Hallo an alle, die sich irgendwie auf diese Seite verirrt haben. Dies ist eine Halde persönlicher Anekdoten, Reiseberichte und sonstigen Allerleis, angelegt, als ich zu studieren begonnen habe. Leider habe ich diese Gedankenlagerstätte schon lange nicht mehr regelmäßig neu befüllt - es ergibt sich manchmal schlecht - doch vielleicht ergibt es sich jetzt wieder öfter.
Monday, August 03, 2009
'ey mate - ya 'right?
Aber um konkret zu werden: Man grüßt heutzutage in hierzulande offenbar nicht mehr lediglich mit hey, hello, hi oder ähnlichem, sondern fügt dem ein What's up? oder Are you allright? (In gekürzter Form: Ya 'right?) bei. Und während dieses fragende Element immer mehr in den Vordergrund zu drängen scheint, wird das anfängliche Grußwort meist gleich ganz weggelassen.
Wie reagiert man nun adequat auf sowas? Beantwortet man die Frage? Wiederholt man sie? Grinst man dämlich? Nickt man einfach nur? Keine Ahnung... nach wie vor nicht...
Ich habe verschiedenes probiert: Mal einen Zustandsbericht in 3 Wörtern gegeben. Mal gegengefragt. Mal nur gelächelt. ... Funktioniert alles. Dennoch ist mir nicht ganz bewusst, was diese komische Art zu grüßen für ein Ziel verfolgt: Als Konversationsstarter hat sie meiner Meinung nach durchaus Daseinsberechtigung. Aber wozu jemandem eine Frage stellen und dann weitergehen? Da wär ein nettes hello (o.ä.) doch besser geeignet, oder?
Auf die Spitze getrieben hat das dann ein Mann, der mir bei einem Spaziergang über the Common begegnet ist und den ich noch nie zuvor gesehen hatte. Freundlich, wie es sich für members of staff gehört, grüße ich mit einem freudigen "Hello!" in meiner besten Arbeitsstimme. Und was krieg ich von dieser fremden Person, die sich an mir vorbeibewegt, zurück?
'TSUPYARIGHT.
Hallo? Kennen wir einander? Kannst du eine Frage bitte auch als Frage intonieren, wenn du schon diese Art von Gruß wählst? Interessierst du dich in auch nur irgendeiner Form für mich?
Um es kurz zu sagen: WAS SOLL DAS?
Trotz langer Feldstudien und Beobachtungsversuche gelang es mir nicht, zu erschließen, welche Vorteile eine derartige Salutation gegenüber der traditionellen hat und welchem Zweck sie dient. Ich hab mich daher entschieden, diese Form von British- oder Whateverness nicht anzunehmen und den Standardgrußformeln treu zu bleiben: Drückt doch aus, was ihr sagen wollt! Affektiertes Interesse ist ein bisschen off-putting! Jawohl!
Thursday, July 30, 2009
Eltern- und Pubbesuche
Genauso hat das auch funktioniert, mit dezentem Unwohlsein meiner Person: Am Vorabend war Beachparty. Die erste, seit ich hier bin. Obwohl ich eigentlich nicht in der Stimmung dafür war, habe ich mich natürlich trotzdem dazu überreden lassen und böserweise hat Zuzi am frühen Abend vorgeschlagen ins Pub (i.e. Mermaid Tavern) zu gehen... Hui, die Leute hier sind ein Wahnsinn - mit doppelter Trinkgeschwindigkeit zu mir haben sie mich recht schnell abgehängt (Ich habe mich auch nicht wirklich bemüht mitzuhalten, muss man dazusagen.), aber dennoch ist mir der Cider (Roquettes - wird auf GY hergestellt) dann recht bald zu Kopf gestiegen. Nach dem kunstvollen Anfertigen meiner ersten roll-up (ich wollt das immer schon probieren!) sind wir gemeinsam mit dem Küchen- und TDH-Personal zum Strand gezogen, von wo ich mich wegen Einsetzens von Nieselregen und Aussetzens der Musikanlage sehr bald wieder absentiert habe und im Dunklen - meine Taschenlampe hat immer noch keine neuen Batterien - über die Inselpfade heimgestapft bin.
Am nächsten Tag bin ich ziemlich "übergehangen" und die Vorfreude auf das Treffen mit meinen Eltern war eher eine gedämpfte - v.a. da ich dazu erst eine halbstündige Fahrt auf einer schwankenden Fähre anzutreten hatte...
Besagte Bootsfahrt und das zweistündige Wandern auf schönsten Klippenwegen waren ein eher geringerer Genuss, aber das Gute an Hang-overs ist, dass sie von alleine recht bald wieder vergehen. Nach einem Vormittag des Leidens und dem Genuss von über einem Liter Wasser war ich wieder so weit hergestellt und konnte die restliche Zeit genießen.
Meine Eltern waren so lieb, mir für eine Nacht ein Zimmer in ihrem Gästehaus zu bezahlen (Mein eigenes, sauberes Bad!!!), welche ich dann aus eigenen Mitteln auf zwei ausdehnte. Somit verbrachte ich volle 2 Tage und Nächte auf der Nachbarinsel und es kam mir vor wie eine Woche Urlaub: Ein bisschen Sightseeing (jetzt hab ich bald alles gesehen, das es zu sehen gibt), ein bisschen Shopping und sonst gemütliches Herumsitzen und Tratschen. So richtig schön entspannend.
Jetzt macht auch das Arbeiten gleich wieder mehr Spaß und, he!, der Juli ist auch schon wieder um!
Friday, July 24, 2009
Lazy Days on(/in) The Ship
If the day continues to be sunny, we brace ourselves against a rush of hungry pirates and are then busy trying to satisfy them with fish&chips, seafood, sandwiches etc. and clearing up the bloody mess afterwards and scrubbing the deck till it is shiny once again.
If, however, we are sailing into stormy waters and heaven sends us water from above we do a lot of weaponry polishing as well, followed by maintainance work: We rub all the lanterns and other brass decoration with skin-irritating Brasso, we sweep the deck (and hoover the restaurant, with faithful Henry - Henry the Hoover), we break our backs dragging barrels of gunpowder (i.e. kegs of beer and cider) below deck and we fold napkins (sorry, I couldn't think up something funny for that).
When despite auspicious heavens The Ship happens not to be entered by hoards of pirates, our Captain - out of boredom - sometimes makes the difficult choice of choosing people to walk the plank. The ones he chooses may desert ship early. Sometimes we are forced to play Russian roulette, to reach a decision - which means a coin gets flicked or we play a cruel game of paper-scissors-stone. The latter is most of the time deadly for me - our barman Jordan tends to win every time, but I've worked out his technique and last time beat him. Ha!
Having left the Ship behind and got rid of our pirate's attire (black blouse, black skirt, black tights, black shoes, raspberry coloured apron) we usually head for one of the beaches immediately to enjoy the few hours of sunshine we can get. Sometimes we nip to the Mermaid Tavern first to get ice cream or some other kind of snack that gets us round till staff tea (i.e. dinner) at 5 o'clock ... but that is a different story that I might or might not elaborate on...
Sunday, July 19, 2009
Island Impressions
Veronika and Zuzi taking an evening walk over the island's plain.
Fisherman's Beach at sunset.
Some boats in the harbour at sunset. Tide is high - otherwise the boats wouldn't float on the water but lie on dry sand: Tide differs by 10 metres or more on Herm island and at low tide you can walk to that little island to the right.
A popular way of selling tomatoes, flowers, cucumbers and other agricultural produce on Guernsey. (The sign to the right says "Would the person that always pays 50p for tomatoes please pay the balance or stay away!")I even saw people trying to sell their children's old toys this way...
The contents of my apron or "Things a waitress better had on her at all times":- Tissues: for runny noses, spilt liquids, hiding food,....
- Key for the till
- Pad and pen: for taking down orders, random sketching,...
- Hair clips: after 10 hours of work your hair is usually not as you had meant it to be 10 hours before (especially on a windy day)
- Labello: lips get dry with a lot of talking and only little to drink. (It's easy to forget thirst when working and I'm drinking much less than at home.)
- Herm Island Chocolate Mint Wrapper (with or without chocolate within): The Chocolate comes with the coffee we serve at Captain's Table and some people just don't eat theirs, so they end up in waitresses' aprons.
- Key for my room: No 9 in Sark block, a very shabby shack whose outer walls of corrugated iron have been painted white this year to make it look decent. The interiour is not that beautiful, though: The corridor is littered with beer cans...I spare you pics of that...
- 70p emergency cash: for days when I'm so tired that I have to dope myself with coke from the vending machine in the cantine
- Corkscrew: for opening wine bottles, opening letters etc.
The only thing I still miss is a lighter: This will change tomorrow. I need it because I've turned heavy smoker. All that stress everyday. Annoying customers.... No, in fact I need it to light candles at Captain's Table: for a romantic atmosphere in the restaurant.
North Beach: The most beautiful and secluded of Herm's beaches: You'll never find people there because it's rather difficult to reach and always windy.Ina and I took a walk today and left our footprints on the otherwise untouched beach.
On the way to said beach: Shortcut over the rocks.Next we are going to explore Herm's caves and tunnel systems. But I'll have to get some batteries for my torch first...
Tuesday, July 14, 2009
Food issues - No. 3: Kid's High Tea
Wenn die Anzahl der essenden (oder zumindest erscheinenden) Kinder <10, 4 (pm) die Speisen (1-3 Gänge) vorbestellen. Bei einer Teilnehmerzahl >10 gibt's Buffet.
An sich mag ich das ganz gern, denn es ist 1 Stunde Stress und dann ist's vorbei.
Das ist der Idealfall.
Gestern war anders:
4:30
Ich gehe zur Rezeption und bekomme von Nicole die Vorbestellung eines Zimmers (2 Kinder) und die Information, dass spontan sich noch ein weiteres Zimmer entschieden hat, dass die Kinder was essen sollen. Die Vorbestellung würde ich erhalten, sobald sie wissen, was sie essen wollen.
5:00
Das zweite Zimmer hat endlich auch entschieden was die Kinder essen wollen, zum Glück nur je 1 Gang. Kris, der beauftragte Koch, ist alles andere als glücklich darüber, dass er spontan noch 2 Hauptgänge kochen muss.
5:10
2 Familien mit gesamt 4 Kindern kommen rein und wollen auch was. (Die Kinder voll fertig vom vielen Spielen draußen, die Eltern auch nimma ganz frisch.) Ich frage ob sie vorbestellt haben, woraufhin einer der Väter verneint. Die Begründung ist, dass er am Vortag vorbestellt und das falsche Essen bekommen habe, also dachte er sich, er komme einfach her, ohne vorzubestellen. Gute Idee! Machen wir das doch alle so! Ich informiere höflich, dass normalerweise vorbestellt werden muss, verspreche aber zu schaun, was ich tun kann und eile zur Rezeption, wo Nic mich anweist den Vater nochmal zu erinnern, dass er bis 4 vorzubestellen hat und dann Kris in der Küche zu fragen ob er ihnen was kochen könne.
5:20
Kris weigert sich, Essen für den Mann (oder eher seine Kinder) zuzubereiten, weil er schon von den anderen Nachzüglern leicht angepisst ist.
5:25
Der Mann will auf diese Nachricht hin (verständlicherweise) den Manager sprechen, der mir zufällig auch gerade über den Weg läuft. Natürlich wird ihm nun die freie Wahl über die Speisen für seine Kinder überlassen. Dauert ewig, bis er sich entschieden hat und er hat zusätzlich noch Extrawünsche.
Dann regt er sich auf, dass es kein Buffet gibt - im vorigen Jahr habe es das gegeben und da sei die Auswahl an Speisen natürlich größer gewesen. Ich erkläre ihm höflich, dass ein Buffet nur Sinn macht, wenn man eine gewisse Anzahl an (vorangemeldeten!) Kindern zu verköstigen hat und versichere ihm noch etliche Male, dass ich ihn sehr gut verstehen kann und dass es mir recht Leid tut, dass es diesmal leider anders ist. Er scheint dennoch nicht darüber hinwegzukommen, dass seine Kinder sich mit anderen Speisen abfinden müssen.... tja, Pech.
5:30
Kris ist angepisst. Ich bin angepisst. Alles hat sich um eine halbe Stunde verzögert. Aber wir tun unser Bestes und ich lasse mir meine miese Stimmung nicht anmerken. Meine Fassade rutscht nur einmal, als eine Frau einen Hochstuhl für ihr Kleinkind verlangt. Diese Tatsache ist ja nicht weiter schlimm, aber die Hochstühle sind so konzipiert, dass auf dem Tischchen noch ein Tablett angebracht werden kann, dass abnehmbar und so recht gut waschbar ist. Besagtes Kleinkind ist aber ein Gfrast und wirft das Tablett mehrmals zu Boden. Die Mutter bemüht sich nicht weiter um das Tablett, sondern nimmt den Shrimpssalat (mit viel Soße) und löffelt das Zeug direkt auf das Tischchen. Ich traue meinen Augen nicht und verliere die Beherrschung über meine Gesichtsmuskeln: Mein Lächeln fällt - ich starre die Frau entgeistert an. Man kann doch das Kind auch von einem Teller füttern, oder? Vor allem, wenn man das Kind eh füttert und es nicht selber isst. Sie sieht meinen Blick und verspricht, das Tischchen dann zu putzen. Ich setze meine Maske wieder auf, lächle, danke ihr und verdrück mich in die Küche und meine Wangenmuskulatur zu entspannen.
Der Rest läuft nach Plan, aber mit meiner guten Stimmung ist es leider schon vorbei:
Wegen dieser ganzen spontanen walk-ins und der Tatsache, dass besagtes rebellisches Kleinkind und seine Schwester beide 3 (!!!!) Gänge essen (versuchen -- ich mein', ein Erwachsener schafft 3 Gänge, aber 2 kleine Kinder?! Die haben dann nur mehr mit dem Essen herumgespielt und die Eltern sind daneben gesessen und haben zugesehen... sorry, Detour..) dauert die 1 Stunden Geschichte ganze 100 Minuten.
Mein vorher schon hergerichtetes Abendessen ist durch's Warmhalten natürlich komplett ausgedörrt, als ich dann um 3/4 7 endlich damit am Kantinensofa niedersinke und diese Eltern haben mir derart viel Energie abverlangt, dass ich dann noch einen Inselrundlauf gebraucht habe, um wieder normal zu werden.
Letztes Jahr habe ich mich öfter freiwillig für KHT - heuer wohl eher nicht...
Sunday, July 12, 2009
Food issues - No. 2: lunch
Lunch is different. The weird and slightly disturbing aspect is that we get lunch from 11 to 12 a.m.. It therefore pretty much coincides with breakfast (not in my case anyway because I'm still trying not to mess up my biorhythm completely. So far I managed to get up at 7:30 every day, despite late nights.).
Lunch is always light because we only get cold things like different kinds of salad and, if we are lucky, fruit. Sometimes we also get the remains of last day's dinner, slightly modified (e.g. incredibly delicious pasta, turned into a salad by adding loads of mayonaise...yuck!). The not too lazy ones among us make themselves toast, but I can't be bothered this year. Takes up too much time and I don't like toast that much. Salad and fruit is enough. A big plate of salad and fruit.
The main trouble with lunch is that if you're not there at 11 sharp (or 5 minutes earlier) you won't get any of the good things. Melons are usually gone by 10 past 11 and if you're lucky you can scrape together the last few slices of orange. But I don't mind that much because I'm usually not that hungry by then.
What we offer to our customers is a different kind of lunch and after a week I can tell you that this year's favourites are the "Prawn and Crab open" - just prawn and crab piled high on 2 slices of brown "bread" (there is, of course, no such thing as proper bread on the Channel Islands - they're still part of the UK...) with lots of cocktail sauce - and the all-time best-seller Fish&Chips. The Bailiwick Moules (Mussels, served with Garlic Bread) rank very high as well and Sandwiches of all kinds (served with crisps, for whatever reason) are again devoured in large numbers.
After that most people still feel hungry and order ice creams, like Death by Chocolate or Banoffee Pie (for which they are hated by the pastry chefs: Making ice creams is the least liked job in the kitchen, besides polishing plates and cutlery, but that is the waitresses' (i.e. our) affair). People who don't like ice cream can choose between Choc Fudge Cake, Cheese Cake or Tart au Citron. These, also, don't make our pastry chefs happy. Lazy lot!
Sunday lunch is different, though, because then the carvery is switched on and manned and people can help themselves to the typical Sunday roast. We like that because then we don't have to run food all the time - we only clear the tables from plates with the gravy-pools, left-over yorkshire puddings and soaked napkins afterwards. Yum!
Monday, July 06, 2009
Food issues - No. 1: Breakfast
Hier auf der Insel ist das ein dezent problematisches Thema: Man schält sich nach zu wenigen Stunden Schlaf aus dem Matratzental, zieht sich irgendetwas an und schlurft in die Kantine. (Für das Schlurfen sind eher die Flip Flops als die Müdigkeit verantwortlich, aber zweitere trägt natürlich dazu bei.)
Mein erstes Bestreben in der Früh ist ein Häferl starken englischen Schwarztees zu trinken und dabei stoße ich auch schon auf das erste Problem: Keine Häferl weit und breit. Ich pirsche durch die Küche und spähe in jede Ecke, bleibe aber erfolglos. Schlussendlich, als ich schon frustriert aufgeben will, bietet man mir ersatzweise eine lächerliche Kaffeetasse an, die es mir unmöglich macht, auf meinen täglichen Teeverbrauch zu kommen.
Ich setze die schnucklige kleine Tasse auf einem der Tische ab und stelle gleich darauf überrascht fest, dass einem als member of staff tatsächlich ein full English breakfast zusteht (komplett mit baked beans, Schwammerln, Ei, Speck...), entscheide mich aber dann der Einfachheit und des mangelnden Hungers halber für eine Schüssel Cornflakes (other cereal not available) mit Milch.
Einfach? Denkste!
Ich hätte English Breakfast nehmen sollen, denn einen Teller aufzutreiben wäre kein Problem gewesen. Eine Müslischüssel hingegen... whew!... unmöglich. Generell Schüsseln, Terrinen etc. aller Arten und Größen dürften gut versteckt sein und ich weigere mich hier, Ramekins - davon gibt es Hunderte - in die Kategorie "brauchbare Schüsseln" aufzunehmen. Schlussendlich schafft es der nette junge Kitchenporter, den ich vorher schon wegen eines Häferls genervt habe, mir eine normale Schüssel aufzutreiben. Inklusive Löffel.
Annähernd zufrieden fülle ich sie mit Cornflakes und Milch und suche meinen einstweilen ausgekühlten Tee und während ich meine homöopathische Dosis dieses belebenden Gebräus nippe, stelle ich im Geiste eine Liste an Luxusgütern zusammen, die ich bei meinem nächsten Besuch auf der "großen" Insel (i.e. Guernsey) erwerben werde und die mir in Zukunft das Inselleben und vor allem die morgendliche Nahrungssuche erleichtern werden: ein Teehäferl, eine Müslischüssel und am besten noch einen Löffel!
Sunday, July 05, 2009
Initial Rough Draft
(Erheitert hat mich eine Anzeige im Flugmagazin von Flybe: Shewee - offenbar so eine Art Minikatheder, der Frauen ermöglicht im Stehen und in voller Kleidung zu pinkeln. Darauf hat die Welt nur gewartet!! Wollten wir nicht schon immer wie Männer pinkeln können? Tja, Shewee macht's möglich... )
Gut, aber nach dieser kurzen Detour weiter zum eigentlichen und wichtigen Geschehen:
Gleich am Flughafen wurde ich von Ina empfangen, die nur einen Tag vor mir angekommen ist und mich auf der Fahrt zur Insel gleich mal auf alle wichtigen Neuigkeiten und Änderungen vorbereitet hat. Damit bin ich auch schon nicht mehr ganz allein und blicke voller Neugier dem Abend entgegen.
Die Fähre zu verlassen und die Insel zu betreten war ein eigenartiges Gefühl, denn ich hatte nicht den Eindruck, lange weggewesen zu sein. Oder überhaupt weggewesen zu sein.
Argerweise erwartet man aber irgendwie auch genau die gleichen Leute dort und es ist schon ein bisschen irritierend, an der Rezeption gleich von lauter Leuten begrüßt zu werden, die man nicht kennt. Ebendort wurde auch eine Hoffnung zerstört, welche ich mich die ganze Zeit bemüht hatte zu unterdrücken: Die Hoffnung auf ein schöneres, helleres und vor allem größeres Zimmer. But no such luck. Die neue Assistentin des neuen Managers war so nett, mich in die altvertraute Baracke zu geleiten, wo mich gleich an der Schwelle halb der Schlagf getroffen hat: Letztes Jahr war's da drin schon nicht schön, aber heuer schert sich offenbar gar niemand darum, dass das Ding auch bewohnbar sein sollte. Es ist so, als käme man nach Hause und stellte fest, dass lauter unbekannte Leute während der Abwesenheit in der eigenen Wohnung Party gefeiert haben. Ohne aufzuräumen, natürlich. *seufz*
Aber gut, ignorieren wir das dezent und wagen wir uns in's "neue" Zimmer - gleich gegenüber vom alten: Der Boden angesankert mit irgendwelchem Dreck, der Teppich so, dass man seine Füße unbeschuht damit nicht in Kontakt bringen will und die Matratze durchgelegen und gut gefedert. Autsch.
Kleiner Bonus: Der Vorhang geht dieses Jahr sogar zuziehen und die Bäder sind in diesem Block interessanterweise wieder mal tragbarer als sonstwo.
Ich habe jetzt mal eine neue Matratze beantragt, denn auch das nächtliche Umdrehen selbiger und die Versuche dem Tal in der Mitte mit einem Handtuch an Tiefe zu nehmen, haben nichts an der (Un)bequemlichkeit geändert. Aber eine neue Matratze wurde mir versprochen und ich werde weder rasten noch ruhen, bis man meinen Wünschen nachgekommen ist!!
Aber kommen wir zu positiveren Dingen: Es ist einfach schön, wenn man aus der Baracke tritt und von den Leuten, an deren Gesichter man das Jahr über öfter mal gedacht hat, mit herzlichen Umarmungen begrüßt wird. Wenn man sich den Arbeitsplan der kommenden Woche ansieht und statt dem eigenen, durchgestrichenen Namen ein liebevoll handgekritzeltes Hammertime! den für mich gültigen Abschnitt selbigen Plans ziert. Schön, zurück zu sein.
Das Abartigste ist aber, dass man anstatt der vertrauten Gesichter und Stimmen in der Küche mit komplett Unbekannten konfrontiert ist, die einen alle nicht kennen, und dass man eigentlich nur darauf wartet, dass die gewohnten Leute doch auf einmal auftauchen und ihre "rechtmäßigen" Plätze einnehmen. Vermutlich werde ich mich auch an deren Abwesenheit noch gewöhnen, aber wie gesagt - komisch ist es schon.
Netterweise habe ich den heutigen Sonntag gleich einmal frei bekommen und dazu genützt, die Insel zu umrunden und mich wieder ein bisschen einzufühlen. Nach einem klischeehaften Sunday Roast (google it!) in meiner alten/neuen Arbeitsstätte, haben Ina und ich den wunderschönen, warmen, sonnigen Nachmittag damit verbracht, in den Sand der wunderschönen Belvoir Bay Mulden zu liegen und zu hoffen, dass wir vielleicht doch noch braun werden. Das klare, blaue Wasser lädt zwar zum Baden ein, aber seine Temperatur lässt nicht zu, dass man weiter als bis zum Knie hineingeht. Gut, es ist ja erst Anfang Juli - ich habe Hoffnungen!
Morgen geht's dann an die Arbeit und die Vorfreude darauf überwiegt eigentlich die Nervosität, denn Arbeit bringt mich mit den bislang unbekannten Leuten zusammen und reißt mich aus meiner derzeitigen Noch-Isolation wieder heraus und ich spekuliere darauf, dass ich mich in einer Woche wieder komplett eingelebt habe.
Fortsetzung folgt.... (in besserem Stil, aber heute bin ich noch zu müde.)
Wednesday, July 01, 2009
Praefatio narratiuncularum vitae insulanae
Endlich Zeit, sich auf den Sommer ordentlich vorzubereiten. Die Uniangelegenheiten liegen (trotz furchtbarer Schwüle) auf Eis, die Wohnung ist geputzt und bereit zurückgelassen zu werden und der Koffer zur Hälfte gepackt (nun ja, er ist schon ziemlich voll und ich werde die Sache wohl nochmal überdenken müssen).
Weiters habe ich mich heuer sogar dazu durchgerungen, mir einen internationalen Studentenausweis erstellen lassen (da meiner offiziell nicht gilt, weil mir die Uni verabsäumt hat mir das aktuelle Pickerl zukommen zu lassen) und trotz des abschreckend hohen Preises eine Reiseversicherung abzuschließen (Sie sind unter 29?)... so gut ausgerüstet war ich noch vor keiner Reise, aber man wird alt und paranoid und damit viel vorausschauender... *räusper*
Jetzt bleiben mir noch 2 1/2 Tage, um alle restlichen Sachen die mir noch einfallen zu erledigen, bevor es am Samstag um 6 Uhr morgens hoch hinaus geht. Um mir die Zeit während ich vom Startpunkt zum Ziel befördert werde (3 Flüge + Fähre) zu vertreiben, habe ich mir ein Herz gefasst und mir der entspannten Unterhaltung halber Twilight zugelegt. (Kurz habe ich mit dem Gedanken gespielt, dem Ding einen Einband mit der Aufschrift Shakespeares gesammelte Werke zu verpassen, aber ich werde nun wohl doch nicht so feig sein und zu der seichten Lektüre stehen.)
Also materiell bin ich vorbereitet, aber im Geiste wechseln sich schon verschiedene Szenarien ab, denn obwohl ich mir heuer dessen bewusst bin, was mich erwartet, gibt es freilich trotzdem so einige Unschärfen und die machen mich dezent nervös.
Ich bin sehr sehr neugierig, was mich in den nächsten 10 Wochen erwartet, welche Leute ich kennenlernen werde und mit welchen Spitznamen ich diesmal bedacht werde und was sich mir für neue kulturelle Abstrusitäten auftun. Und obwohl mich allerliebster Laptop bei diesem Abenteuer wieder nicht begleiten wird, werde ich einen Weg finden, meine Erlebnisse mit euch zu teilen und euch mit Anekdoten des Insulanerdaseins allwöchentlich zu erheitern. (Kommentare und Korrespondenz sind natürlich immer auf's herzlichste willkommen!)

Friday, June 26, 2009
Learning by being there
Vor zwei Tagen war der Tag an dem ich dieses Wissen auch wiederzugeben hatte und da ich das Fach nur als Wahlfach brauche und in der Vorlesung immer anwesend war, dachte ich mir - obwohl ich keine Zeit zum Lernen hatte wird schon irgendwie gehen - und ging trotz großem Mangel an Vorbereitung (d.h. Mitschrift 1.5x durch) hin.
Und es ging irgendwie:
Gleich zu Beginn war eine Landkarte der britischen Inseln wiederzugeben und einige markante Punkte (die 4 jeweiligen Hauptstädte, ein Badeort und eine Industriestadt in Schottland) einzuzeichnen. Die motivierte Studentin greift also zum Bleistift und zeichnet halt irgendwas halbwegs identifizierbares mit gröberen Unschärfen bei den Inneren Hebriden. (Natürlich dürfen die Kanalinseln nicht fehlen.) Ein paar Farbtupfer markieren die gefragten Punkte. Schön.
Ich könnt die Hauptstadtnamen noch unterstreichen. Und die Grenzen bunt schraffieren. Und - - He, es reicht!
Also reiße ich mich zusammen und gehe weiter zu meiner - wie sich herausstellen sollte - Lieblingsfrage:
Name one highland region in Britain and mark its position. Describe it: What does it look like, what associations (literary/cultural/historical/...) do people have with regard to it, what animals/plants can be found?
Naja, dann mal los:
- Scottish Highlands. Immerhin war ich da ja schon.
- Features: Mountaineous (Ben Nevis - highest Peak in UK: 1343m.) Boah, bin ich ein Streber... Wet climate. Wie gesagt, ich war dort schon.
- Associations: Schmerzende Schultern. Wald. Lochs. Gehen, gehen, gehen. Urquart Castle. ... gut, sein wir bissl ernst: tartan, bagpipes, clans, Highland games, Battle of Culloden, Massacre of Glen Coe, Bonnie Prince Charlie, haggis, ich glaub das sollt reichen - es gibt eh nur 2 Punkte für die gesamte Frage.
- Plants: thistle, erm....ja.... und dieses lila Zeug. Wie hat das nochmal geheißen? .. ah!: heather, gorse Was auch immer das ist - es wird immer in einem Atemzug mit heather genannt.
- Animals: puuuuuh. Nessie? :P wohl eher nicht.... hm... woran kann ich mich erinnern? Eigentlich nur an diese: sheep, aber es muss ja noch was geben..... !!: highland cattle irgendwie ist das peinlich, diese Klischees - noch dazu, wo ich dort eigentlich keine derartigen gesehen hab ... aber ich brauch noch was wild lebendes.... mist..... da waren doch keine Tiere, oder? ... oh! *GRINS* ... soll ich wirklich?... ach ist doch egal - immerhin war die Frage nach Tieren in der Gegend, also los: midges die WAREN dort.
Ähnliche Gedankengänge hatte ich bei der gesamten Prüfung und musste relativ oft grinsen aufgrund meiner absurden, auf echten Erlebnissen basierenden Assoziationen. (Aber unten stand explizit: Take examples from your own experience. Also wird's schon passen.)
Für das Essay zum Thema "past in the present" (oder so) hab ich mich dann der Erinnerungen an die Stratfordwoche und die schönen belebten Shakespearehäuser bedient, um auf heritage, marketing etc einzugehen.
Danach bin ich mit einem recht guten Gefühl rausgegangen. Vor allem mit dem Gefühl, dass ich mich auf diese Prüfung nicht durch die 6 Stunden vorher Mitschrift lesen vorbereitet habe, sondern viel mehr mein Wissen von vielen netten und interessanten Erlebnissen im gefragten Land geschöpft habe. Jaja, wir lernen eben doch nicht für's Leben, sondern durch's Leben :-).
Und jetzt wart ich halt voller Spannung auf die Note und hoffe auf's Beste.
Friday, June 05, 2009
How to play the bagpipes
After 4 days of extensive sightseeing with Felix (we covered almost every church in the 1st district, had more traditional food than I usually have in half a year and discussed loads of petty little philosophical and moral questions without much outcome -- I won one, though!!!), he got on his train home to Munich safely and I cycled to the Highlander - a Scottish Pub in Vienna - to celebrate Kati's Birthday.
We had an interesting mixture of drinks - starting off with Strongbow's, then progressing to Whisky, being paid a round of peach schnapps by Tony (the barman) and so on. (Sorry, no complete list available for reasons concerned with reputation.) So we were in a pretty good mood already, when suddenly a whole bunch of kilted men and women marched in and started to play Scottish tunes, accompanied by highland dancing. It was AMAZING!! The pub was filled with sound and nobody could refrain from clapping and stomping their feet to the beat - it was contagious!
After the performance some of the guys walked over to our table (probably because we had clapped and cheered so much) and we found out that they weren't Scottish at all, but belonged to Toronto's police orchestra (one of them showed us his ID to prove it!) Anyways, they are here for some sort of festival (I'm afraid I forgot which one) to play together with the Viennese orchestra. So we were talking about Scotland and Canada and bagpipes and whatnot, when I made the assumption that playing the bagpipes must be really difficult. I was answered by a question:
Wanna try yourself?
What could I say to that! My eyes started to gleam (I suppose): Of course I wanted! I have wanted to do that for many years!!
So David (that was the guy's name) placed the instrument on my shoulder and I was absolutely unable to cope with it: it's impossible to hold that thing properly and keep it where it was: The bass and tenor pipes kept slipping down from my shoulder, thus ripping the chanter from my hands. When the bag wasn't inflated, it was extra difficult to hold. But with Dave's help I eventually managed not to drop it.
I then started blowing up the bag with the mouth-piece: That was easy (apart from the bass and tenor pipes leaving my shoulder again). But squeezing the air out of the bag again was tough! It takes more pressure than I expected to create a sound. And as soon as I managed to get some sort of indistinct sound out of the instrument, the bag was empty again (and the pipes had slipped down my shoulders once more).
Whew! Not easy... Try again.
We all took our turns - to the great amusement of our "teachers".
Now we had tasted blood and wanted more and mustered up some courage and asked one of the girls if she could teach us highland dancing as well. She was very surprised and asked whether we were being serious.
We were and so we got a crash course in this discipline as well and - let me tell you - it's not as easy as it looks: You need a good sense of balance (which you naturally don't have after a couple of drinks), but we did ok.
Our feeble attempts were afterwards honoured by a round of drinks on the Canadians and after some more chatting, laughing and joking the four of us went home - with a wide grin on our faces and "Scotland the Brave" in our heads.
Monday, May 25, 2009
Von Sonnenbränden, Kühen und Cola-Brause-Schleckern
AtterseeSo wie jedes Jahr (ab 3x zählt als Tradition, oder?) hat sich auch heuer ein wanderlustiges kleines Trüppchen zusammengefunden und trotz der Gewittervorhersagen sich an den Attersee gewagt.
Wir sind jedoch nicht in dessen kühle Fluten getaucht; obwohl ich nach dem ersten Aufstieg nichts lieber getan hätte, denn die Sonne war zusätzlich zum rötenden Effekt auch noch schweißtreibend.
den Rücken zugewandt und sind losmarschiert - in die Berge. Im Ort Bach sind wir dann den Bach entlanggetrabt, bis wir auf einen kleinen aber steilen Waldweg gestoßen sind. Diesen haben wir uns hochgekämpft, nur um wieder in der prallen Sonne zu landen - was nicht weiter verwunderlich ist, es war ja schließlich gerade Mittagszeit. Und obwohl diese eigentlich zum Essen eingeladen hätte, wollten wir dieses zumindest so lange rausschieben, bis wir die erste richtige Anhöhe erreicht hatten. Dort wurden wir mit einer weichen Almenwiese, Sonne und einem wunderbaren Ausblick für die ersten paar Besagte Almenwiese war (vermutlich) Teil eines Pilgerwegs - auf der Karte auffällig gekennzeichnet durch massenhaft Kreuze, die uns schon zweifeln ließen, ob die Strecke wirklich ungefährlich sei.
Wir sollten jedoch nie erfahren, was es mit diesem Pfad auf sich hat, denn nach dem Mittagessen waren unsere Sinne offenbar derart abgestumpft und getrübt, dass wir mitten im Wald am Ende unseres "Wegs" (falls man eine Furche voller ca. 1 Jahr alter Baumsprösslinge so nennen kann) anstanden. Nach erfolglosem Konsultieren der beiden Wanderkarten, wurden wir wagemutig und stürzten uns einfach die Böschung hinunter (Die Richtung stimmt, runter ist auch nie schlecht --> wird schon passen.) und trafen dort nach vielen umgestürzten Bäumen auf einen Weg. Zwei nette Nordic Walker (von denen es dort Unmengen gibt) waren so nett uns auf der Karte zu lokalisieren. 
Müde waren wir schon und ziemlich k.o., abend wurde es auch schön langsam und das Wasser ging uns aus: Nach sehr kurzer Rast und Besichtigung der Kirche in Reinlmühl nahmen wir die letzte Bergetappe, den Gmundnerberg, dessen Überquerung uns schlussendlich nach Altmünster bringen sollte. Jedoch nicht ohne am Berg frech in einen Garten einzudringen und die beiden netten, alten, dort sonnenbadenden Herren um Wasser angefleht zu haben. (Antwort: Wollt's a Bier? Miassts as nur sogn!) Mit vollen (Wasser)Flaschen bewegten wir uns weiter und müde und teilramponiert erreichte der Trupp nach einer weiteren Stunde endlich unser Quartier.
Traunsee mit TraunsteinNach dem Abendessen im Ort (der Wirt fragte uns zuerst in welche Schule wir gehen und schenkte uns dann je einen Cola-Schlecker. So einen mit Zitronenbrause drin. Mhhhh. Mann, müssen wir alle jung aussehen!!) ging's ab ins Bett, denn der nächste Tag begann zeitig. (Wahlweise um 6 oder 3/4 7 - je nachdem, ob man vor dem nächsten schweißtreibenden Wandertag noch duschen will).
Unsere Gastgeberin war toll! Zum Frühstück gab's weichgekochtes Ei, Weckerl und Semmeln, Käs und Wurst, Butter und Marmelade, Tee und Kaffee und Saft. (Sie hätte sogar Cola für Michi gebracht - der hat das aber dann doch ausgeschlagen.) Mhhhhhh. Sie hat uns sogar angeboten, dass wir uns doch noch Weckerl mitnehmen mögen und war vollkommen überrascht, dass wir auch für den zweiten Tag genug zu essen mithatten. Offenbar haben wir keinen sehr selbstständigen Eindruck gemacht... Überhaupt konnte sie nicht fassen, wie jemand an einem Tag so weit wandern kann. Aber man kann.
Nach 8 waren wir endgültig wach, und von dem bisschen Nieselregen keinesfalls abgeschreckt pilgerten wir vorerst der Straße entlang, an einer hässlichen, riesengroßen Fabrik vorbei, in den Nachbarort um von dort den nächsten Berg in Angriff zu nehmen. Nicht gar so mutig wie wir war ein Paar Nordic-Walker, die nach 3 Regentropfen schon wieder umdrehten. Durch das Anziehen meiner Regenjacke, konnte ich den Himmel gewogen stimmen und von da an hatten wir nur mehr strahlenden Sonnenschein!
Als Spezialprogramm zum Mittagessen gab uns ein vorbeiziehender alter Mann (zwei dünne Äste als Stützen in jeder Hand) einen groben Überblick über die sicht- und unsichtbare Bergvielfalt um uns und sein (Schwieger-)Sohn (oder so) war so nett uns zu fotografieren.

Weiter ging es über Stock, Stein und Almenwege, vorbei am Gasthaus, wo wir nur schnell unsere Flaschen auffüllten, dann wieder in den Wald, wo wir irgendwelchen komplett irreführenden Wegmarkierungen gefolgt sind - für so 30 m.
Die angepeilten 3 Uhr Nachmittag als Zielzeit rückten mit vorschreitendem Uhrzeiger in weite Ferne und Felix und ich begannen schließlich, uns die Zeit mit deutsch-englisch zusammengeflickten Disneyliedern zu vertreiben. Blöd nur, dass wir kein einziges vollständig kannten.
Eine Stunde vor Weyregg (=ZIEL!!!) höre ich knapp vor meinem Kopf ein Summen. Ich versuche, das Tier zu verscheuchen, aber es hat sich offenbar in meinen Stirnfransen verheddert. Kathi kommt mir zu Hilfe, doch die Biene hat beschlossen, nicht zu gehen, ohne mir ein Souvenir in der Haut zu lassen: Bienengift und ihren Stachel. Zweiteres konnte entfernt werden, ersteres nicht. Angenehm! Ich hatte schon Horrorvisionen von einem zur Hälfte gelähmten Gesicht usw... Dieser stechende Schmerz breitet sich wunderbar über meine ganze Stirn aus und es fällt mir sehr schwer, ihn zu ignorieren. Schließlich konnte ich ihn dann doch ausblenden: Und zwar mit einem großen, wohlverdienten Glas Radler in der Bachtaverne in Weyregg. Mhhhhh.

Und so hat mit dem Abschiednehmen von Michi in Weyregg und dem Abliefern von Stephan und Felix in Timelkam nach einer langen Autobahnfahrt auch dieses Abenteuer nach 2 anstrengend-schönen Tagen sein Ende gefunden. Es wird allerdings nicht das letzte gewesen sein.... *Märchenbuch zuklapp*
Tuesday, May 19, 2009
Verbale Bitzeligkeiten
Plötzlich ein Lied von Nada Surf: Blankest Year.
Gute-Laune-Musik!! Geistig will ich schon mitsingen: "Oooooh, fuck it, I'm gonna have a party..." als ich feststelle, dass ich etwas ganz anderes höre. Man hat sich offenbar gezwungen gesehen diese böse, BÖSE Wortwahl abzuändern und das F-Wort herauszunehmen und stattdessen - rhythmisch und mundgymnastisch unheimlich gut realisierbar - to the hell with it singen zu lassen.
WOZU denn bitte?! Ich kann mir nämlich nicht erklären, wie hell positiver sein kann als alle möglichen Sachen, die man mit fuck assoziieren kann. Aber ich geh mal davon aus, dass das von den Amerikanern initiiert wurde und da wundert mich ja gar nix mehr: Immerhin zensieren die lieber Sexszenen als Gewaltszenen, denn erstere verderben nur die Jugend wohingegen zweitere.... äh... abhärten? Die allgemeine Gier nach Blut befriedigen? Leute dazu bewegen, nicht - oder gerade dadurch verleitet doch - sich dem Heer anzuschließen? WHAT THE F...erm ... HELL?! Möglicherweise bin ich einfach nur ignorant oder dumm, denn ich sehe da keinen Sinn....
Wenn ich mir dann als Gegenbeispiel Großbritannien hernehme, wo fuck in diversen Abwandlungen beliebig als Verb, Adverb, Adjektiv oder Intejektion vollkommen willkürlich in ganz nomale Sätze eingebaut wird - durchaus mit positiver Konnotation: [quote] I fucking will write something fucking nice into that fucking book! [/unquote] - beginne ich mich zu wundern, warum man darüber soviel Aufhebens machen muss. Das trägt doch bloß dazu bei, dass derartige Unwörter wie hinterlistige kleine Schimmelpilze sich in Jedermanns alltägliche Sprache einschleichen!
Und, ja, ich hole noch weiter aus: Gibt es doch auf YouTube zwei wunderbare Spots, deren Lieder in ihrer Hauptzeile die präsentische Partizipialform dieses verpönten Wortes beinhalten (mit je einmal Matt Damon, dann Ben Affleck als nachfolgenden Objekten --> sehr zu empfehlen und nein, es ist nichts Unzüchtiges - das ist hier schließlich ein anständiger Blog!) , deren akustischer Genuss jedoch durch permanentes durchdringendes Biiiieeeeeepen gestört wird, sodass man es noch Stunden später im geistigen Ohr hört.
Dabei springt sie sofort wieder in meinen Weg, die Sinnfrage: Wenn man doch ohnehin weiß, welches Wort sich hinter dem Stimmton verbirgt, muss man es dann wirklich noch übertönen und die Leute quälen? Biep ist ja selber schon fast ein Schimpfwort, so oft wie es in aufgebrachter Invektive über Radio, Fernsehen und YouTube schallt!
Wie auch immer, ich hab beschlossen, die höllische Version des Nada-Surf-Lieds zu eliminieren (der Rhythmik wegen) und mir die andere auf meine Minimusikanlage zu spielen, denn die habe ich als höchst unanständiger, ständig fluchender Mensch, dem jeglicher Respekt vor Sub- und Objekten welcher Natur auch immer fehlt, natürlich auch. Das ist im Übrigen auch die, die die Band selbst schamlos beim letzten Konzert gesungen hat!
Saturday, May 16, 2009
"You'll become weird."
Die obige Aussage wurde gestern von einem langjährigen Lehrer getätigt, der uns im Zuge einer Blocklehrveranstaltung mit einer Riesenmenge an interessanten und herausfordernden Szenarios, die uns im Unterricht mal erwarten (könnten) bekannt machte.
Zugegebenermaßen kann einem sowas schon ganz schön Angst machen, selbst wenn man sich permanent tonbandmäßig vorsagt, dass das eh nur die Highlights aus 15 Jahren Dienstzeit sind und 98% des Unterrichts komplett anders aussehen, aber man überlegt sich dann schon, ob man all diesen Herausforderungen, die geeignete spontane Reaktionen erfordern, gewachsen ist.
Und wenn man das dann halbwegs verdaut hat kommt auch schon die bittere Nachspeise: Man wird nämlich informiert, dass das Lehrerdasein ein verdammt einsamer Job ist, in dem einem von niemandem geholfen wird oder Anerkennung geschenkt wird, weil nämlich
- die Lehrerkollegen keine Ahnung von meinem Unterricht und zusätzlich ihre eigenen Sorgen haben,
- die Schüler mich sowieso nur als Feindbild ansehen, das nur zu dem Zweck existiert, ihnen ihre Jugend zur Hölle zu machen und sie mit sinnlosen Aufgaben zu quälen, und
- man von den Eltern sowieso nix Positives zu erwarten hat, da deren Realitätswahrnehmung von Vorurteilen stark verzerrt wird.
Weiters führt die extreme Intensität von täglichen Interaktionen und zwischenmenschlichen Kontakten offenbar zu physischer und psychischer Müdigkeit von unvorstellbarem Ausmaß von dem man sich daheim bis spät nächtens beim Hausübungenkorrigieren und Stundenplanen dann erholen kann. Wenn man Glück hat, genug Schlaf zu bekommen und dann voller Motivation des nächsten Tages die Klasse betritt, wird dieser Enthusiasmus vermutlich spätestens dann gleich wieder ausgedämpft, wenn man feststellt, dass man sich umsonst eine wunderbare Stundenplanung angetan hat, weil die Schüler zu faul waren, die dafür gesetzten Voraussetzungen zu erfüllen und man nun erst recht improvisieren muss. Und da soll man den Mut und die Freude nicht verlieren. Klingt ja unmöglich.
Also ich kanns schon nicht mehr erwarten. Das burn-out dann.
Und da ich die negative Stimmung, die ich gerade erzeugt habe jetzt nicht durch positive Relationen und Kompensationen aufheben will - Ich hab' mich immerhin wahnsinnig bemüht!-, jammere ich lieber noch weiter - nämlich darüber, dass das Lehrersein einen offenbar zu einem total verkorksten, alles überprüfenden, evaluierenden und bewertenden Menschen macht, der permanent seine Freunde und sein Umfeld erziehen und mit Wissen bereichern will:
Eine absolute Horrorvision.
Scheinbar ist diese Entwicklung aber unausweichlich und deshalb hielt ich es für angebracht euch schon mal vorzuwarnen. Denn ich werd' nichts dafür können und ich hoffe ihr habt mich dann trotzdem noch lieb!
Saturday, May 09, 2009
Baustelle
Anregungen nehme ich gerne entgegen!
PS: Die lustigen Checkboxen (von denen dummerweise nur 3 angezeigt werden, obwohl ich 5 konfiguriert hatte) dienen für mich dazu festzustellen, ob der Blog überhaupt gelesen wird - also seid bitte so gut und klickt irgendwas an, wenn ihr einen Eintrag lest :-)
Friday, May 08, 2009
Touristenabzocke und Einheimischeninkommodation
Denn wenn ich meine liebe Mom an ihrem Arbeitsort besuchen will (um beispielsweise den Drucker dort um ein bisschen Toner und Papier zu erleichtern) kann ich nicht mehr wie alt-bewährt in die 2er einsteigen und nach ein paar Minuten beim Stadtpark wieder aussteigen, sondern fahre entweder irrsinnig kompliziert mit etlichen Umstiegen öffentlich oder ich gehe zu Fuß (ca. gleicher Zeitaufwand) oder ich bin zufällig sowieso berädert. Es ist einfach ärgerlich und bringt keinem was.
Warum hat man also diese Kultlinien umgelenkt?
Eine wirkliche offizielle Erklärung gibt es vermutlich gar nicht, aber ich vermute mal, dass den ewig raunzenden Wienern die vielen Touristen ein Gräuel gewesen sein könnten, die mit den Ringtrams recht kosten- und zeiteffizient die meisten wichtigen Gebäude der Stadt abdecken konnten. Und dass man sich dachte, man könnte da noch was rausholen. Deshalb wollte man den Reisenden diese Möglichkeit nicht ganz rauben, sondern hat sich vielmehr bemüht, diesen bisherigen Insidertip zu kommerzialisieren.
Ich stehe also unlängst an der Bimstation und warte auf die D, als sich etwas gelbes, längliches in mein Blickfeld schiebt. Sieht aus wie eine Bim, aber irgendwie auch nicht.
Bei genauerer optischer Analyse erblicke ich die Aufschrift "Ringtram", gesäumt von den Silhouetten bekannter Gebäude, die sich halt an der Ringstraße so aneinanderreihen. Soll durch die geschwungene Schrift und das angedeutete "Schönbrunnergelb" vermutlich zum Einsteigen einladen.
Jedenfalls sitzen kaum Leute drin, aber dafür gibt es einen fast elegant gekleideten Schaffner mit exklusiver Ringtramkravattennadel, der sich gleich einmal bemüht, die verwirrten/nicht aufmerksamen Leute, die einsteigen wollen, abzuwimmeln. Ich werfe also einen genaueren Blick hinein und sehe einige Touristen, die gebannt auf die Votivkirche starren. Alle. Keiner redet. Seltsam..... Doch - a-haa! - da sehe ich auch schon den Grund für die Gebanntheit und die unterlassene Kommunikation: Ihre Ohren sind mit einem kleinen Gerät am Vordersitz verbunden! Toll, toll: Hat man also eine alte Bimgarnitur auf Touristenfreundlich aufgemotzt:
Man steigt ein, zahlt, kriegt von dem (hoffentlich freundlichen) Schaffner Kopfhörer verpasst und darf sich auch gleich verkabeln. Laut Homepage darf man nicht aus- und später wieder einsteigen ("keine Ausstiegsmöglichkeit" [Zitat homepage], was irgendwie nach Gefangenentransport klingt). Diese Restriktion gilt allerdings nur, wenn man sich um saftige €6 eine Ringrunde erkauft. Man kann für einen Zuschlag von €3 aber auch gleich ein Tagesticket haben, und somit nach Belieben rein- oder raushüpfen und sich an den mehrsprachigen digitalen Erläuterungen und den innen angebrachen LCD-Bildschirmen erfreuen.
Über das Fassungsvermögen des Transportmittels sind sich die Homepages nicht einig. So kann es passieren, dass Gruppen von 40 Leuten dann doch 5 wegen Platzmangels zurücklassen müssen...
Tatsache ist, dass diese gelbe Tram mir unsagbar auf die Nerven geht: Wie ein Kind, das durch eine Auslage in ein Süßigkeitengeschäft schaut und weiß, dass es keine Gummischlangen haben kann, weil es kein Geld hat, kommt mir dieses gelbe Ding vor: Haha, ich fahre dahin wo du hinwillst, aber mitfahren kannst du ni-hicht! Nana-nana-naa! Außer du blechst dafür 6 Euro....und dann darfst du nicht einmal aussteigen, wo du willst! ruft es mir zu. Blanker Hohn!
Ich will die alten Ringtrams zurück und denke schon über Unterschriftensammlungen und Demonstrationen nach -- denn ich finde jeder Wiener sollte das Recht und die Möglichkeit haben, jederzeit den Ring per Bim zu umrunden!
Saturday, May 02, 2009
Über Blogger / Unter Bloggern
Ich folgte zwei unbrauchbaren (weil für nicht-Freunde irrelevant oder vor grammatischen Grausamkeiten strotzdend) und einem nicht mehr existenten Link, bevor ich auf einer sehr aufwendig gestalteten Seite eines anderen Bloggers landete:
Beim chronologisch ersten Post begann ich zu lesen und dachte mir schon nach zwei Sätzen: Verdammt, der Typ kann vielleicht gut Englisch! Bis ich in Satz 3 oder kurz später feststellte, dass es sich um einen Amerikaner handelt. Puh, gut. Muss ich mir nicht schlecht vorkommen. Ich lese, gefesselt von dem unheimlich ansprechenden Stil und der schönen Sprache, weiter und finde mich nach zwei Stunden immer noch bei derselben Beschäftigung; denn neben der unterhaltsamen und von langweilig weit entfernten Formulierung bekomme ich eine brauchbare Information nach der anderen präsentiert (Ich weiß jetzt welchen Reiseführer ich unbedingt brauche, welche Wohnart ich stark in Erwägung ziehe etc.) und kann mich gar nicht sattlesen.
Ich könnte jetzt noch eine endlose Ode hier anhängen und mich mit unterschiedlichen Worten dauernd wiederholen, aber das wird dann langweilig...
Nach einer halben Stunde Lesens hatte ich jedenfalls beschlossen, diesem Menschen für seine Mühen zu danken.
Nach weiteren 2 Stunden konnte ich mich dann endlich aufraffen, die Leserei sein zu lassen und forschte den jungen Mann via einer in ihrer Popularität stark wachsenden Online-Austauschplattform sofort aus und adressierte an ihn eine von meiner Begeisterung kundtuende Fanmail.
Diese wurde auch prompt von ihm beantwortet - so deutsch-englisch, voll süß :-). Er hat sich unheimlich gewundert und gefreut und will dann benachrichtigt werden, wenn es so weit ist, dass ich über meine Erlebnisse in Lauchland schreibe. (Nicht einmal die Mühen der deutschen Sprache würde er scheuen.) Wird er erfahren - auch wenn ich an die Qualität seiner Schreiberei bei weitem nicht rankomme.
Ich mag das. den. das Bloggen. Gut, dass es das gibt.
Und, ja: Danke euch Lesenden. Denn dafür tun wir das ja.
Monday, April 27, 2009
Gestörte Rhythmik?
Selbst wenn ich den Bäckersjob noch hätte, wäre dies ein arbeitsfreier Sonntag gewesen. Und es ist daher nur allzugut verständlich, dass ich vorhatte, mich auszuschlafen - vor allem nach einer derart stressigen Woche.
Es ist dreiviertel 6.
Ich bin wach.
Ich kann noch schlafen - Frühstück erst um 8. Augen zu, umgedreht.
hm....
Irgendwie funktioniert das nicht.
Augen auf: Hell ist es draußen, die Vögel zwitschern. Wolkenloser Himmel strahlt mir ins Gesicht. Wie soll man da bitte schlafen können?
Ich seufze, stehe auf, ziehe mich an.
Und jetzt?
tralala
Lernen? -> sicher nicht; Lesen? --> nah... keine Lust.
Noch ein Blick aus dem Fenster: Ja. Raus und spazieren gehen. Das mag ich!
Also bin ich vollmotiviert (ich hätte sogar Energie genug gehabt, um laufen zu gehen -- und das so früh morgens!) aus der "Stadt" raus, durch ein mir noch unbekanntes "Naherholungsgebiet" indem einige der namensgebenden Vögel schnatternd und mit dem Hinterteil wackelnd herumspaziert sind, über die Bahngleise und denen entlang zu einer Anhäufung außerhalb gelegener Gebäude.
Das eine sieht aus wie ein Schloss. Interessant. Was ist das? Wer baut sowas? Vor allem in der Lage: Wer will schon zwischen Lagerhallen wohnen? Bemalte Fenster hat es, wie eine Kirche, nur mit weltlicheren Motiven. Den Eingang flankieren zwei weiße Steinlöwen, die mit schwarzen Ketten dort festgehalten werden. Seltsam.... Ich lasse meinen Blick über das Gebäude schweifen und erblicke schließlich den riesigen, unübersehbaren Schriftzug "Lustschloss". Ah.. da bin ich also. Oder eher: Da ist DAS also, dieses Etablissement... interessant. Ich halte mich dennoch nicht auf und schlendere weiter, auf Wegen, Abwegen und Umwegen - vor allem aber auf Feldwegen -, sehe riesig große hoppelnde und sich auf den Hinterpfoten zu einer imposanten Höhe von mindestens einem halben Meter aufrichtende Hasen, werde von Fasanen erschreckt, die selber wiederum erschrocken über mein plötzliches Auftauchen flap-flap-flap sich 1 Meter von mir entfernt vom Feldrand erheben.
Der Flieder blüht. Rehe springen herum. Menschen sieht man kaum.
Nach eineinhalb Stunden erreiche ich wieder das traute Heim, wo der Rest nach wie vor schläft. Ich beginne leise das Frühstück vorzubereiten, als plötzlich in einer irrsinnigen Lautstärke mein Wecker durch's ganze Haus plärrt....
Soviel zu: Ich gebe den Bäckersjob auf, u.a. mit dem Hintergedanken, dass das frühe Aufstehen meiner Gesundheit nicht zuträglich sei ... Trotz aller gegenteiligen Bemühungen bin ich wohl unabstreitbar ein Morgenmensch. Auch oder Vor allem sonntags.
Sunday, April 05, 2009
Tales from a bread seller's life - No.3
... da aber das Wetter auf meiner Seite war und die Leute deshalb (fast) alle gut gelaunt, war ich es auch und die ersten 2 Stunden habe ich supertoll rübergebogen.
Dann ist es allerdings ein bisschen schwierig geworden: Man hatte mir nur eine einzige Kiste an Semmeln geliefert und auch bei den Kornspitzen gespart. Und gerade heute, war man freilich ganz versessen auf dieses Zeug und so ist beides recht flott ausgegangen und ich musste beginnen, diese Sachen aufzubacken (was eigentlich nicht passiert). Interessanterweise erreicht dieses Gebäck, wenn man es aufbäckt nicht dieselbe Größe wie das fertig gelieferte und das hat natürlich gleich mal bei mehreren Leuten Unmut hervorgerufen.
Um 11 erreichte der Tag dann seine Negativklimax: Ich hatte alles frische (= nicht gestrige) Brot bereits verkauft, genauso jegliche Art von Weckerln, Semmeln oder Kornspitz. Auch in der süßen Abteilung sah's schon eher traurig aus, und um dem ganzen noch eine edelsteinbesetzte Krone aufzusetzen: Ich hatte weder €1 und €2 Münzen, noch €5- Scheine. Fantastisch!
Natürlich kommen die meisten Leute nicht mit ihrem gesamten Geldbörsel, sondern nur mit einem 10er oder 20er und irgendwann konnte ich dann - Überraschung!! - nicht mehr rausgeben...
Das war dann so richtig ungut: Ich musste jeden, bevor er bestellen konnte, fragen, ob er nur einen 10er mithat, oder eh (bitte-bitte!) Kleingeld. Hatten manche, manche aber auch nicht.
Ein Mann wollte dann nur eine Milch nehmen und diese mit einem 10er bezahlen. Ich hab ihm meine Lage geschildert:
Es tut mir furchtbar leid, ich hab leider so gut wie gar kein Wechselgeld - wenn Sie's nicht kleiner haben, ist es schlecht, denn auf einen 10er kann ich nicht rausgeben.
No supa! Wos soi I denn jetzt mochn?! Soll i die Müch jetzt dolossn, oda wos?
Naja, wenn Sie's nicht klein haben....
Wos hast des?! Hom Sie goa ka Wechslgöd?! Er wird schon seeeehr ungehalten.
Doch, aber wenn ich Ihnen auf den 10er rausgeb, dann hab ich keines mehr. Nämlich gar keines. Und das kann ich leider nicht machen, denn dann muss ich für heute zusperren.
Des is a Frechheit!! Und des sogn's dem Nächstn a so?! Jetzt schreit er schon fast mit mir.
Ja, das sag ich dem Nächsten auch so. Ich hab ja keine andere Wahl. Es tut mir wirklich leid...
Wutschnaubend drückt mir der Mann die Milch in die Hand, regt sich nochmal auf und zieht dann ab.
... und kommt vermutlich nie mehr wieder.
Gut, ich seh's ein. Ich wär auch sauer. Aber ich kann leider nichts dafür, dass es jede Woche das gleiche Problem gibt, und trotz ständiger Beschwerden usw. einfach nichts "von oben" passiert.
Ist halt nur Arsch für mich, wenn ich mich dann anmotzen lassen muss.... Aber das nächste Mal nehme ich mir einfach eine kleine Handkasse mit 60 Euro Wechselgeld in den entsprechenden Einheiten von daheim mit... HA. HA.
Daraufhin hab ich gleich mal einen kleinen "konstruktive Kritik"-Zettel verfasst und zur Abrechnung getan... Mal schaun, was passiert....
Das Positive an diesem seltsamen Tag (OHNE seltsame Leute, ist es denn zu fassen?) war, dass ich wirklich mal rechtzeitig mit der ganzen Putzerei fertiggeworden bin und somit pünktlichst den Laden dicht gemacht hab. NICE! :-)
Wednesday, March 25, 2009
Bürokratische Unmöglichkeiten?
Umso erstaunter war ich, als ich per Mail aufgefordert wurde, mir diverse Formulare aus dem Internet auszudrucken (und erstaunlicherweise fand man die alle zusammen an derselben Stelle!), welche ich hernach innerhalb von zwei Tagen zu drei Leuten tragen und spätestens am Folgetag abgeben müsse.
Ich drucke also brav aus (und fülle aus) und pilgere zu
Station 1: Abklären der Kursanrechnung:
Keine Warteschlangen, die Professorin telefoniert noch für eine halbe Minute und ruft mich dann auch schon herein. Sicherheitshalber habe ich mir so an die 10 Kurse (3 werde ich machen) herausgesucht, sollte es bei meinen Favoriten irgendwelche unerwarteten Probleme geben. Aber nein, siehe da, alles klappt reibungslos. Nein noch viel besser! Die Professorin zeigt sich erstaunt, dass die Bangorschen Kurse je 10 ECTS bei 2 Stunden Unizeit pro Woche haben:
Das ist jetzt etwas schwierig. Verdammt, ich hab's ja gewusst. Die müssen wir Ihnen hier dann dreistündig anrechnen. Brauchen Sie noch Wahlfächer?
Naja, es geht vermutlich nicht, dass ich mir den Kurs hier als einen einstündigen und einen zweistündigen anrechne, oder? Denn die brauch ich noch...
Ach so. Nein, das ist überhaupt kein Problem. Das können wir ohne weiteres machen. Tragen Sie das gleich in's Formular ein.
Was, wirklich?! Na wunderbar!
...
So auch bei den anderen Kursen. Das gefällt mir!
An diesem Tag kann ich nichts mehr tun, aber als nächstes pilgere ich zu
Station 2: Unterschrift meiner Koordinatorin
Auch hier keine Warteschlangen. Ich klopfe, werde hereingerufen und bekomme in Windeseile zwei Unterschriften und die Androhung, dass sie nach meiner Rückkehr überprüfen werde, ob ich tatsächlich Gälisch gelernt habe. :-)
Um das Ganze selber ein bisschen aufwendiger zu gestalten, lasse ich mir von ihr noch den Weg zum Erasmus-Büro beschreiben, wo mein Papierstoß dann innerhalb der nächsten 4 Tage landen sollte und bin schon wieder draußen...
...und begebe mich zwei Türen weiter zu
Station 3: Unterschrift der Vize-Studienprogrammleiterin
Erstmals! Eine Warteschlange! Und ich war schon ganz enttäuscht... 3 Leute warten tatsächlich am Gang. Als ich komme und frage, ob die Professorin schon da ist antwortet man mir positiv und mit der Gegenfrage, ob ich nur eine Unterschrift brauche.
Ja.
Gut, dann kannst du vor.
Nett... Eine Minute später stehe ich auch schon im Büro (Ah, Sie sind die, die nach Wales geht!) und zehn Sekunden später bin ich auch schon wieder draußen und frage mich, was ich mit der ganzen unverbrauchten, aber eingeplanten Pufferzeit wohl machen solle und nach kurzem Überlegen begebe ich mich zur eigentlich für den nächsten Tag vorgesehenen
Station 4: Einreichen der Formulare im Erasmus-Büro
Trotz der Wirren im Hauptgebäude erweist sich diese Institution nach Nachfrage beim gelangweilten Portier, der vermutlich die ganze Zeit irgendwelche Internetspiele spielt, als leicht zu finden. Ich trete ein und sehe mich wieder mit einer Schlange von etwa 2 Leuten konfrontiert. Heiß ist es und die brauchen alle relativ lang (SO hab ich mir das vorgestellt!).
Als das nächste Mädel hineingerufen wird höre ich die für sie zuständige Person fragen, ob sie alle Formulare kopiert habe. AHA! Na gut, dass ich das jetzt schon weiß, dann muss ich nicht noch eine Viertelstunde warten...
Ich gehe schnell kopieren und bin nach 5 Minuten schon wieder zurück. Wieder 2 (diesmal andere) Leute vor mir, aber hinter mir tritt gleich eine ganze Horde ein. Darunter ein Bekannter, der mich gleich mit der Information, dass er schon zum dritten Mal hier sei, beängstigt. Und da bin ich auch schon dran.
Die Formulare werden sortiert, teilweise werden die Kopien von mir verlangt, es wird gestempelt, unterschrieben. Und das war's:
In einer Woche ca. bekommen Sie dann die nächste Infomail - aber dann tut sich eine Weile nichts. Nett. Das war doch einfacher als gedacht - und hat mich nicht mehr als eine 3/4 Stunde gekostet. Wenn's so weitergeht ist es mir auch recht :-).
Monday, March 23, 2009
Backe backe Fladenbrot
Das ganze beinhaltet nebst dem Vermengen von Mehl, Wasser, Olivenöl und Salz noch den Aufenthalt in einer rekonstruierten römischen Villa (bzw deren dunkler, gemütlicher Küche) und authentische Kleidung.
Als brave Küchensklavin habe ich dort bei Öllämpchenflackern also auf dem massiven Küchentisch Teig angemacht (umrahmt von staunenden Besuchern, die offenbar alle dachten man braucht dafür eine Schüssel und einen Mixer / eine Küchenmaschine), geknetet, in die Pfanne geschmissen und geröstet. Hernach wurde es zum Verzehr freigegeben und man hatte den Eindruck, dass die Besucher alle kein Frühstück zu sich genommen haben... Vermutlich lag es aber hautsächlich an der leckeren Knoblauch-Apfel-Honig-Sauce auf Olivenölbasis, die meine Kollegin am zweiten Tag produziert hat und die wir stolz dazu reichten. (Den ersten Tag habe ich wegen kältebedingter Ungemütlichkeit schon wieder aus meinem Gedächtnis gestrichen.)
Da uns auch unsere Mitarbeiter am Herzen lagen und man von Brot allein auch nicht leben kann, haben wir uns zur Mittagszeit am Dekogemüse (Bio!!) vergriffen und dieses einmal zu einem Gemüse- und dann zu einem Linseneintopf gemacht / addiert. Beide sind bei unseren Mitsklaven recht gut angekommen, auch wenn sie optisch weniger hergaben als kulinarisch (das Essen jetzt, nicht die Leute). Auch nach deren Rezept wurden wir von den Leuten gefragt.... Also, sie sehen das ganze Gemüse das da so herumsteht? Im Prinzip ist von jedem dieser Sachen was drin. ... Nein, wir haben da kein Rezept mit Mengenangaben, wir haben das einfach nach Gefühl gemacht...
Sehr lässig jedenfalls, dieser Holzofen, der den ganzen (biologischen) Abfall und die extrem verbrannten Fladen frisst und uns gleichzeitig warmhält.
Was weniger lässig ist, ist die Last der Paenula auf den Schultern, die gemeinsam mit der ganzen Knettätigkeit und meiner scheinbar doch irgendwie gebeugten Haltung zu einer massiven, immer noch andauernden Verspannung geführt hat.
Aber für 2-4 Tage im Jahr und (sklavenuntypischen) guten Lohn nimmt man so manchen Schmerz in Kauf.


