln. So schließt sie auch Freundschaft mit dem "servant girl" Becky.
Als ihr Vater dann aber stirbt und Sara ohne Verwandte und ohne Besitz bleibt, entzieht ihr Miss Minchin all die schönen Dinge, die sie besitzt und degradiert sie zur Putzsklavin, die neben Becky im schimmligen, brüchigen Dachboden leben muss. Es wird nun hart für sie, sich in ihrer Fantasie trotzdem alles schönzureden und zurechtzurücken, aber sie versucht dennoch jeden Tag ihr Bestes zu geben und geduldig alle Ungerechtigkeiten von Miss Minchin und dem höherrangigen Personal über sich ergehen zu lassen. Im Herzen bleibt sie trotz ihrer misslichen Lage immer noch eine kleine Prinzessin, die, obwohl sie selber kaum zu essen bekommt, mit einem Bettlerkind auf der Straße teilt.
Das ungewöhnliche Mädchen fällt auf, unter anderem dem reichen, aber schwer kranken "Indian gentleman", der im Nachbarhaus einzieht...

Jetzt zu erläutern, wieso ich das Buch so gerne mag, wäre ein psychologisches Portrait meiner selbst und wird deshalb an dieser Stelle ausgelassen.

Jedenfalls dachte ich mir dann: Zu diesem Buch muss es wohl auch einen Film geben.
Ja, gibt es. Ich fand ihn auf Amazon und am selben Tag dann zufällig beim Libro, als ich Wahllos in die Wühlkiste griff... ein Zeichen?
Freilich habe ich mir den Film gleich angesehen und muss sagen: So enttäuscht war ich vermutlich noch nie über die filmische Umsetzung eines Buches. Zuersteinmal spielt der Film in New York anstatt in London (Hallo?!? Wie kann man nur!?). Dann wird teilweise künstlich dramatisiert, der Vater stirbt gar nicht, und vor allem ist die kleine Sara ÜBERHAUPT nicht so wie im Buch beschrieben. Ts...
Ich würde den Film ja gerne als vom Buch getrenntes Einzelkunststück loben, aber selbst dazu ist er nicht gut genug. Eine Enttäuschung.

Wie auch immer, das Buch hat's also sofort geschafft in der Rige der Lieblingsbücher Platz eins einzunehmen und wird dort vermutlich eine Weile bleiben.

Saturday, January 12, 2008

Organverwertung

Kochkurse sind doch was Nettes. Vor allem die von der Landwirtschaftskammer in Gänserndorf abgehaltenen. Die Rezepte sind kreativ, die Leute interessant und das Essen dann gut.
Zum zweiten Mal schon traten Pia, Lilly und ich an einem Abend zur kollektiven Küchenverwüstung an.

Als wir den Raum betraten, sahen wir uns einem Schwadron mittel-älterer, gut genährter Damen aus dem bäurischen Milieu gegenüber. Wir senkten also wieder mal den Altersdurchschnitt von 50+.

Das Thema diesmal: Schnelle Pfannengerichte. Klingt gut, kann man immer brauchen.

Einer theoretischen Einleitung über Fleischqualität, bei der wir erstmals erfuhren, wie das AMA-Gütesiegel aussieht, folgte die Rezeptbesprechung und -verteilung.
Das 6-gängige Menü sollte aus Gemüsepalatschinke mit Rieslingsauce und Salat, Gartenwok mit geräuchertem Tofu, Puten-Champignon-Ragout mit Erdäpfel-Topinamburgröstel, Schweinswangerl in Senfsauce, Schweinslebermedaillons in Schwarzbiersauce und als Abschluss einer Vanille-Topfen-Pfanne mit Beeren und Vanilleeis bestehen.

Als es um die Rezeptverteilung ging, rissen sich gleich mal alle um die Palatschinken etc.
Dann fragte die Kursleiterin: "Wer macht die Leber?"
Schweigen
Pia zu mir: "Machen wir die Leber?"
(Ich nicke, Lilly im Hintergrund verzieht das Gesicht.)
Pia und ich zur Kursleiterin: "Wir machen die Leber!"
Alle Blicke schweifen in unsere Richtung.
Ein erstauntes: "IHR wollt's die Leber machen?!" - "Die jungen Damen machen die Leber!?"
"Ja!"
Nun, da wurde uns gleich mal die Anerkennung der Kursleiterin zuteil, habe sie doch angeblich tags zuvor kaum jemanden für dieses Rezept motivieren können...
Und dann gings ans Zubereiten.

Witzig, auf einmal mit Schweinsnetz und rohen Leberscheiben zu hantieren. Die schauen recht interessant aus...
Das Ganze hat irgendwie was von einem Bastelkurs: Leber klopfen, auf Schweinsnetz legen, würzen, Speck drauf, Äpfel drauf, schön einrollen, im Netz einschlagen, nochmal würzen und ab in die Pfanne.
Danach hab ich ausgesehen wie eine Schlächterin: mit blutbeschmieren Unterarmen...

However, das Ergebnis war zufriedenstellend, und von so ziemlich allen wurde gegessen, was wir da servierten.
Aufgrund unserer stylischen grünen Kellnerschürzen, die wir netterweise immer wieder von Pia's mum zur Verfügung gestellt bekommen, wurde der Verdacht erhoben, dass wir eine Hotelfachschule absolviert hätten oder zumindest irgendwo öfters kellnerieren würden... naja, falsch gedacht...

Wie gesagt, geschmeckt hat's nicht so schlecht, wenngleich ich potentielle zukünftige Opfer meiner Kochkünste enttäuschen muss: Daheim werd ich dieses Rezept wohl kaum nachkochen... Dann schon eher den Gartenwok!

Friday, December 21, 2007

Philematium berichtet...

... vom Krampuskränzchen, welches unpassend zu seiner Namensgebung dieses Jahr erst am 19. Dezember über die Bühne ging. Und an welchem ich mich heuer etwas exzessiver beteiligte.
Viele Theaterproben gingen dem Ganzen voraus, die sich immer wieder lustig - ab und zu auch anstrengend gestalteten, was vermutlich teilweise an der Uhrzeit lag. Aber Kaffee wirkt bekanntlich Wunder!

Jedenfalls: Alle Teilnehmenden/-habenden fanden sich um halb 12 am Institut ein, um an diesem ersten Ferientag nochmals das Theaterstück 3-5 Mal durchzuspielen und zu verbessern und um die heiligen Hallen des Instituts für Klassische Philologie möglichst weihnachtlich aussehen zu lassen: Goldsterne wurden ausgeschnitten und aufgehängt, Mistelzweige kamen über jede Tür (sind wir alle so verzweifelt, oder was?) und die in grün und rot gehaltenen Tische wurden mit Lebkuchen, Mandarinen und Erdnüssen besprengt. Hübsch.

Dann ging's langsam los. Wir warfen uns in Schale, bzw. in jutesackähnliche Tuniken, kaffeebefleckte oder knackig-enge Togen, nachklassische Kleider im 70er Style, Jägerhüte, Turban etc. Langsam füllte sich der Hörsaal - leider nicht voll genug für unser Ermessen.
Das Theaterstück lief besser als bei allen Proben und man hörte das Publikum immer wieder in Gelächter ausbrechen, was bestimmt nicht zuletzt an den beiden genialen, pantomimisch im Hintergrund agierenden Bodyguards lag.
Bei meinem Auftritt war ich offenbar doch nervös genug, um mit dem in der Hand gehaltenen Spiegel ein recht wackeliges Bild meiner selbst vor Augen zu haben... Immerhin hat meine Stimme mich nicht im Stich gelassen...nicht mal bei der allgemeinen Gesangseinlage.
Meine Mutter war auch da, um das Geschehen filmisch festzuhalten. Ja, äh, die Kameraführung ist interessant..... sprich, das Video ist leider sehr wenig brauchbar, außer man hätte gern einen Überblick über die bauliche Anordnung des Hörsaals - aber ok, der Wille zählt...

Nach der prickelnden Rede unseres Institutsvorstandes, der auch nicht davor zurückschreckte, uns ein Ständchen zu singen (und zwar mehrere Strophen) ging's an's große Fressen:
Das Buffet war wieder mal ein Wahnsinn und die Helferlein in der Küche kamen mit dem Brotschneiden gar nicht nach.

Ja, den ganzen Verlauf des Abends will ich hier gar nicht auflisten, wäre viel zu lang und zu mühsam. Von der des öfteren auftretenden Schlüsselsucherei (der Nummer 11) und behinderten Wegräumaktionen, der Bieraufwischerei, derer ich mich nicht annahm, usw usw. nein-nein... begraben wir das alles im Sumpf der Erinnerung.

Irgendwann konnte ich meine Müdigkeit nicht mehr ignorieren und fuhr um 5 Uhr morgens mit dem Citybike gen Wohnung. Mein Zeug hab ich noch nicht ganz beisammen, denn diverse Armreifen, Lipgloss etc. haben den Weg zu mir zurück nicht mehr gefunden... aber irgendwie ist mir das grad egal - Hauptsache der Stress hat ein Ende.

Nächstes Jahr jedoch, nächstes Jahr, werd ich mich nicht mehr zum Wegräumen einteilen, sondern mich mit Theaterspielen und Backen (wenn auch nicht mehr bis in die Morgenstunden hinein) begnügen. Und ich werde meinen Spint auch nicht mehr teilen, glaub ich...

Tuesday, December 11, 2007

Von Zwangsbeglückungen und Hindernissen

Trat ich heute vor die Türe, / sapperlott, was sah ich da? Lag da doch eine Kronenzeitung (ja, eine Kronenzeitung!) auf meiner Fußmatte.
Naja, mein Staunen darüber hielt sich in Grenzen, hatte ich immerhin ein vorwarnendes email bekommen, das mich darauf hinwies, dass ich nun mein Testabo, das ich bestellt hätte (hab ich nämlich mit Sicherheit nicht!) geliefert bekommen würde. Auf dieses hatte ich geantwortet, dass ich die Krone nicht lese, mich nicht dafür angemeldet habe und ich die Zeitung deshalb nicht zugestellt bekommen will, da meine Familie schon von selbiger Plage heimgesucht werde und ich somit bereits daheim die Möglichkeit habe, mich darüber zu erbosen (nicht wörtlich).
In meinem Ärger darüber, dass mein email offenbar ignoriert worden war, lief ich gleich mal die Stufen hinunter, was mein Knie mir bereits im zweiten Stock mit einem Stich dankte. Mist.

Dieser Schmerz wollte mich den ganzen Tag nicht loslassen, da ich eine beträchtliche Anzahl an Stiegen zu überwinden hatte. Offenbar hatten die Rolltreppen es nämlich auf mich abgesehen und rächten sich nun an meiner sonstigen Ignoranz ihnen gegenüber mit einem Streik. Und das zu einem Zeitpunkt, wo es mich am meisten trifft. Säcke! Sie dürften sich schon gestern gegen mich verschworen haben, denn von etwa 6 Rolltreppen, die ich benutzen wollte, waren 3 kaputt. Wie nett. Nun, immerhin mag mich der Lift in meinem Wohnbau noch und ich hoffe, dass morgen alle Rolltreppen wieder repariert sind, sonst werd ich wohl in Vermeidung der U-Bahnen die Straßenbahn nehmen müssen und damit dann stets eine Viertelstunde zu spät mein Ziel erreichen....

Zumindest habe ich heute in meinem Posteingang eine Antwort des Krone-Aboservice bekommen, die mir mitteilte, das Testabo werde storniert. Damit hat die Zeitung wieder einen Funken Ansehen bei mir gewonnen.

Friday, December 07, 2007

Fiat Lux

Ganz was Neues: Weihnachten kommt.

(A geh, denken sich die Leser, jetzt kommt schon wieder irgendsoeine zache Bestandsaufnahme von Eindrücken. Naja: Stimmt. Es drängt sich einfach auf.)

Man schlendert also so durch Wien. Vor allem freilich durch die Innenstadt und über die Christkindlmärkte und saugt die Atmosphäre ein (Punschdämpfe, hauptsächlich).

Auffallend sind nicht die ganzen Touristen. Nein, die sind nur ca. so nervig wie diese blöden kleinen Hündchen: Man muss aufpassen, dass man nicht in sie reinrennt. Oder ihnen ins Bild läuft, wenn sie das Rathaus, den (momentan gräßlichst beleuchteten) Stephansdom oder sonst irgendwas mehr oder weniger festhaltenswertes fotografieren. Zumindest Letzteres lässt sich nicht vermeiden, wenn man sich doch halbwegs flüssig bewegen will.

Was sie vor allem fotografieren - und was auch vor allem auffällt - ist die extravagante Weihnachtsbeleuchtung in der Innenstadt. Da haut's einem förmlich die Augen raus:

Die protzigen Luster am Graben, goldener Lichterregen am Kohlmarkt, blaue Wölkchen in der Währingerstraße, Sternschnuppen in der Kärntnerstraße, ein fetter Schriftzug "Spiegelgasse" in ebenderselben und - und das ist die Krönung - leuchtende, fette, rote Christbaumkugeln von 2m Durchmesser in der Rotenturmstraße, flankiert von roten Banden mit golden leuchtenden Spiralen, die mitunter mal blau blitzen, wie die Insektenfallen in südlichen Ländern. Und als ob das noch nicht rot genug wäre, wurden die 3 Bäume, die in dieser Straße stehen, noch mit roten Lichterketten behängt. Puh...

(Wie paradox erscheint es da, als die liebe Eva mich wiederum dran erinnert, dass Politiker und sonstige Prominente morgen um 20:00 mal für 5 Minuten das Licht abdrehen wollen, um ein Zeichen zu setzen. Um dem Klimawandel entgegen zu wirken. Blah-blah-blubb.)

Ja, unglaublich weihnachtlich ist dieser ganze Licht-Überfluss. Er hat nur den Vorteil, dass er den Blick von den sackartig-hässlichen, von Hausmauern baumelnden und in Scharen auftretenden rotgewandeten Bartmännern ablenkt, bei deren Anblick ich mir stets eine Harpune wünsche....

Außerdem graust mir, wenn ich bei der Uni ums Eck biege und mir am Stand des dort ansässigen Maronibraters eine Palette mit rosafarbenen(!) und schokolierten Schaumbechern (!!) ins Auge springt. So viel zu: Das passt nicht. Zerstörung der Nostalgie usw....

Oh du schöne Vorweihnachtszeit!

Thursday, November 29, 2007

Ausgegangen

Grundsätzlich finde ich Stufen ja super! Sie sind vielseitig verwendbar (als Sitzfläche, zum Dehnen, als Ablage für Socken/Bücher/Rechnungen/...) und führen meist ohne Zwischenfälle und Steckenbleibmöglichkeiten an's Ziel.

So empfand ich es bis Montag.

Ab Dienstag dann begann ich Lifte zu suchen, wo es nur geht, denn Stufensteigen begann, eine Qual für mich zu werden, da mein linkes Knie mir dankenswerterweise seit Wochenbeginn seinen Dienst versagt bzw nur sehr sporadisch denselben auch tut. Warum es auf einmal eine Auszeit mag, weiß ich nicht, aber es ist dabei sehr stur...

Furchtbar, wenn man in die Innenstadt will und es daran scheitert, dass nach 20 Schritten das Knie pocht, als würde es auseinanderspringen wollen.

Furchtbar auf einmal, dass man um zum Institut für klassische Philologie zu gelangen ca. 30 Stufen hinter sich bringen muss und 20, wenn man zum Kaffeeautomaten im Untergeschoß am Campus mag.

Schrecklich, dass die Gänge im Hörsaal keine Rampen sind, sondern Stufen.

Furchtbar, wenn dir jemand sagt: "Da gehst einfach darunter und so und so und nach 10 Minuten bist du da", da man weiß, dass es einfach und schnell sicher nicht geht.

In diese dunkle und nicht länger tragbare Situation musste ich etwas Licht bringen und bin deshalb zum Arzt gehumpelt. Dieser hat mir dann - nachdem er einige Minuten lang auf meinem Knie herumgedrückt und - gedreht hat, mit der Absicht, mir möglichst einen Schmerzensschrei zu entlocken - seine Vermutung einer laesio des meniscus am genu sinistrum kundgetan und mir eine Überweisung für eine Magnetresonanz geschrieben. Zusätzlich bekam ich ein Päckchen Schmerzmittel + Magenschoner - ein nettes vorweihnachtliches Geschenk... lässt keine Wünsche offen.
Sportverbot hat er mir auch erteilt, der Gute.... etwas paradox in Anbetracht der Tatsache, dass schon das normale Gehen jetzt nicht unbedingt zu einer Ausschüttung der Glückshormone führt. Was bin ich, eine fanatische Masochistin?

Bleibt nur zu hoffen, dass der blöde Meniskus nix Ärgeres hat und von allein wieder heilt, denn wenn ich nicht gehen kann, bin ich nicht ich.

Saturday, November 24, 2007

ein Mando Fragment

Der Sänger Björn Dixgard macht einen auf Solo-Sänger, ganz ohne seine Band Mando Diao aber dafür mit seiner Schwester, einem Trompeter und einem recht guten Percussionisten.

Gestern Abend hat er im Flex gespielt, der Gute. Überraschenderweise war das Konzert sogar restlos ausverkauft, man sollte es kaum glauben. Wie gut, dass die liebe Pia sich schon Monate zuvor um Karten gekümmert hat :o).

[Eigentlich wollte ich ja ursprünglich da gar nicht wirklich hin, aber so kleine Konzerte sind immer ganz nett (außer es ist die Gegenpartie Sugarplum Fairy... siehe Blogeintrag vor ca. 1 Jahr) und leistbar war's auch.]

Kaum hat Björn die Bühne betreten (nach der vergessenswerten Vorband Point Leonard) da leuchten auch schon in den ersten 10 Reihen so an die 20 Kamera-/Handydisplays auf. Als würde man ordentliche Fotos zusammenbekommen... Aber offenbar muss man irgendwie ja beweisen, dass man dort war oder was weiß ich...

Gesungen hat er gut - das kann er ja zweifelsohne. Überraschenderweise - oder aber auch nicht (siehe das Lied "Ochrasy") dürfte er einen ziemlichen Hang zu Balladen haben, was ihn dazu veranlasste, die Mando Diao Lieder, die er zum Besten gab, gleich um die Hälfte zu verlangsamen.... Wenn er das bei einem Lied macht, ok, aber bei 3 gleich... das zaht sich dann schon dezent. (v.a. Wenn's von Haus aus ein langsameres Lied ist...).
Fad werden sollte dem Publikum jedoch nicht, denn neben den entschleunigten bekannten Liedern hat er auch etliche selbstgeschriebene vorgetragen - wieder hauptsächlich Balladen, teilweise in Schlager-/Countrystyle hinüberkippend.
Kreativ auch, dass das Schlagzeug stellenweise durch Congas ersetzt wurde, was den Liedern einen Hauch von Jack Johnson verlieh. Man kann nicht klagen.
Schließlich hat der hübsche Schwede dann noch seine Schwester auf die Bühne geholt um jetzt eindeutig auf Country umzusteigen. Zum Glück nur für drei Lieder, denn ihre Stimme war bisschen sehr durchdringend...
Gelungener AusKlang dann mit ein paar "Klassikern" und zum Schluss natürlich obligat "Ochrasy". Schön.

Alles in allem sehr nettes Konzertlein, v.a. da das Flex durch seine Größe eine recht angenehme Atmosphäre schafft.

Interessant noch zu erwähnen, dass Björn Dixgard zwar keine CDs zum Verkauf mit in der Tasche hatte, man stattdessen jedoch einen USB-Stick des gerade gehörten Konzerts erstehen konnte, der ganz elegant in eine CD-hüllen-artige Box gesteckt wurde... wie praktisch!

Saturday, November 17, 2007

Snow is falling....

...all around me,
Children play-ing,
having fuuuun....


Endlich winterts wieder. Und es schneit. Und alles ist ruhig. Und weiß. Und schön.

Nur in Wien nicht.

Da meckern alle. Und sind schlecht drauf. Und verziehen ihr Gesicht im Ekel und Unbehagen der weißen Pracht. Und der Kälte. (Dabei ist es dort eh mindestens 2 Grad wärmer als am Land).
Und dann wird der weiße Schnee schiach und gatschig und grauslich.

Aber immerhin: Schnee!

Über dieses Objekt philosophiere ich mit einer Freundin über Spinatknödel und Grillteller und wir kommen überein, dass wir froh sind, wenn es schneit. Und dass es uns auch nicht stört, wenn's windig ist und saukalt.
Besagte Freundin empört sich über den Wetterbericht, in dem die Wetterfrau offenbar mit Grabesstimme verkündet hat, dass es kalt bleiben wird. "Als ob das so was Außergewöhnliches wär! Es ist Winter, da hat's kalt zu sein!" -- so ca. der Wortlaut oben bereits 2x Erwähnter. Und recht hat sie.

Immerhin öffnen nächste Woche die Christkindlmärkte ihre imaginären Pforten und da will ich nicht so ein März-/April-Wetter wie im letzten Jahr. Da schmeckt einem ja der Punsch nicht... denn dann erfüllt er nicht mal den Zweck des Händewärmers (von Genussmittel kann da ja eh teilweise nicht die Rede sein...).

Hoffentlich bleibts also schön kalt und schneit mindestens jeden dritten Tag!

Thursday, November 15, 2007

de libris

So - es reicht. Genug. Der Haupteingang der Uni und die Aula werden für den Rest der Woche (praktisch morgen) gemieden. Hmpf.

Denn dort haben sich furchtbar gemeine und hinterhältige Händler eingenistet, die einen unter dem harmlosen Deckmantel der internationalen Buchwoche ganz bescheiden und unaufdringlich, durch ihre bloße, ausgedehnte Anwesenheit und den Menschenstrom davor auf den blöden Gedanken bringen, dass man ja die 15 Minuten, die man Zeit hat bis die nächste Vorlesung beginnt, damit zubringen könnte, zwischen den Büchern herumzuschlendern.

Bzw.: Nein. Gar nicht. Es waren eher der Anblick eines in grün gehaltenen Tisches und der Drang/Zwang endlich ein bestimmtes Buch (id est: "Hard Times", Charles Dickens), das man ja für die Uni sowieso lesen muss zu erstehen, die mich in diese gefährliche Gegend zogen.

Ein fataler Fehler, dass ich dieser Anziehung nicht widerstehen konnte, denn: - wie könnte es auch anders sein - "Hard Times" war nicht verfügbar. (Und ich bin mir sicher, dass die gewusst haben, dass die Studenten das brauchen und es deshalb nicht angeboten haben!!!)

Jedoch, wenn man sich mal in einen bestimmten Umkreis dieser bösen, bösen Tische gewagt hat, dann ist es schon vorbei: Das Auge huscht herum, blitzschnell und entdeckt lauter tolle Sachen.
Pech, wenn man auch noch Geld dabei hat...

Im Endeffekt war meine Ausbeute dann recht beträchtlich und regalfüllend: Ganzer 10 (in Worten: zehn) Bücher - die verlassen und einsam dalagen, auf der Suche nach einem liebevollen Besitzer und einem netten Zuhause - erbarmte ich mich. Zehn.

Zehn!

Wann soll ich die denn bitte lesen? Liegt ja noch genug anderes daheim herum, das darauf wartet, dass ich's endlich mal in die Hand nehme und mein Hirn mit dessen Inhalt fülle.

Zehn Bücher.

Ein Trost ist nur die Gewissheit, dass ich die meisten davon sowieso fürs Studium noch lesen werde müssen und dass ich nicht mehr als 30 Euro (das entspricht einem Viertel von Georges' Lateinisch-Deutschem Handwörterbuch - also in etwa den Buchstaben A-F) ausgegeben habe.

Als zusätzliche Ausbeute hab' ich außerdem zwei Gratisbücher abgestaubt (u.a. das heurige Gratisbuch der Stadt Wien, i.e. "Fever Pitch" by Nick Hornby), wozu ein Besuch in dem von mir so geliebten Rathaus vonnöten war.

Das Ganze hat sich also eh recht ausgezahlt....


Jetzt hätt ich aber bitte gern 3 Monate Leseferien!!!

Saturday, November 10, 2007

Die Bedeutungswandlung der Taube

Über was man nicht alles nachdenkt, wenn man in so einer Literaturvorlesung sitzt.

Man liest einen Auszug aus "Romeo and Juliet" um anhand dessen die Verwendung von Methaphern zu erlernen. Darin wird Juliet als "a dove trooping with crows" beschrieben und die Frau Professor erklärt, dass die Taube für Reinheit und Unschuld etc. steht.

Meine Gedanken kann ich nicht mehr bei der Vorlesung lassen: Sie driften ab.

Bilder von in Heerscharen auftretenden, den Himmel verdunkelnden Tauben tauchen vor meinem geistigen Auge auf.

Menschen, die durch das Ausleeren eines riesigen Sackes voller Brotbrösel (wo nehmen die diese ganzen Brösel überhaupt her???) einen Massenansturm von Tauben auslösen, sodass man mit dem Fahrrad gar nicht mehr durchkommt.

Statuen, die in ihrer Ehre gekränkt wurden, durch respektlose Verunstaltung durch "bird droppings".

Die Tauben über dem grauslichen vollgeschissenen Platz unter der Straßenbahnoberkabelkreuzung gleich neben der Uni, wo ich immer voller Furch blitzschnell durchhusch, da ich schon allerlei schlechte Erfahrungen mit Flügelwesen gemacht habe.
(Obwohl: Wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit noch ein viertes Mal innerhalb eines halben Jahres getroffen zu werden??)

Tauben als Symbol der Reinheit? Na ich weiß nicht...

Saturday, October 27, 2007

Sprung ins kalte Wasser

Da zieht es sich wie ein roter Faden durch mein Leben, das kalte Wasser... :o)

Aber zum Glück hab ich in meiner Wohnung wieder warmes Wasser, neue Perlatoren (hach, wieder ein Vokabel dazugelernt) und eine funktionierende Heizung... mühsam, mühsam... so Handwerkersgeschichten - aber solange das Resultat dann passt (nach 2 Anläufen an einem Tag!) bin ich schon ganz zufrieden. Muss ich nicht mehr wie die Römer das öffentliche Bad aufsuchen, damit ich warm duschen darf.... Soviel zu "Angewandtes Studium".

Egal, davon wollte ich ja gar nicht sprechen. Also nach dieser Praeteritio komme ich auch ohne Umschweife zum eigentlichen Ziel meines Schreibens (-- ich könnte noch die Waffelbackaktion gestern Abend erwähnen und die deprimierende Gebrauchsanweisung des dazu verwendeten Geräts, die uns nämlich partout glauben lassen wollte, dass unser Tun nicht erfolgsgekrönt sein wird, denn man darf die Zutaten nicht frisch aus dem Kühlschrank verwenden und man muss außerdem auf jeden Fall (!) alle Zutaten ganz genau abmessen und -wägen; letzteres ist ohne Waage leider schwer möglich..... aber nein, davon schweige ich: das Resultat war nämlich sehr zufrieden stellend):

Wieder mal ist mir das Glück in den Schoß gefallen bzw. hat mir der Zufall eine Entscheidung abgenommen, zu der ich mich sonst ewig lang wieder nicht durchgerungen hätte -- aus Feig- und Faulheit nämlich.
Es geht um's Arbeiten.
Konkreter darum, auch in meinem Zweitfach (i.e. Englisch) Nachhilfe zu geben.
Hab mich nämlich die ganze Zeit für inkompetent gehalten usw., dennoch aber mit dem Gedanken gespielt --> eh klar, man stelle sich mal eine zukünftige Englischlehrerin vor, die sich nicht mal Nachhilfe geben traut... peinlich....

Jedenfalls war die liebe Pia so nett mich an den lieben Jan weiter zu empfehlen, und dem hab ich dann zugesagt -- man mag ja einem alten Schulfreund nichts abschlagen :) -- Nun darf ich dessen liebe Schwester jetzt all-samstäglich quälen. Nein, wir hatten eh Spaß. Mit lieben Kindern arbeiten macht nämlich einfach viel Spaß!

Das war eh wieder mal so klar, dass es mir Spaß machen würde. Und deshalb bin ich ganz froh, dass der Zufall es wieder mal gut mit mir gemeint hat, und mich einfach so in's kalte Wasser geschubst hat!

Sunday, October 21, 2007

Backe, backe Kuchen!

Wir buken wieder. Die Eva und ich.
Diesmal wollten wir alles richtig machen.
Wir verwendeten keine Äpfel.
Die Eva brachte ihre Waage mit.
Es wurde dennoch wieder recht experimentell, denn:

Wir haben wieder mal g'scheit geredet. Geprahlt. Die Erwartungen aller anderen hochgeschraubt. Von wegen, dass wir eine 4-Weltalter-Torte machen und dass die ja sooo genial wird, wir aber noch nichts weiteres verraten etc etc.
Wir hatten deshalb ein bisschen Angst, dass das ganze in die Hose gehen könnte -- tat es aber zum Glück nicht, nein, der Kuchen ist nicht mal oben aufgebrochen.

Ausgesehen hat das ganze so:
4 Schichten für die 4 Weltalter
(v. unten nach oben)

- gold: weiße Masse mit dunklen Schokostücken
- silber: blau mit weißen Schokostücken
- ehern/bronze: rot mit gerösteten Pistazien
- eisern: braun (Kakao mit relativ viel Rum) mit Mandelsplittern

Damit wir nicht alles vorher verraten und das Überraschungsmoment so richtig toll inszenieren - wär ja fad sonst - haben wir noch massig Schokolade drüberlaufen lassen, die dann einen kleinen See am Teller gebildet hat.

Obwohl die Schichten nicht umhin konnten, sich miteinander zu mischen (die Pistazien wollten unbedingt rauf und die Schokostückchen unbedingt runter) hat die Torte trotzdem noch sehr lustig ausgeschaut und ist auch gut angekommen. *freu*

Seitdem hat mich das Backfieber ergriffen und ich habe am Freitag anlässlich des Geburtstages eines Studienkollegen gleich noch ein römisches Brot fabriziert....

Backen macht Spaß!

(Rettet mich vor der Sucht!!!)

Tuesday, October 16, 2007

cold water

"Cool" wie ich bin, und hart im Nehmen...*ähem*... habe ich in Malta (wo es ja bekanntlich im Sommer recht heiß ist) meine Liebe zum Kaltduschen entdeckt - eigentlich unfreiwillig (ich dachte, es gäbe kein warmes Wasser, hatte aber in Wirklichkeit den Hahn in die falsche Richtung gedreht...).
Das hat mich in weiterer Folge dazu veranlasst, im StudiVZ der Gruppe "Kalt duschen ist toll" beizutreten -- ich muss meine "Coolness" ja möglichst an die Öffentlichkeit tragen!

Jedenfalls hat mich ein Erlebnis kürzlich dazu veranlasst, diese Einstellung nochmal zu revidieren - und das kam so:

Dass meine Therme ein bisschen willkürlich arbeitet (-> nur ab und zu Warmwasser in der Küche) ist keine Neuheit.
Dass meine Therme sich weigert, mir meine Wohnung zu heizen, dagegen schon.
Diese neue Unart entdeckte ich vor Kurzem, als mir beim Lernen wieder mal kalt war, ich infolgedessen die Heizung aufdrehen wollte und dabei verwundert feststellte, dass die Heizung "an sich" eh aufgedreht ist.... theoretisch...

Gut, geht die Heizung also nicht, der Thermenmensch kommt eh in einer Woche - zieh ich mich halt warm an.

Abends bin ich dann mit einer Freundin spazieren gewesen.... lang.... kalt war's.... ich hab mich dann echt schon sehr auf eine warme Dusche gefreut. Noch unterwegs haben sich bereits langsam böse Vorahnungen eingeschlichen - die sich leider, trotz eines kurzen Stoßgebets, bewahrheiteten:

Kein warmes Wasser mehr in der Dusche.

Das ist bitter. Wirklich, wirklich bitter. Sehr.

Es ist ein Unterschied, ob man kalt duschen will, weil man sich abkühlen mag und eh weiß, dass man jederzeit die Möglichkeit hat, auf warmes Wasser umzusteigen, oder, ob man im halbdurchfrorenen Zustand dazu gezwungen wird.
Irgendwie hab ich das schließlich auch überlebt - mehr als 15 Grad dürfte das Wasser nicht gehabt haben - und mich sogleich im Bett vergraben, um ja nicht krank zu werden.

Tja, wie gesagt, der Thermenmann kommt eh schon - oder nun vielmehr ERST - in einer Woche ...

Friday, October 05, 2007

mal wieder

Es ist also (mal wieder) Herbst und das erfreut mich (mal wieder) ungemein, sodass ich in den letzten Wochen lustig und heiter durch die Welt gehopst bin.

Im September (mal wieder) hauptsächlich auf diversen Maisfeldern. Dieses Mal jedoch nicht allein, sondern in der hoch geschätzten Begleitung meiner beiden Schulflanken Pia und Lilly -- das war vielleicht nett: Fernab von jeglicher Zivilisation - außer ab und zu passierenden Bundesheer-Wägen und ständig (!) über uns kreisenden Hubschraubern [wir sind uns sicher, dass das ein von der Firma gesandtes Spionageteam war, das unsere Arbeitsmotivation überprüfen wollte...] - haben wir 3 Wochen lang Kukuruz-Pflanzen gezählt. Vom taufrischen Morgen weg, bis zur Abenddämmerung. Herrlich!
Mitunter hat uns ein ordentlicher Regenguss erwischt - aber die Firma hat uns für diese Zwecke ja super ausgestattet (mit löchriger Regenkleidung), und so hat uns auch das nicht von unserem Eifer abgehalten.
Soviel dazu.

Ansonsten geht (mal wieder) die Uni los und auch darüber freue ich mich freilich. Vor allem, da mir jetzt ein unglaublich "putziges", "g'scheit cooles" Minirad für diverse Transportzwecke zur Verfügung steht und mir erlaubt, schneller zu sein als die Öffis (welch große Kunst!).
Einziges Problem dabei ist das fehlende Rücklicht - ein Problem, dessen brauchbare Lösung ich mir nicht ganz zutraue, und das ich wohl von meinem Vater im Winter beheben lassen werde.
Bis dahin hoffe ich, dass die Autos den Reflektorstreifen an meinem Bein sehen, und mich nicht gleich übern Haufen fahren -- wenngleich diese Hoffnung eventuell etwas gewagt ist, in Anbetracht der Tatsache, dass vor kurzem eine mir-entgegenkommende, links-abbiegende Autolenkerin bewiesen hat, dass nicht alle Wiener Autofahrer mit den Verkehrsregeln vertraut sind bzw. Radfahrer als gültige und somit beachtenswerte Verkehrsteilnehmer ansehen.
However: No risk no fun!

Mit diesem kurzen und (mal wieder) relativ unspektakulären, schlichtweg lückenfüllenden Beitrag verabschiede ich mich vorerst, bis ich (mal wieder) über ein beitragsfähiges Thema stolpere...

Tuesday, September 11, 2007

Schiiiiieeeebt!

September ist es wieder und so wie letztes Jahr verbringe ich meine Tage damit, auf einem riesigen Maisfeld herumzuirren, mir das Gesicht und die Hände zu zerkratzen (vor allem aber das Gesicht) und Maispflanzen zu zählen.

Die Firma ist gar nett zu uns und hat uns einen supertollen Van gegeben - komfortabel, geräumig, halbwegs ansehnlich! Leider aber nicht geländetauglich....

Schon als wir zum Feld hinfahren haben wir Probleme: Das Auto steckt in einem Schlammloch und kommt nicht weiter - also müssen die beiden hypermotivierten Praktikantinnen E. Lenz und K. Hammer aus dem Auto und selbiges anschieben. Von hinten - ohne Erfolg - und schließlich von vorne - was dann hinhaut ...
Naja, Morgensport soll schließlich gesund sein....

Auch das Zählen von Zea Mays gestaltete sich sehr interessant - zeittechnisch: "Etappenweise" ist das richtige Wort.
Pünktlich nach je einer Stunde Arbeit begann es für eine halbe Stunde zu regnen --> schnell zurück zum Auto, um nicht eingesaftelt zu werden (wie etwa die Feldwege!).

Schließlich machten wir uns dann ob der nächsten drohenden Regenwolke aus dem Staub, äh, Gatsch - so schnell wir konnten.
Wir konnten aber nicht schnell, da der Feldweg, unser beständiger Feind, die Reifen unseres Vans nicht freigeben wollte - immer wieder.

Elisabeth und Kristina schieben also ein weiteres Mal....

Sie schieben von vorne.
Sie schieben von hinten.
Sie putzen die Hinterreifen frei, die sich aufgrund des ganzen Drecks schon nicht mehr drehen.
Sie schieben wieder von vorne - da sich das bewährt hat (die Führerscheintheoriestunden kommen mir wieder ins Gedächtnis) - und kriegen das Auto immer wieder frei.


Leider wusste niemand, welchen Weg man am Besten nehme, um zurück nach Tulln zu kommen, denn der Weg, auf dem wir gekommen waren, empfahl sich weniger:
Immerhin hatten wir für ca. 200 m Weg schon 45 min. gebraucht, und der Rückweg ließ noch schlimmere Komplikationen vermuten.

Zum Glück erbarmte sich unser ein Holz- oder sonstiger Arbeiter, der mit seinem Auto plötzlich da war und zeigte uns einen geschotterten Ausweg aus der Gatschhölle!

Soviel zum ersten Tag - man darf gespannt sein, wie es weitergeht...

Thursday, September 06, 2007

How to hitch a ride in Scotland

Um meine Reiseausgaben möglichst niedrig zu halten (was in Schottland wohl nicht das einfachste ist, da man manchmal das Gefühl hat, dass die Bustarife irgendwie willkürlich kalkuliert werden. Außerdem gibt's ziemlich viele verschiedene Busanbieter und manche haben irgendwelche Familientickets - die scheinbar auch für Geschwister gelten - und andere nicht. Studentenrabatt gibt es generell nicht. Ja und wenn man gar mit dem Zug fahren will - als wenn es so viele davon gäbe... - dann kann es schon mal vorkommen, dass man für läppische 45 min Fahrt ganze 12 Pfund (=18 Euro) hinzublättern hat... ein Schnäppchen!).
Gut, um den Gedanken von oben wieder aufzugreifen: Um unsere Reiseausgaben möglichst niedrig zu halten, beschlossen Lisa/Lydia und ich, dass man doch einfach mal versuchen könnte, den Daumen rauszuhalten und zu schauen, was dann passiert.

Komisch ist das schon, wenn man das das erste Mal macht. Man kommt sich irgendwie leicht dümmlich vor... Dieses Dümmlich-Vorkommen weicht jedoch recht flott der Verzweiflung, wenn es plötzlich zu schütten beginnt und das Hostel, das man eigentlich zu erreichen trachtet, sich 5 km weiter befindet...
Die Leute sind dann so nett, dass sie im besten Fall mit steinerner Miene einfach weiterfahren, oder im schlimmeren Fall winken/Grimassen schneiden oder uns mitleidige Blicke zuwerfen.
An diesem speziellen Tag hatten wir dann schließlich noch Glück, denn eine Frau aus einem benachbarten Haus sah unsere Verzweiflung und fuhr uns zur Jugendherberge.

Tja, die nächsten Male hatten wir jeweils mehr Glück und mussten selten länger als 10 min warten.... außer, als wir vom Freilichtmuseum Auchindrain wegwollten, wo weder ein Ort, noch eine Busstation sich in der Nähe befinden: Kalt und zugig wars und alle heiligen Zeiten - naja: alle 3 Minuten - ist mal ein Auto gekommen. Aber auch da fanden wir schließlich zwei nette Damen, die uns mitnahmen.

Gelernt haben wir dabei recht viel: Wo man sich am besten hinstellt. Wie man sich am besten hinstellt, etc.....

Einmal standen wir dann mitten in einem Kreisverkehr, der Auffahrt zum Motorway, der nach Manchester ging. Und genau da wollten wir auch hin.
Voller Euphorie, da wir an jenem Tag schon 2x das Glück gehabt hatten, mitgenommen zu werden, beschlossen wir, dass uns der Zug (24 Pfund) wieder mal zu teuer sei, und dass wir einfach versuchen würden, per Autostopp nach Manchester zu kommen.
[Anm.: Von Windermere im Lakedistrict nach Manchester sind es ca. 150 km.]
Wer hätte es gedacht: Nach nicht mal 5 Minuten blieb ein Mann mit einem Van neben uns stehen und bot uns an, uns bis fast nach Manchester zu fahren. Wunderbar!

Dort schwor ich mir dann, dass ich den ersten Stopper, der mir über den Weg läuft, mitnehmen werde.


Lustigerweise geschah es dann 2 Wochen später, als ich gerade von Carnuntum unterwegs war nach Hause, dass in irgendeinem am Weg liegenden Kaff jemand mitgenommen werden wollte.
Er sah ein bisschen versandelt aus, woraufhin ich weiterfuhr.

Dann fiel mir mein Schwur ein.

Als nächstes schalt ich mich, dass ich wohl nicht so nach dem Äußeren urteilen könne.

Und dann fiel mir der Österreichplan ein, den der Mann unter dem Arm gehabt hatte.

--> Sandler haben keinen Österreichplan.

Nun war ich also schon ca 150m weitergefahren, als ich im Rückspiegel sah, dass auch die nachkommenden Autos - was dort eh eine seltenheit ist - nicht stehenblieben und tat dieses dann meinerseits.

Der Mann lief herbei, bedankte sich recht herzlich dafür, dass ich stehengeblieben war und fragte dann, ob ich wohl nach Angern fahre. Er müsse zum Zug.
Ich negierte, bot ihm aber an, ihn nach Gänserndorf mitzunehmen. Von dort führe schließlich derselbe Zug.
Er willigte ein und stieg ins Auto.
Ich fuhr los und er erklärte mir, dass er und sein Freund mit dem Auto nach Rabensburg (im Norden des Weinviertels) gefahren seien und von dort mit dem Boot die March hinunter.
Nun müsse er nach Rabensburg, das Auto holen.

Da sah ich den Wegweiser nach Angern, und da ich sowieso Zeit hatte, schlug ich vor: "Wissen's was, ich führ sie nach Angern. Das ist eh kein arger Umweg für mich."
Der Mann bedankte sich und erzählte mir noch allerlei Dinge.

In Angern dann angekommen, meinte er plötzlich: "Sagen S', würden S' mich auch bis Rabensburg führen? Ich würd ihnen den Sprit zahlen. Und noch ein bisserl mehr."
Ich fand's lustig, und da mir der Mann ohnehin sympathisch war und ich gerne mit ihm tratschte, willigte ich ein.
"Wieviel wollen S' denn dafür?", fragt er.
Ich zucke mit den Schultern. "Keine Ahnung... Wieviel wollen S' mir denn geben?"
Er überlegt kurz. "15 Euro?"
Finde ich gut. "Ok."
Um mir zu beweisen, dass er mich nicht um das Geld prellen will, bietet er mir an, es mir gleich zu geben, was ich abschlage, da ich während des Fahrens das Geld wohl schwer nehmen kann.

Naja, so sind wir halt gefahren und haben uns recht gut unterhalten.

In Rabensburg hab ich ihn beim Bahnhof abgesetzt. Er hat mir dann sogar 20 Euro gegeben: "Weil S' so nett waren."

Lukrative Sache, das. :)

Jaja, beim Autostoppen und gestoppt werden lernt man die nettesten und interessantesten Leute kennen!

Wednesday, July 18, 2007

tropf-tropf-tropf

Etwas überflüssig gestaltet sich dieser Beitrag, denn es kann wohl an kaum jemandem vorbeigegangen sein, dass es UNERTRÄGLICH grausig furchtbar heiß ist. (Obwohl verlockend ergehe ich mich jetzt nicht in einer Auflistung von weniger schönen Dingen, die diese Hitze - v.a. in Wien - mit sich bringt...)

Ja, und Gänserndorf hat sich boshafterweise mit dem Sommer verbündet: Normalerweise ist es hier immer ordentlich zugig - jetzt weht nicht mal ein leichter Hauch.....

Da freut es mich doch, wenn meine Schwester mir verkündet, dass es in Aberdeen sagenhafte 13 (in Worten: dreizehn) Grade nach der Celsius Skala hat!

Oh wie schön!!!

Wednesday, July 11, 2007

Ode an die Menschlichkeit

Gut, da ich mich jetzt nicht direkt als eine dichterisch begabte Person ansehe, belasse ich es bei dem klangvollen Titel und schreibe dennoch Prosa.

Da man sich ja, wenn man ein bisschen (zu) viel nachdenkt, permanent über echt so ziemlich die meisten menschlichen Wesenszüge (Habgier, Intoleranz, Irrationalismus.....) aufregen kann freut es einen umso mehr, wenn man mal wieder neue Bekanntschaft schließt mit so richtig netten, herzlichen und durch und durch vernünftigen Menschen! (nicht dass ich derer soo wenige kenne..)

Die Sprache ist diesmal von den Eltern einer Schulfreundin meiner Schwester.
Nachdem wir uns gestern mit selbiger getroffen und einen sehr netten Tag verbracht haben, bot ich ihr an, sie nach Hause zu fahren, da die ÖBB manche Regionen relativ unregelmäßig befahren.

Dort wurden Lisa und ich dann gleich hereingebeten und bekamen leckeres Sri Lankesisches Essen vorgesetzt und wurden angehalten uns doch bitte wie zu Hause zu fühlen. Es folgten unglaublich nette Gespräche und weitere Essenseinladungen, so dass ich mir echt schon schlecht, nichtsnutzig und unverdienend vorkam.

Als Lisa und ich dann nach Hause aufbrachen, gab uns Shereenas Mama noch ein riesiges Sackerl mit allerlei Arten von Chutney, Kokosnussessig, Curry etc. mit - sie habe ja so viel!
Außerdem sollen wir anrufen, ob wir gut nach Hause gekommen seien - es ist sooo rührend!

Ich war von diesem Abend einfach überwältigt! Viel mehr ist dazu nicht zu sagen. Es hat mich umgehauen und ich kann das nicht entsprechend in Worte packen - dieser klägliche Versuch hier soll ein ungefähres Verständnis davon erzeugen.

Monday, July 02, 2007

Die Annehmlichkeit einer Siphon-Flasche

Des Samstags fand das heurige Sommersemester sein Ende und Studenten der klassischen Philologie pflegen sich an einem Tag wie diesem gemeinsam an einem Ort einzufinden, der sowohl Essen als auch Getränke bereitstellt (hier: Heuriger) und dort sich gemeinsam niederzubechern - weil sie dann ja die nächsten drei Monate keine Zeit für derartige Späße haben werden.

Nun denn, so war's. Man begab sich zum Heurigen -- einem Wiener Heurigen, muss man wohl dazusagen -- und bestellte dort einmal Getränke. (Das Essen war selber zu holen).
Die Bestellung lautete: 1 Liter Wein + 1 Liter Wasser.

Tja. Die Betreiber des Heurigen halten sich wohl für besonders kreativ, da sie das Wasser in "bis zu 60 Jahre alten Siphonflaschen" servieren, die nach dem Prinzip eines Brunnens funktionieren (sollten): Man pumpt an einem Minihebel und hofft, dass die Flasche daraufhin Wasser freigibt.
Leider hat diese sich die meiste Zeit geweigert.
Irgendwie hat man sich dann doch etwa 3/4 des Inhalts bemächtigen können - der Rest jedoch wollte nicht heraus.
Also musste eine neue Flasche her, die sich anfangs durchaus als kooperativ erwies. Anfangs. Auch sie wollte den letzten Viertelliter einbehalten. Versuche, die Flasche mit Gewalt (=aufschrauben) ihres Inhalts zu berauben scheiterten kläglich.
Man wandte sich an den ach-so-freundlichen-und-lustigen Kellner und schilderte ihm das Problem woraufhin er uns aufklärte, dass die Flaschen schon in dieser Art geliefert würden und diese nicht aufzukriegen seien und dass außerdem einkalkuliert sei, dass ein Rest drinbliebe, weshalb diese Flaschen in der Karte mit 0,75l Inhalts beschrieben seien. Aber, sprach er weiter, man hätte ja auch einfach 1l Wasser bestellen können (ach nein!) und dieses dann in einer Karaffe erhalten -- kostet, by the way, genausoviel. Na das hat uns dann alle sehr beruhigt, v.a. da ja ursprünglich 1l bestellt worden war....
Unseren Unmut hatten taten wir kund - oder eher die anderen, denn ich war daran nicht so beteiligt (kaufte ich mir doch lieber 2 Gläser Traubensaft und günstige €6,60) - woraufhin der Kellner meinte: Naja, man zahlt zwar genausoviel, aber dafür hat man die Annehmlichkeit einer Siphonflasche!
A benefit indeed!!

Friday, June 22, 2007

Temperatures go up and so does Temper

Heiß ist es. Sehr, sehr heiß. Man duscht, fühlt sich frisch, tritt auf die Straße und - juhuu - nach nicht einmal fünf Minuten sind die patschnassen Haare trocken und man selber beginnt bereits wieder zu schwitzen... wäh.

Ich mag Sommer in Wien also nur bedingt. Und bin dabei scheinbar nicht die Einzige.

Eine Fülle an Leuten, die schon beinahe die Kapazitäten der Bim übersteigt, quetscht sich in die selbige. Alle schwitzen sie, alle stehen wie die Sardinen eng nebeneinander, alle sind sie super-gut drauf. Die Bim fährt, bleibt stehen, lässt Leute aussteigen, fährt weiter, bleibt stehen, lässt Leute aussteigen, schließt (zumindest die vorderen) Türen und bleibt stehen.
Kaum zwei Minuten sind verstrichen, schon beginnt ein Herr etwas fortgeschritteneren Alters auf gut österreichisch herumzuraunzen (man muss sich dabei einen Wiener Akzent vorstellen): "Er sitzt drin in seina klimatisiatn Kabin und mocht olle Tian zua - bei dera Hitz! Glaubt er is was-i-wer, da Herr Matscho!" (über den Fahrer).
Ein Grinsen huscht über mein Gesicht und als ich den Kopf hebe, stelle ich fest, dass es auch anderen so geht -- es gibt doch noch ein paar Leute, die zwischen notwendig und lächerlich noch unterscheiden können....
Kurz darauf ertönt vom Fahrer via Lautsprecher ein denkbar unmotiviertes und seeehhhr unfreundliches: "Türn freimachn!" Und schon fuhr sie weiter, die Bim.
Ich war froh, bald wieder aussteigen zu können.

Ja, aber nicht nur in der Bim sind die Leute etwas überspannt: Auf der Straße ist es nicht wesentlich besser: Am Gürtel - wie immer stark befahren - fährt ein Polizeiauto und signalisiert durch Blaulicht und Martinshorn sehr deutlich, dass es dabei gerne nicht behindert würde.
Scheinbar sind die Wiener Autofahrer schon etwas abgestumpft gegen derartige Warnsignale - sie nehmen sie teilweise nicht mehr wahr.
Und so biegt aus einer Seitenstraße eine junge Dame in einem Van heraus, blickt (sinnvollerweise!) nur in Richtung der Einbahn und nicht entgegen dieser. Das Polizeiauto naht vorsichtig, aber konstant - weiterhin seinen hübschen Gesang von sich gebend.
Die Frau fährt vorsichtig, aber konstant, aus ihrer Nebengasse heraus....
DITSCH - tangieren sie einander schon - der linke Scheinwerfer des Polizeiwagens wirddadurch sichtbar in Mitleidenschaft gezogen. Die Polizeibeamten schalten - sichtlich genervt - das lästige Horn ab.
Dann ist meine Straßenbahn (die anachronistischerweise vorher erwähnte) gekommen und ich konnte das Geschehen nicht weiter verfolgen.

Wenn ich so etwas erlebe, dann mag ich nur mehr raus aus der Stadt. Weit, weit weg in irgendeine Provinz, wo es keinen Platzmangel und kein großes Verkehrsaufkommen gibt!