Friday, September 04, 2009

Dinieren am Table D'Hote

Auf Herm gibt es 3 Etablissements in denen man gutes und frisch gekochtes Essen bekommt: Mermaid Tavern, Ship Inn und das Hotel Restaurant - kurz auch TDH genannt (siehe Titel). In letzterem wird den hochgeschätzten (und meist auch -betagten) Hotelgästen allabendlich ein viergängiges Dinner vorgesetzt, auf welches man allerdings auch als Normalsterblicher für 25 Pfund ein Recht hat.

Da ich letztes Jahr schon die Abendspecials von Ship (Captain's Table: Starters - Roast - Dessertbuffet) und Mermaid (Blackrock Grill: Man kriegt einen heißen Stein und grillt sich sein Fleisch selber nach Geschmack) ausprobiert habe, war auf meiner Liste nur mehr das Hotelrestaurant abzuhaken und nach monatelangen Versuchen, einen Tisch zu bekommen (bei einem einzigen freien Tag in der Woche und einem relativ guten Zustrom an Gästen ist das nicht so leicht) hat Ben es schlussendlich geschafft, uns an Inas letztem freien Tag auf der Insel einzubuchen.

Ina, Iris und ich - ein österreichisches Trio - haben uns also neu eingekleidet (wörtlich) und -geschuht und sind zuerst einmal zur Monks Bar, die sonst den Hotelgästen vorbehalten ist, spaziert, wo wir uns einen Aperitiv geholt haben, mit dem wir auf die bequemen Ledersofas am offenen Kamin der Lounge niedergesunken sind. Man hat uns danach das Abendmenü gebracht, aus dem wir gewählt haben.

Etwas später wurden wir an unseren Tisch geführt, wo uns Weinkellner Adrian die vorbestellten Achterl gebracht hat (Sancerre Rosé, 5,50 das Glas - aber wenn man schon einmal essen geht...). Seltsame Situation, irgendwie, von Freunden bedient zu werden. Aber noch eigenartiger war von Kollegen die Stoffserviette auf den Schoß gelegt zu bekommen. Als wäre man unfähig, das selber zu machen. Da schämt man sich ja fast dafür.

Und dann ging es los: Zuerst mal die obligaten kleinen, noch warmen Weckerl mit kalter Butter. (Mal was anderes, wenn man die frisch bekommt und nicht am Ende des Abends die schon hartwerdenden Brötchen mit angeschmolzener, gelber Butter...). Ein halbes Weckerl wollte nicht stillhalten, als Ina es mit Butter bestrich und sprang wagemutig vom Tisch, woraufhin ein alleine sitzender Mann am Nebentisch sich sichtlich bemühen musste, nicht in lautes Gelächter auszubrechen. Er hat sich damit begnügt, seinen Mund zu einem dünnen Grinsen zusammenzukneifen und vor Anstrengung rot anzulaufen. :D

Ina und ich haben uns beide für gegrillte Scallops (Jakobsmuscheln) in Erbsenpüree mit Rosinen und knusprigem Speck als Starter entschieden, obwohl man dafür einen Aufpreis zahlen muss. Keine schlechte Wahl, denn obwohl die Kombi von Muscheln, Erbsen und Rosinen komisch klingt, passt das Ganze wunderbar zusammen.

Als Seconds standen uns Selleriesuppe und Apfelsorbet zur Auswahl - beides nicht schlecht.

Danach kamen die Mains - in meinem Fall ein gegrilltes Thunfischfilet auf Fisolen, Cherrytomaten und Erdäpfeln, serviert mit Broccoli, Karfiol und Carrots and Sweets (Süßkartoffeln). Sooooo gut! Der Thunfisch war medium-well gebraten und daher noch ganz leicht roh in der Mitte und das Gemüse war nicht im typisch englischen Stil zerkocht sondern al dente - so richtig knackig. (Ina und Iris hatten Lammbraten mit Couscous - auch sehr lecker.)

Interessanterweise fühlten wir uns nach diesen drei Gängen immer noch nicht ganz voll, aber wir waren ja noch nicht fertig. Als ich das Dessertmenü sah, machte mein kleines Herz einen Luftsprung, denn es gab tatsächlich Pecan Nut Tart: Diese, letztes Jahr oftmals gestohlene, kleine Tart, die eigentlich nur aus einem dünnen Mürbteig und einer dicken Schicht Pekannuss-Treacle-Masse besteht ist mein absoluter all-time favourite und war somit die perfekte Abrundung dieses Abendessens in stimmungsvoller Atmosphäre. (Die Entscheidung war dennoch nicht leicht, denn das Apple-Blueberry Crumble mit Zimteiscreme hat auch interessant geklungen.)

Nach den Desserts waren wir dann doch ziemlich voll und haben uns zurück zum Ausgangspunkt dieses Abends - in die Hotellounge - geschleppt (Nein, wir sind natürlich aufrecht hinspaziert.) und haben uns dort noch ein Häferl Kaffee geholt und uns am Kaminfeuer erfreut, bis die Rezeptionistin Amy (im Juli selber noch Hotelgast, nun aus romantischen Gründen member of staff) uns gebeten hat, dann langsam mal zu zahlen.

Fazit: Obwohl ich für dieses Abendessen mit allen Getränken 31 Pfund abgelegt habe (75, wenn man Kleid und Schuhe einrechnet), war es jeden Penny wert mal auf die andere Seite zu wechseln und sich bedienen zu lassen. Und das Essen ist in der Qualität dem täglichen Staff Tea (=Dinner) allemal zu vorzuziehen, wenn auch nicht täglich.

Sunday, August 30, 2009

Knotenbinderei auf Herm

Herm Island bemüht sich in jeder möglichen Hinsicht Programm und Unterhaltung für seine Fans und Gäste zu bieten und hat zu diesem Zweck ein Marqueezelt im Garten des White House Hotels aufgespannt. Dieses wird vor allem dazu verwendet, reiche Leute um niedliche runde Tische zu gruppieren und ihnen Essen zu servieren - sei es im Zuge eines Firmendinners (meistens Banken und Versicherungen) oder einer Hochzeit.

Bei letzterem Typus hatte ich heuer dreimal die Ehre mitzuwirken und dazu beizutragen, dass dem Ehepaar der Nachmittag in Erinnerung bleibt.
N.b.: Das funktioniert am Besten, indem man den Roséchampagner daneben schüttet - auf den hellen Anzug des Hochzeitsgastes. (Das hab ich natürlich nicht gemacht, aber gestern hatte ich einen Gast, der genau diese Befürchtung hegte und auch noch so nett war, mir sein Misstrauen auszusprechen. Arsch.)


Wedding Breakfast (!) im British Style läuft folgendermaßen ab: Nach dem Empfang am weitläufigen Hotelrasen, bei dem wir mit Pimms No.1 (komplett mit Zitrusfrüchten, Erdbeeren, Minze und Gurkenstückchen) aufwarten, begeben sich alle in obengenanntes Zelt und setzen sich hin. Es folgt die Ankündingung "Ladies and Gentlemen: The bride and groom." Woraufhin alle wieder aufstehen, denn das frische Ehepaar tritt ein und nimmt Platz. Es folgen Reden und exzessives toasting (Deshalb der Champagner.). (Wir mögen lange Reden, denn das heißt, dass wir eine längere Pause bekommen, was nach meist 5 Stunden durcharbeiten dann mal ganz nett ist.)

Dann kommt unsere Showeinlage: Starters werden von einem Zug flinker Pinguine... erm... TDH-Style gekleideter Kellner(innen) ausgetragen - zuerst wird das Brautpaar bedient, dann alle anderen. Es folgt das Hauptspeisenbuffet, wo sich letztens sogar unser Obermanager hingestellt und Fisch ausgegeben hat, und danach Dessert und Kaffee.
Zwischendurch wird immer wieder mit Besteck an die Weingläser geklopft, was eine interessante Folge hat: Dieses Geschelle dient nicht etwa der Ankündigung einer Rede, sondern ist eine klingende Aufforderung ans Brautpaar, sich zu küssen. Was dieses dann auch tut. Dabei fällt auf, dass man sich bei jedem Geklingel eine Stufe höher begiebt: Boden - Sessel - Tisch.

Nach dem nachmittäglichen Frühstück gehen alle für 2 Stunden raus (spazieren oder sich in der Hotelbar betrinken) und wir räumen das komplette Zelt um, bevor alle um 7 wiederkommen. Inzwischen ist auch der DJ eingetroffen und hat seine station aufgebaut (komplett mit Licht- und Seifenblasenmaschine). Sofern es kein Dinner gibt, wird jetzt nur noch getanzt und getrunken und ich muss zugeben, dass ich sehr beeindruckt bin: Die Musik ist extrem gut (i.e. (Indie)Rock, Pop, Klassiker) und alle Altersklassen - auch die 60+ - shaken sich weg. Es fällt schwer, hinter der Bar nicht zu tanzen zu beginnen...

Wenn genug getanzt wurde, kommt die Hochzeitstorte. Und die ist ein Kapitel für sich: Fruitcake, überzogen von 1/2 cm Zuckerguss, die bei der kleinsten Berührung in ihre Einzelbrösel zerfällt und schmeckt wie eine Mischung aus Christstollen, Lebkuchen und wiederverwendeten alten Brotresten. Da fragt man sich schon, warum Leute am wichtigsten Tag ihres Lebens sich sowas antun und nicht lieber etwas essen, das ihnen schmeckt, denn die Menge an nicht-angerührten Tortenstücken ist ziemlich beachtlich.

Wir niedriges Gesinde schätzen diese Art von Veranstaltung trotz längerer Arbeitszeiten sehr, denn neben einer angenehmen Arbeitsatmosphäre (live-Musik) und dem guten Essen (wir kriegen alles Ungewollte: Die Reste des Buffets, Desserts, die Deko, zur Hälfte geleerte Weinflaschen,...) kriegt man bei Marquees die Möglichkeit, Leute aus anderen Departments kennenzulernen, da die Staff für diese Veranstaltungen ganz bunt zusammengewürfelt wird.

Sunday, August 23, 2009

Part-time Maidenhood

The last 2 weeks saw lots of changes in our small crew: One of our mates abandoned ship (or was more likely nicely asked to walk the plank) and cards/positions were re-shuffled. As we had only one barman left and one of the waitresses moved up into a minor management position, my boss asked me if I'd like to do a few bar shifts. I was thrilled by that offer/request and accepted straight away for a handful of reasons:

a) Variation is never a bad thing and spices up everyday working-life.
b) I want to learn as much about barkeeping as I can... maybe I'll want to work behind a bar again one day
c) The hours just couldn't be any better: morning shift's from 8 to 4; evening from 3 to closing --> half a day off --> time to go to Guernsey, do some sports, read, sleep in,....
d) Less stress and running to and fro. (People don't bother me about ketchup, tartar sauce or other stupid little things...)

As soon as I accepted, I got exactly one training shift with our no.1 barman Andy (never had so much fun as that day; making secret hot-chocolates, juggling trays,....), before I was put on an opening shift on my own. Everything went well, though, and I found that bartending is mostly about keeping the bar clean and trying not to run out of glasses or cups. And of course about dealing with drinks orders, weird as they may be (Whiskey and lime?? White wine and tonic?? WTF??). So far the most difficult drinks to prepare have been Shandy and Liqueur Coffees, but I've mastered both after being thoroughly instructed and nothing can freak me out now. (Except for weird customers. But I didn't have any of those so far...)

Anyways, I really enjoy being part-time barmaid: The beautiful thing about it is the variation. And the music! This year we have music in the bar - Island FM! The local radio station with news about Guernsey.... thrilling ;-). But the music they play is mostly good and makes polishing glasses (and work in general) a little bit more enjoyable.

Sunday, August 09, 2009

Addictives

Due to the sub-standard food to which I'm subjected here...
Excuse me, but I'm mildly pissed off by the fact that I found myself
confronted with only slices of tomato and cucumber, onions and grated
cheese for lunch - very filling... Not to speak of the variation I'm offered
for dinner (: Chicken - Chicken - Chicken - Chicken - Fish - Chicken - Sunday Roast :)
... I waste my low wages on quality food and some luxury goods.

Here are some of them:

J2O Orange and Passionfruit (other flavours available): Highly addictive, fruity and best enjoyed on ice and topped up with water (*wink*). Also sold in The Ship...



Dorset Cereals in various flavours. For the perfect breakfast add natural yogurt and blueberries, blackberries or any other kind of fruit. Unfortunately, Co-op frequently runs out of it.

Eat Natural Bars (loads of different flavours available): Probably the best muesli bars in the world! Yum! They are just like magnets: everytime I see them on a supermarket shelf, I have to go and buy (at least) one.


Clippers Green Tea (either with lemon or nettle): For a reason unknown to myself I do not like black tea anymore (must be its omnipresence here...). Therefore I keep my own neat assortiment of different green and fruity teas in my room and drink at least 1.5 litres every day. (Hey, I have to stay hydrated in some way!)


Carrot Cake - Tastes especially nice in The Terrace, The Loft or Café Victoria (my 3 favourite eateries on Guernsey), but that's probably also due to the awesome view and great atmosphere these places offer! Our pastry chef told me he's got the best recipe for carrot cake, ever. I think I've got to get it off him! (btw: He was just dancing past me... funny guy! :D)


Dr Pepper - basically Cherry flavoured coke. I'm not addicted to it but on very tough and exhausting days it kicks me back into an active and alert state which enables me to work properly (i.e. not to drop anything, forget things,...). On these days a can of the fizzy drink is carefully placed in the backstore (midway between restaurant and kitchen) where I can take sips in passing.

All these goods make my life here a bit more bearable and enjoyable and I'll probably miss them back home...

Monday, August 03, 2009

'ey mate - ya 'right?

Dieser Blogeintrag soll euch mit einem meiner Dilemmata in Bezug auf die britischen Umgangsformen vertraut machen. Schon letztes Jahr hatte ich hier gröbere Probleme und werde nach wie vor unsicher, wenn eine derartige Situation wieder mal auftritt. Was ca. 50x am Tag der Fall ist.

Aber um konkret zu werden: Man grüßt heutzutage in hierzulande offenbar nicht mehr lediglich mit hey, hello, hi oder ähnlichem, sondern fügt dem ein What's up? oder Are you allright? (In gekürzter Form: Ya 'right?) bei. Und während dieses fragende Element immer mehr in den Vordergrund zu drängen scheint, wird das anfängliche Grußwort meist gleich ganz weggelassen.

Wie reagiert man nun adequat auf sowas? Beantwortet man die Frage? Wiederholt man sie? Grinst man dämlich? Nickt man einfach nur? Keine Ahnung... nach wie vor nicht...

Ich habe verschiedenes probiert: Mal einen Zustandsbericht in 3 Wörtern gegeben. Mal gegengefragt. Mal nur gelächelt. ... Funktioniert alles. Dennoch ist mir nicht ganz bewusst, was diese komische Art zu grüßen für ein Ziel verfolgt: Als Konversationsstarter hat sie meiner Meinung nach durchaus Daseinsberechtigung. Aber wozu jemandem eine Frage stellen und dann weitergehen? Da wär ein nettes hello (o.ä.) doch besser geeignet, oder?

Auf die Spitze getrieben hat das dann ein Mann, der mir bei einem Spaziergang über the Common begegnet ist und den ich noch nie zuvor gesehen hatte. Freundlich, wie es sich für members of staff gehört, grüße ich mit einem freudigen "Hello!" in meiner besten Arbeitsstimme. Und was krieg ich von dieser fremden Person, die sich an mir vorbeibewegt, zurück?

'TSUPYARIGHT.

Hallo? Kennen wir einander? Kannst du eine Frage bitte auch als Frage intonieren, wenn du schon diese Art von Gruß wählst? Interessierst du dich in auch nur irgendeiner Form für mich?
Um es kurz zu sagen: WAS SOLL DAS?
Trotz langer Feldstudien und Beobachtungsversuche gelang es mir nicht, zu erschließen, welche Vorteile eine derartige Salutation gegenüber der traditionellen hat und welchem Zweck sie dient. Ich hab mich daher entschieden, diese Form von British- oder Whateverness nicht anzunehmen und den Standardgrußformeln treu zu bleiben: Drückt doch aus, was ihr sagen wollt! Affektiertes Interesse ist ein bisschen off-putting! Jawohl!

Thursday, July 30, 2009

Eltern- und Pubbesuche

Meine werten Eltern hatten sich überraschenderweise entschlossen, mich auf meinem Sommerhabitat zu besuchen und den Mix aus mediterran anmutendem Inselleben und englischer Kultur für 5 Tage zu genießen. Sonntag vormittag haben wir gemeinsam Klein Herm erkundet und montags sollte ich auf Guernsey übersetzen um die beiden zum Wandern zu treffen.

Genauso hat das auch funktioniert, mit dezentem Unwohlsein meiner Person: Am Vorabend war Beachparty. Die erste, seit ich hier bin. Obwohl ich eigentlich nicht in der Stimmung dafür war, habe ich mich natürlich trotzdem dazu überreden lassen und böserweise hat Zuzi am frühen Abend vorgeschlagen ins Pub (i.e. Mermaid Tavern) zu gehen... Hui, die Leute hier sind ein Wahnsinn - mit doppelter Trinkgeschwindigkeit zu mir haben sie mich recht schnell abgehängt (Ich habe mich auch nicht wirklich bemüht mitzuhalten, muss man dazusagen.), aber dennoch ist mir der Cider (Roquettes - wird auf GY hergestellt) dann recht bald zu Kopf gestiegen. Nach dem kunstvollen Anfertigen meiner ersten roll-up (ich wollt das immer schon probieren!) sind wir gemeinsam mit dem Küchen- und TDH-Personal zum Strand gezogen, von wo ich mich wegen Einsetzens von Nieselregen und Aussetzens der Musikanlage sehr bald wieder absentiert habe und im Dunklen - meine Taschenlampe hat immer noch keine neuen Batterien - über die Inselpfade heimgestapft bin.
Am nächsten Tag bin ich ziemlich "übergehangen" und die Vorfreude auf das Treffen mit meinen Eltern war eher eine gedämpfte - v.a. da ich dazu erst eine halbstündige Fahrt auf einer schwankenden Fähre anzutreten hatte...

Besagte Bootsfahrt und das zweistündige Wandern auf schönsten Klippenwegen waren ein eher geringerer Genuss, aber das Gute an Hang-overs ist, dass sie von alleine recht bald wieder vergehen. Nach einem Vormittag des Leidens und dem Genuss von über einem Liter Wasser war ich wieder so weit hergestellt und konnte die restliche Zeit genießen.

Meine Eltern waren so lieb, mir für eine Nacht ein Zimmer in ihrem Gästehaus zu bezahlen (Mein eigenes, sauberes Bad!!!), welche ich dann aus eigenen Mitteln auf zwei ausdehnte. Somit verbrachte ich volle 2 Tage und Nächte auf der Nachbarinsel und es kam mir vor wie eine Woche Urlaub: Ein bisschen Sightseeing (jetzt hab ich bald alles gesehen, das es zu sehen gibt), ein bisschen Shopping und sonst gemütliches Herumsitzen und Tratschen. So richtig schön entspannend.

Jetzt macht auch das Arbeiten gleich wieder mehr Spaß und, he!, der Juli ist auch schon wieder um!

Friday, July 24, 2009

Lazy Days on(/in) The Ship

If the weather is fine and the sun shines we hoist our sails (i.e. put up the umbrellas on the patio) and get our weapons ready for the prospective invaders: we spend the hours till noon primarily in the kitchen, polishing plates and cutlery for day and evening. We only step bravely onto the deck (i.e. the restaurant) when people want to have breakfast there - but they are usually few.
If the day continues to be sunny, we brace ourselves against a rush of hungry pirates and are then busy trying to satisfy them with fish&chips, seafood, sandwiches etc. and clearing up the bloody mess afterwards and scrubbing the deck till it is shiny once again.

If, however, we are sailing into stormy waters and heaven sends us water from above we do a lot of weaponry polishing as well, followed by maintainance work: We rub all the lanterns and other brass decoration with skin-irritating Brasso, we sweep the deck (and hoover the restaurant, with faithful Henry - Henry the Hoover), we break our backs dragging barrels of gunpowder (i.e. kegs of beer and cider) below deck and we fold napkins (sorry, I couldn't think up something funny for that).

When despite auspicious heavens The Ship happens not to be entered by hoards of pirates, our Captain - out of boredom - sometimes makes the difficult choice of choosing people to walk the plank. The ones he chooses may desert ship early. Sometimes we are forced to play Russian roulette, to reach a decision - which means a coin gets flicked or we play a cruel game of paper-scissors-stone. The latter is most of the time deadly for me - our barman Jordan tends to win every time, but I've worked out his technique and last time beat him. Ha!

Having left the Ship behind and got rid of our pirate's attire (black blouse, black skirt, black tights, black shoes, raspberry coloured apron) we usually head for one of the beaches immediately to enjoy the few hours of sunshine we can get. Sometimes we nip to the Mermaid Tavern first to get ice cream or some other kind of snack that gets us round till staff tea (i.e. dinner) at 5 o'clock ... but that is a different story that I might or might not elaborate on...

Sunday, July 19, 2009

Island Impressions

I thought it was about time that I got some pics online and made you jealous of my holiday home. It is in fact amazing and I'm doing my best to appreciate it every single day!

Veronika and Zuzi taking an evening walk over the island's plain.


Fisherman's Beach at sunset.


Some boats in the harbour at sunset. Tide is high - otherwise the boats wouldn't float on the water but lie on dry sand: Tide differs by 10 metres or more on Herm island and at low tide you can walk to that little island to the right.


A popular way of selling tomatoes, flowers, cucumbers and other agricultural produce on Guernsey. (The sign to the right says "Would the person that always pays 50p for tomatoes please pay the balance or stay away!")
I even saw people trying to sell their children's old toys this way...


The contents of my apron or "Things a waitress better had on her at all times":
- Tissues: for runny noses, spilt liquids, hiding food,....
- Key for the till
- Pad and pen: for taking down orders, random sketching,...
- Hair clips: after 10 hours of work your hair is usually not as you had meant it to be 10 hours before (especially on a windy day)
- Labello: lips get dry with a lot of talking and only little to drink. (It's easy to forget thirst when working and I'm drinking much less than at home.)
- Herm Island Chocolate Mint Wrapper (with or without chocolate within): The Chocolate comes with the coffee we serve at Captain's Table and some people just don't eat theirs, so they end up in waitresses' aprons.
- Key for my room: No 9 in Sark block, a very shabby shack whose outer walls of corrugated iron have been painted white this year to make it look decent. The interiour is not that beautiful, though: The corridor is littered with beer cans...I spare you pics of that...
- 70p emergency cash: for days when I'm so tired that I have to dope myself with coke from the vending machine in the cantine
- Corkscrew: for opening wine bottles, opening letters etc.
The only thing I still miss is a lighter: This will change tomorrow. I need it because I've turned heavy smoker. All that stress everyday. Annoying customers.... No, in fact I need it to light candles at Captain's Table: for a romantic atmosphere in the restaurant.


North Beach: The most beautiful and secluded of Herm's beaches: You'll never find people there because it's rather difficult to reach and always windy.
Ina and I took a walk today and left our footprints on the otherwise untouched beach.


On the way to said beach: Shortcut over the rocks.


Next we are going to explore Herm's caves and tunnel systems. But I'll have to get some batteries for my torch first...

Tuesday, July 14, 2009

Food issues - No. 3: Kid's High Tea

Das Thema Dinner muss noch ein bisschen warten, denn momentan inspiriert mich mein Ärger über diverse Gäste zu einem anderen Thema meine Wut loszuwerden. Diese braute sich zusammen, als ich gestern der Tradition gemäß zur Betreuung des täglichen Kid's High Tea eingeteilt wurde. Dies ermöglicht im Hotel weilenden Familien ihre Kinder schon um 5 (pm) abzufüttern, damit diese dann schlafen, wenn Mami und Papi sich im noblen Hotelrestaurant (Krawattenpflicht!) spätabends vier Gänge inklusive Wein reinziehen.

Wenn die Anzahl der essenden (oder zumindest erscheinenden) Kinder <10, 4 (pm) die Speisen (1-3 Gänge) vorbestellen. Bei einer Teilnehmerzahl >10 gibt's Buffet.

An sich mag ich das ganz gern, denn es ist 1 Stunde Stress und dann ist's vorbei.

Das ist der Idealfall.

Gestern war anders:

4:30
Ich gehe zur Rezeption und bekomme von Nicole die Vorbestellung eines Zimmers (2 Kinder) und die Information, dass spontan sich noch ein weiteres Zimmer entschieden hat, dass die Kinder was essen sollen. Die Vorbestellung würde ich erhalten, sobald sie wissen, was sie essen wollen.

5:00
Das zweite Zimmer hat endlich auch entschieden was die Kinder essen wollen, zum Glück nur je 1 Gang. Kris, der beauftragte Koch, ist alles andere als glücklich darüber, dass er spontan noch 2 Hauptgänge kochen muss.

5:10
2 Familien mit gesamt 4 Kindern kommen rein und wollen auch was. (Die Kinder voll fertig vom vielen Spielen draußen, die Eltern auch nimma ganz frisch.) Ich frage ob sie vorbestellt haben, woraufhin einer der Väter verneint. Die Begründung ist, dass er am Vortag vorbestellt und das falsche Essen bekommen habe, also dachte er sich, er komme einfach her, ohne vorzubestellen. Gute Idee! Machen wir das doch alle so! Ich informiere höflich, dass normalerweise vorbestellt werden muss, verspreche aber zu schaun, was ich tun kann und eile zur Rezeption, wo Nic mich anweist den Vater nochmal zu erinnern, dass er bis 4 vorzubestellen hat und dann Kris in der Küche zu fragen ob er ihnen was kochen könne.

5:20
Kris weigert sich, Essen für den Mann (oder eher seine Kinder) zuzubereiten, weil er schon von den anderen Nachzüglern leicht angepisst ist.

5:25
Der Mann will auf diese Nachricht hin (verständlicherweise) den Manager sprechen, der mir zufällig auch gerade über den Weg läuft. Natürlich wird ihm nun die freie Wahl über die Speisen für seine Kinder überlassen. Dauert ewig, bis er sich entschieden hat und er hat zusätzlich noch Extrawünsche.

Dann regt er sich auf, dass es kein Buffet gibt - im vorigen Jahr habe es das gegeben und da sei die Auswahl an Speisen natürlich größer gewesen. Ich erkläre ihm höflich, dass ein Buffet nur Sinn macht, wenn man eine gewisse Anzahl an (vorangemeldeten!) Kindern zu verköstigen hat und versichere ihm noch etliche Male, dass ich ihn sehr gut verstehen kann und dass es mir recht Leid tut, dass es diesmal leider anders ist. Er scheint dennoch nicht darüber hinwegzukommen, dass seine Kinder sich mit anderen Speisen abfinden müssen.... tja, Pech.

5:30
Kris ist angepisst. Ich bin angepisst. Alles hat sich um eine halbe Stunde verzögert. Aber wir tun unser Bestes und ich lasse mir meine miese Stimmung nicht anmerken. Meine Fassade rutscht nur einmal, als eine Frau einen Hochstuhl für ihr Kleinkind verlangt. Diese Tatsache ist ja nicht weiter schlimm, aber die Hochstühle sind so konzipiert, dass auf dem Tischchen noch ein Tablett angebracht werden kann, dass abnehmbar und so recht gut waschbar ist. Besagtes Kleinkind ist aber ein Gfrast und wirft das Tablett mehrmals zu Boden. Die Mutter bemüht sich nicht weiter um das Tablett, sondern nimmt den Shrimpssalat (mit viel Soße) und löffelt das Zeug direkt auf das Tischchen. Ich traue meinen Augen nicht und verliere die Beherrschung über meine Gesichtsmuskeln: Mein Lächeln fällt - ich starre die Frau entgeistert an. Man kann doch das Kind auch von einem Teller füttern, oder? Vor allem, wenn man das Kind eh füttert und es nicht selber isst. Sie sieht meinen Blick und verspricht, das Tischchen dann zu putzen. Ich setze meine Maske wieder auf, lächle, danke ihr und verdrück mich in die Küche und meine Wangenmuskulatur zu entspannen.

Der Rest läuft nach Plan, aber mit meiner guten Stimmung ist es leider schon vorbei:
Wegen dieser ganzen spontanen walk-ins und der Tatsache, dass besagtes rebellisches Kleinkind und seine Schwester beide 3 (!!!!) Gänge essen (versuchen -- ich mein', ein Erwachsener schafft 3 Gänge, aber 2 kleine Kinder?! Die haben dann nur mehr mit dem Essen herumgespielt und die Eltern sind daneben gesessen und haben zugesehen... sorry, Detour..) dauert die 1 Stunden Geschichte ganze 100 Minuten.

Mein vorher schon hergerichtetes Abendessen ist durch's Warmhalten natürlich komplett ausgedörrt, als ich dann um 3/4 7 endlich damit am Kantinensofa niedersinke und diese Eltern haben mir derart viel Energie abverlangt, dass ich dann noch einen Inselrundlauf gebraucht habe, um wieder normal zu werden.

Letztes Jahr habe ich mich öfter freiwillig für KHT - heuer wohl eher nicht...

Sunday, July 12, 2009

Food issues - No. 2: lunch

I have by now acquired a large tea mug, my own spoon and a baby feeding bowl (was the cheapest thing closest to a muesli bowl that I could find in the short time I spent on Guernsey on my first day off). Got my own proper muesli, fruit and yogurt as well. So, the breakfast problem has been sorted.

Lunch is different. The weird and slightly disturbing aspect is that we get lunch from 11 to 12 a.m.. It therefore pretty much coincides with breakfast (not in my case anyway because I'm still trying not to mess up my biorhythm completely. So far I managed to get up at 7:30 every day, despite late nights.).
Lunch is always light because we only get cold things like different kinds of salad and, if we are lucky, fruit. Sometimes we also get the remains of last day's dinner, slightly modified (e.g. incredibly delicious pasta, turned into a salad by adding loads of mayonaise...yuck!). The not too lazy ones among us make themselves toast, but I can't be bothered this year. Takes up too much time and I don't like toast that much. Salad and fruit is enough. A big plate of salad and fruit.
The main trouble with lunch is that if you're not there at 11 sharp (or 5 minutes earlier) you won't get any of the good things. Melons are usually gone by 10 past 11 and if you're lucky you can scrape together the last few slices of orange. But I don't mind that much because I'm usually not that hungry by then.

What we offer to our customers is a different kind of lunch and after a week I can tell you that this year's favourites are the "Prawn and Crab open" - just prawn and crab piled high on 2 slices of brown "bread" (there is, of course, no such thing as proper bread on the Channel Islands - they're still part of the UK...) with lots of cocktail sauce - and the all-time best-seller Fish&Chips. The Bailiwick Moules (Mussels, served with Garlic Bread) rank very high as well and Sandwiches of all kinds (served with crisps, for whatever reason) are again devoured in large numbers.
After that most people still feel hungry and order ice creams, like Death by Chocolate or Banoffee Pie (for which they are hated by the pastry chefs: Making ice creams is the least liked job in the kitchen, besides polishing plates and cutlery, but that is the waitresses' (i.e. our) affair). People who don't like ice cream can choose between Choc Fudge Cake, Cheese Cake or Tart au Citron. These, also, don't make our pastry chefs happy. Lazy lot!

Sunday lunch is different, though, because then the carvery is switched on and manned and people can help themselves to the typical Sunday roast. We like that because then we don't have to run food all the time - we only clear the tables from plates with the gravy-pools, left-over yorkshire puddings and soaked napkins afterwards. Yum!



Monday, July 06, 2009

Food issues - No. 1: Breakfast

Bekannterweise bin ich ein Morgenmensch. Und "Morgen" impliziert für mich ein ordentliches Frühstück, denn sonst beginnt der Tag schon mal schlecht.
Hier auf der Insel ist das ein dezent problematisches Thema: Man schält sich nach zu wenigen Stunden Schlaf aus dem Matratzental, zieht sich irgendetwas an und schlurft in die Kantine. (Für das Schlurfen sind eher die Flip Flops als die Müdigkeit verantwortlich, aber zweitere trägt natürlich dazu bei.)

Mein erstes Bestreben in der Früh ist ein Häferl starken englischen Schwarztees zu trinken und dabei stoße ich auch schon auf das erste Problem: Keine Häferl weit und breit. Ich pirsche durch die Küche und spähe in jede Ecke, bleibe aber erfolglos. Schlussendlich, als ich schon frustriert aufgeben will, bietet man mir ersatzweise eine lächerliche Kaffeetasse an, die es mir unmöglich macht, auf meinen täglichen Teeverbrauch zu kommen.

Ich setze die schnucklige kleine Tasse auf einem der Tische ab und stelle gleich darauf überrascht fest, dass einem als member of staff tatsächlich ein full English breakfast zusteht (komplett mit baked beans, Schwammerln, Ei, Speck...), entscheide mich aber dann der Einfachheit und des mangelnden Hungers halber für eine Schüssel Cornflakes (other cereal not available) mit Milch.
Einfach? Denkste!
Ich hätte English Breakfast nehmen sollen, denn einen Teller aufzutreiben wäre kein Problem gewesen. Eine Müslischüssel hingegen... whew!... unmöglich. Generell Schüsseln, Terrinen etc. aller Arten und Größen dürften gut versteckt sein und ich weigere mich hier, Ramekins - davon gibt es Hunderte - in die Kategorie "brauchbare Schüsseln" aufzunehmen. Schlussendlich schafft es der nette junge Kitchenporter, den ich vorher schon wegen eines Häferls genervt habe, mir eine normale Schüssel aufzutreiben. Inklusive Löffel.

Annähernd zufrieden fülle ich sie mit Cornflakes und Milch und suche meinen einstweilen ausgekühlten Tee und während ich meine homöopathische Dosis dieses belebenden Gebräus nippe, stelle ich im Geiste eine Liste an Luxusgütern zusammen, die ich bei meinem nächsten Besuch auf der "großen" Insel (i.e. Guernsey) erwerben werde und die mir in Zukunft das Inselleben und vor allem die morgendliche Nahrungssuche erleichtern werden: ein Teehäferl, eine Müslischüssel und am besten noch einen Löffel!

Sunday, July 05, 2009

Initial Rough Draft

Um 3 Uhr morgens aufstehen ist ganz schön hart - soll aber schlimmeres geben und entgegen all meiner Erwartungen haben mich die 3 Flüge und die Fährenfahrt nicht komplett erledigt.

(Erheitert hat mich eine Anzeige im Flugmagazin von Flybe: Shewee - offenbar so eine Art Minikatheder, der Frauen ermöglicht im Stehen und in voller Kleidung zu pinkeln. Darauf hat die Welt nur gewartet!! Wollten wir nicht schon immer wie Männer pinkeln können? Tja, Shewee macht's möglich... )

Gut, aber nach dieser kurzen Detour weiter zum eigentlichen und wichtigen Geschehen:
Gleich am Flughafen wurde ich von Ina empfangen, die nur einen Tag vor mir angekommen ist und mich auf der Fahrt zur Insel gleich mal auf alle wichtigen Neuigkeiten und Änderungen vorbereitet hat. Damit bin ich auch schon nicht mehr ganz allein und blicke voller Neugier dem Abend entgegen.

Die Fähre zu verlassen und die Insel zu betreten war ein eigenartiges Gefühl, denn ich hatte nicht den Eindruck, lange weggewesen zu sein. Oder überhaupt weggewesen zu sein.
Argerweise erwartet man aber irgendwie auch genau die gleichen Leute dort und es ist schon ein bisschen irritierend, an der Rezeption gleich von lauter Leuten begrüßt zu werden, die man nicht kennt. Ebendort wurde auch eine Hoffnung zerstört, welche ich mich die ganze Zeit bemüht hatte zu unterdrücken: Die Hoffnung auf ein schöneres, helleres und vor allem größeres Zimmer. But no such luck. Die neue Assistentin des neuen Managers war so nett, mich in die altvertraute Baracke zu geleiten, wo mich gleich an der Schwelle halb der Schlagf getroffen hat: Letztes Jahr war's da drin schon nicht schön, aber heuer schert sich offenbar gar niemand darum, dass das Ding auch bewohnbar sein sollte. Es ist so, als käme man nach Hause und stellte fest, dass lauter unbekannte Leute während der Abwesenheit in der eigenen Wohnung Party gefeiert haben. Ohne aufzuräumen, natürlich. *seufz*
Aber gut, ignorieren wir das dezent und wagen wir uns in's "neue" Zimmer - gleich gegenüber vom alten: Der Boden angesankert mit irgendwelchem Dreck, der Teppich so, dass man seine Füße unbeschuht damit nicht in Kontakt bringen will und die Matratze durchgelegen und gut gefedert. Autsch.
Kleiner Bonus: Der Vorhang geht dieses Jahr sogar zuziehen und die Bäder sind in diesem Block interessanterweise wieder mal tragbarer als sonstwo.
Ich habe jetzt mal eine neue Matratze beantragt, denn auch das nächtliche Umdrehen selbiger und die Versuche dem Tal in der Mitte mit einem Handtuch an Tiefe zu nehmen, haben nichts an der (Un)bequemlichkeit geändert. Aber eine neue Matratze wurde mir versprochen und ich werde weder rasten noch ruhen, bis man meinen Wünschen nachgekommen ist!!

Aber kommen wir zu positiveren Dingen: Es ist einfach schön, wenn man aus der Baracke tritt und von den Leuten, an deren Gesichter man das Jahr über öfter mal gedacht hat, mit herzlichen Umarmungen begrüßt wird. Wenn man sich den Arbeitsplan der kommenden Woche ansieht und statt dem eigenen, durchgestrichenen Namen ein liebevoll handgekritzeltes Hammertime! den für mich gültigen Abschnitt selbigen Plans ziert. Schön, zurück zu sein.

Das Abartigste ist aber, dass man anstatt der vertrauten Gesichter und Stimmen in der Küche mit komplett Unbekannten konfrontiert ist, die einen alle nicht kennen, und dass man eigentlich nur darauf wartet, dass die gewohnten Leute doch auf einmal auftauchen und ihre "rechtmäßigen" Plätze einnehmen. Vermutlich werde ich mich auch an deren Abwesenheit noch gewöhnen, aber wie gesagt - komisch ist es schon.

Netterweise habe ich den heutigen Sonntag gleich einmal frei bekommen und dazu genützt, die Insel zu umrunden und mich wieder ein bisschen einzufühlen. Nach einem klischeehaften Sunday Roast (google it!) in meiner alten/neuen Arbeitsstätte, haben Ina und ich den wunderschönen, warmen, sonnigen Nachmittag damit verbracht, in den Sand der wunderschönen Belvoir Bay Mulden zu liegen und zu hoffen, dass wir vielleicht doch noch braun werden. Das klare, blaue Wasser lädt zwar zum Baden ein, aber seine Temperatur lässt nicht zu, dass man weiter als bis zum Knie hineingeht. Gut, es ist ja erst Anfang Juli - ich habe Hoffnungen!
Morgen geht's dann an die Arbeit und die Vorfreude darauf überwiegt eigentlich die Nervosität, denn Arbeit bringt mich mit den bislang unbekannten Leuten zusammen und reißt mich aus meiner derzeitigen Noch-Isolation wieder heraus und ich spekuliere darauf, dass ich mich in einer Woche wieder komplett eingelebt habe.

Fortsetzung folgt.... (in besserem Stil, aber heute bin ich noch zu müde.)

Wednesday, July 01, 2009

Praefatio narratiuncularum vitae insulanae

Gestern um 17:45 Uhr hab ich den Stift hingelegt, die Zettel auf einen Stoß zusammengeschoben und mit einem müden Lächeln der Professorin abgegeben: Die letzte Prüfung des Tages und die letzte Prüfung vor dem Sommer. ENDLICH!

Endlich Zeit, sich auf den Sommer ordentlich vorzubereiten. Die Uniangelegenheiten liegen (trotz furchtbarer Schwüle) auf Eis, die Wohnung ist geputzt und bereit zurückgelassen zu werden und der Koffer zur Hälfte gepackt (nun ja, er ist schon ziemlich voll und ich werde die Sache wohl nochmal überdenken müssen).
Weiters habe ich mich heuer sogar dazu durchgerungen, mir einen internationalen Studentenausweis erstellen lassen (da meiner offiziell nicht gilt, weil mir die Uni verabsäumt hat mir das aktuelle Pickerl zukommen zu lassen) und trotz des abschreckend hohen Preises eine Reiseversicherung abzuschließen (Sie sind unter 29?)... so gut ausgerüstet war ich noch vor keiner Reise, aber man wird alt und paranoid und damit viel vorausschauender... *räusper*

Jetzt bleiben mir noch 2 1/2 Tage, um alle restlichen Sachen die mir noch einfallen zu erledigen, bevor es am Samstag um 6 Uhr morgens hoch hinaus geht. Um mir die Zeit während ich vom Startpunkt zum Ziel befördert werde (3 Flüge + Fähre) zu vertreiben, habe ich mir ein Herz gefasst und mir der entspannten Unterhaltung halber Twilight zugelegt. (Kurz habe ich mit dem Gedanken gespielt, dem Ding einen Einband mit der Aufschrift Shakespeares gesammelte Werke zu verpassen, aber ich werde nun wohl doch nicht so feig sein und zu der seichten Lektüre stehen.)

Also materiell bin ich vorbereitet, aber im Geiste wechseln sich schon verschiedene Szenarien ab, denn obwohl ich mir heuer dessen bewusst bin, was mich erwartet, gibt es freilich trotzdem so einige Unschärfen und die machen mich dezent nervös.
Ich bin sehr sehr neugierig, was mich in den nächsten 10 Wochen erwartet, welche Leute ich kennenlernen werde und mit welchen Spitznamen ich diesmal bedacht werde und was sich mir für neue kulturelle Abstrusitäten auftun. Und obwohl mich allerliebster Laptop bei diesem Abenteuer wieder nicht begleiten wird, werde ich einen Weg finden, meine Erlebnisse mit euch zu teilen und euch mit Anekdoten des Insulanerdaseins allwöchentlich zu erheitern. (Kommentare und Korrespondenz sind natürlich immer auf's herzlichste willkommen!)




Bleibt nur noch, euch allen einen wunderschönen und erholsamen Sommer zu wünschen!

Friday, June 26, 2009

Learning by being there

British Civilisation - eine der spannendsten Vorlesungen, die ich dieses Semester besucht habe, um mein Wissen über das 4-teilige Königreich aufzupolieren und zu erweitern.

Vor zwei Tagen war der Tag an dem ich dieses Wissen auch wiederzugeben hatte und da ich das Fach nur als Wahlfach brauche und in der Vorlesung immer anwesend war, dachte ich mir - obwohl ich keine Zeit zum Lernen hatte wird schon irgendwie gehen - und ging trotz großem Mangel an Vorbereitung (d.h. Mitschrift 1.5x durch) hin.

Und es ging irgendwie:
Gleich zu Beginn war eine Landkarte der britischen Inseln wiederzugeben und einige markante Punkte (die 4 jeweiligen Hauptstädte, ein Badeort und eine Industriestadt in Schottland) einzuzeichnen. Die motivierte Studentin greift also zum Bleistift und zeichnet halt irgendwas halbwegs identifizierbares mit gröberen Unschärfen bei den Inneren Hebriden. (Natürlich dürfen die Kanalinseln nicht fehlen.) Ein paar Farbtupfer markieren die gefragten Punkte. Schön.
Ich könnt die Hauptstadtnamen noch unterstreichen. Und die Grenzen bunt schraffieren. Und - - He, es reicht!

Also reiße ich mich zusammen und gehe weiter zu meiner - wie sich herausstellen sollte - Lieblingsfrage:
Name one highland region in Britain and mark its position. Describe it: What does it look like, what associations (literary/cultural/historical/...) do people have with regard to it, what animals/plants can be found?

Naja, dann mal los:

  • Scottish Highlands. Immerhin war ich da ja schon.
  • Features: Mountaineous (Ben Nevis - highest Peak in UK: 1343m.) Boah, bin ich ein Streber... Wet climate. Wie gesagt, ich war dort schon.
  • Associations: Schmerzende Schultern. Wald. Lochs. Gehen, gehen, gehen. Urquart Castle. ... gut, sein wir bissl ernst: tartan, bagpipes, clans, Highland games, Battle of Culloden, Massacre of Glen Coe, Bonnie Prince Charlie, haggis, ich glaub das sollt reichen - es gibt eh nur 2 Punkte für die gesamte Frage.
  • Plants: thistle, erm....ja.... und dieses lila Zeug. Wie hat das nochmal geheißen? .. ah!: heather, gorse Was auch immer das ist - es wird immer in einem Atemzug mit heather genannt.
  • Animals: puuuuuh. Nessie? :P wohl eher nicht.... hm... woran kann ich mich erinnern? Eigentlich nur an diese: sheep, aber es muss ja noch was geben..... !!: highland cattle irgendwie ist das peinlich, diese Klischees - noch dazu, wo ich dort eigentlich keine derartigen gesehen hab ... aber ich brauch noch was wild lebendes.... mist..... da waren doch keine Tiere, oder? ... oh! *GRINS* ... soll ich wirklich?... ach ist doch egal - immerhin war die Frage nach Tieren in der Gegend, also los: midges die WAREN dort.

Ähnliche Gedankengänge hatte ich bei der gesamten Prüfung und musste relativ oft grinsen aufgrund meiner absurden, auf echten Erlebnissen basierenden Assoziationen. (Aber unten stand explizit: Take examples from your own experience. Also wird's schon passen.)

Für das Essay zum Thema "past in the present" (oder so) hab ich mich dann der Erinnerungen an die Stratfordwoche und die schönen belebten Shakespearehäuser bedient, um auf heritage, marketing etc einzugehen.

Danach bin ich mit einem recht guten Gefühl rausgegangen. Vor allem mit dem Gefühl, dass ich mich auf diese Prüfung nicht durch die 6 Stunden vorher Mitschrift lesen vorbereitet habe, sondern viel mehr mein Wissen von vielen netten und interessanten Erlebnissen im gefragten Land geschöpft habe. Jaja, wir lernen eben doch nicht für's Leben, sondern durch's Leben :-).

Und jetzt wart ich halt voller Spannung auf die Note und hoffe auf's Beste.

Friday, June 05, 2009

How to play the bagpipes

The following is a short reflection on one of the best nights out I've ever had!

After 4 days of extensive sightseeing with Felix (we covered almost every church in the 1st district, had more traditional food than I usually have in half a year and discussed loads of petty little philosophical and moral questions without much outcome -- I won one, though!!!), he got on his train home to Munich safely and I cycled to the Highlander - a Scottish Pub in Vienna - to celebrate Kati's Birthday.

We had an interesting mixture of drinks - starting off with Strongbow's, then progressing to Whisky, being paid a round of peach schnapps by Tony (the barman) and so on. (Sorry, no complete list available for reasons concerned with reputation.) So we were in a pretty good mood already, when suddenly a whole bunch of kilted men and women marched in and started to play Scottish tunes, accompanied by highland dancing. It was AMAZING!! The pub was filled with sound and nobody could refrain from clapping and stomping their feet to the beat - it was contagious!

After the performance some of the guys walked over to our table (probably because we had clapped and cheered so much) and we found out that they weren't Scottish at all, but belonged to Toronto's police orchestra (one of them showed us his ID to prove it!) Anyways, they are here for some sort of festival (I'm afraid I forgot which one) to play together with the Viennese orchestra. So we were talking about Scotland and Canada and bagpipes and whatnot, when I made the assumption that playing the bagpipes must be really difficult. I was answered by a question:
Wanna try yourself?
What could I say to that! My eyes started to gleam (I suppose): Of course I wanted! I have wanted to do that for many years!!

So David (that was the guy's name) placed the instrument on my shoulder and I was absolutely unable to cope with it: it's impossible to hold that thing properly and keep it where it was: The bass and tenor pipes kept slipping down from my shoulder, thus ripping the chanter from my hands. When the bag wasn't inflated, it was extra difficult to hold. But with Dave's help I eventually managed not to drop it.


I then started blowing up the bag with the mouth-piece: That was easy (apart from the bass and tenor pipes leaving my shoulder again). But squeezing the air out of the bag again was tough! It takes more pressure than I expected to create a sound. And as soon as I managed to get some sort of indistinct sound out of the instrument, the bag was empty again (and the pipes had slipped down my shoulders once more).

Whew! Not easy... Try again.

We all took our turns - to the great amusement of our "teachers".

Now we had tasted blood and wanted more and mustered up some courage and asked one of the girls if she could teach us highland dancing as well. She was very surprised and asked whether we were being serious.
We were and so we got a crash course in this discipline as well and - let me tell you - it's not as easy as it looks: You need a good sense of balance (which you naturally don't have after a couple of drinks), but we did ok.

Our feeble attempts were afterwards honoured by a round of drinks on the Canadians and after some more chatting, laughing and joking the four of us went home - with a wide grin on our faces and "Scotland the Brave" in our heads.

Monday, May 25, 2009

Von Sonnenbränden, Kühen und Cola-Brause-Schleckern

... vom Attersee zum Traunsee.

Attersee


So wie jedes Jahr (ab 3x zählt als Tradition, oder?) hat sich auch heuer ein wanderlustiges kleines Trüppchen zusammengefunden und trotz der Gewittervorhersagen sich an den Attersee gewagt.

Wir sind jedoch nicht in dessen kühle Fluten getaucht; obwohl ich nach dem ersten Aufstieg nichts lieber getan hätte, denn die Sonne war zusätzlich zum rötenden Effekt auch noch schweißtreibend.
Nein, wir haben unsere Autos geparkt, dem See den Rücken zugewandt und sind losmarschiert - in die Berge. Im Ort Bach sind wir dann den Bach entlanggetrabt, bis wir auf einen kleinen aber steilen Waldweg gestoßen sind. Diesen haben wir uns hochgekämpft, nur um wieder in der prallen Sonne zu landen - was nicht weiter verwunderlich ist, es war ja schließlich gerade Mittagszeit. Und obwohl diese eigentlich zum Essen eingeladen hätte, wollten wir dieses zumindest so lange rausschieben, bis wir die erste richtige Anhöhe erreicht hatten. Dort wurden wir mit einer weichen Almenwiese, Sonne und einem wunderbaren Ausblick für die ersten paar
mühsamen Stunden entlohnt.
Wir ließen uns zur Mittagspause auf dem saftigen Grün nieder und aßen.
Und redeten: Neben verschiedenen anderen existentiellen Fragen, ging es auch um die Kompostierbarkeit von dem roten Wachs, das oft Käse umhüllt. Stephan meinte es müsse wohl umweltverträglich sein, da eine gewisse Menge davon jährlich in den Mägen der Österreicher lande. Hältst du Österreicher etwa nicht für intelligent genug, die Rinde vor dem Verzehr zu entfernen? Schon 5 Minuten später sollte ich sehen, was Stephan gemeint hat, denn die Sonne ließ kleine Partikel des Wachses so arg mit dem Käse (jetzt nur mehr in undefinierbarer Klumpenform vorhanden) verschmelzen, dass ein Mitessen unausweichlich wurde.

Besagte Almenwiese war (vermutlich) Teil eines Pilgerwegs - auf der Karte auffällig gekennzeichnet durch massenhaft Kreuze, die uns schon zweifeln ließen, ob die Strecke wirklich ungefährlich sei. Wir sollten jedoch nie erfahren, was es mit diesem Pfad auf sich hat, denn nach dem Mittagessen waren unsere Sinne offenbar derart abgestumpft und getrübt, dass wir mitten im Wald am Ende unseres "Wegs" (falls man eine Furche voller ca. 1 Jahr alter Baumsprösslinge so nennen kann) anstanden. Nach erfolglosem Konsultieren der beiden Wanderkarten, wurden wir wagemutig und stürzten uns einfach die Böschung hinunter (Die Richtung stimmt, runter ist auch nie schlecht --> wird schon passen.) und trafen dort nach vielen umgestürzten Bäumen auf einen Weg. Zwei nette Nordic Walker (von denen es dort Unmengen gibt) waren so nett uns auf der Karte zu lokalisieren.
Wieder ging es einen Bach entlang, bis in den Kasten. (Kasten ist ein Ort.)

Müde waren wir schon und ziemlich k.o., abend wurde es auch schön langsam und das Wasser ging uns aus: Nach sehr kurzer Rast und Besichtigung der Kirche in Reinlmühl nahmen wir die letzte Bergetappe, den Gmundnerberg, dessen Überquerung uns schlussendlich nach Altmünster bringen sollte. Jedoch nicht ohne am Berg frech in einen Garten einzudringen und die beiden netten, alten,
dort sonnenbadenden Herren um Wasser angefleht zu haben. (Antwort: Wollt's a Bier? Miassts as nur sogn!) Mit vollen (Wasser)Flaschen bewegten wir uns weiter und müde und teilramponiert erreichte der Trupp nach einer weiteren Stunde endlich unser Quartier.

Traunsee mit Traunstein

Nach dem Abendessen im Ort (der Wirt fragte uns zuerst in welche Schule wir gehen und schenkte uns dann je einen Cola-Schlecker. So einen mit Zitronenbrause drin. Mhhhh. Mann, müssen wir alle jung aussehen!!) ging's ab ins Bett, denn der nächste Tag begann zeitig. (Wahlweise um 6 oder 3/4 7 - je nachdem, ob man vor dem nächsten schweißtreibenden Wandertag noch duschen will).

Unsere Gastgeberin war toll! Zum Frühstück gab's weichgekochtes Ei, Weckerl und Semmeln, Käs und Wurst, Butter und Marmelade, Tee und Kaffee und Saft. (Sie hätte sogar Cola für Michi gebracht - der hat das aber dann doch ausgeschlagen.) Mhhhhhh. Sie hat uns sogar angeboten, dass wir uns doch noch Weckerl mitnehmen mögen und war vollkommen überrascht, dass wir auch für den zweiten Tag genug zu essen mithatten. Offenbar haben wir keinen sehr selbstständigen Eindruck gemacht... Überhaupt konnte sie nicht fassen, wie jemand an einem Tag so weit wandern kann. Aber man kann.

Nach 8 waren wir endgültig wach, und von dem bisschen Nieselregen keinesfalls abgeschreckt pilgerten wir vorerst der Straße entlang, an einer hässlichen, riesengroßen Fabrik vorbei, in den Nachbarort um von dort den nächsten Berg in Angriff zu nehmen. Nicht gar so mutig wie wir war ein Paar Nordic-Walker, die nach 3 Regentropfen schon wieder umdrehten. Durch das Anziehen meiner Regenjacke, konnte ich den Himmel gewogen stimmen und von da an hatten wir nur mehr strahlenden Sonnenschein!

Durch die (gatschigen) Wälder ging es und über Almwiesen, wo ein paar junge Kühe besonderes Interesse an Michi fanden und diesem dann nachtrotteten. Jedesmal, wenn man sich nach ihnen umdrehte, taten sie so als wäre nichts und wandten den Kopf zum Grasen... frech!

Auch am zweiten Tag machten wir eine Mittagspause, deren Highlight eindeutig das stephansche Käsebrot war (2mm Brot - 12 mm Käse -- 2 mm Brot. Gigantisch!).
Als Spezialprogramm zum Mittagessen gab uns ein vorbeiziehender alter Mann (zwei dünne Äste als Stützen in jeder Hand) einen groben Überblick über die sicht- und unsichtbare Bergvielfalt um uns und sein (Schwieger-)Sohn (oder so) war so nett uns zu fotografieren.
So heiß und sonnig war es, dass trotz meiner Bestrebungen keinen Sonnenbrand zu bekommen meine Schultern aufgaben und einen leichten ... erm... mittleren Rotton annahmen aber ich war nicht die einzig Sonnenbelastete :-). Außerdem sollte mich noch Schlimmeres erwarten, aber das ist noch einige Stunden entfernt...

Weiter ging es über Stock, Stein und Almenwege, vorbei am Gasthaus, wo wir nur schnell unsere Flaschen auffüllten, dann wieder in den Wald, wo wir irgendwelchen komplett irreführenden Wegmarkierungen gefolgt sind - für so 30 m.

Die angepeilten 3 Uhr Nachmittag als Zielzeit rückten mit vorschreitendem Uhrzeiger in weite Ferne und Felix und ich begannen schließlich, uns die Zeit mit deutsch-englisch zusammengeflickten Disneyliedern zu vertreiben. Blöd nur, dass wir kein einziges vollständig kannten.

Eine Stunde vor Weyregg (=ZIEL!!!) höre ich knapp vor meinem Kopf ein Summen. Ich versuche, das Tier zu verscheuchen, aber es hat sich offenbar in meinen Stirnfransen verheddert. Kathi kommt mir zu Hilfe, doch die Biene hat beschlossen, nicht zu gehen, ohne mir ein Souvenir in der Haut zu lassen: Bienengift und ihren Stachel. Zweiteres konnte entfernt werden, ersteres nicht. Angenehm! Ich hatte schon Horrorvisionen von einem zur Hälfte gelähmten Gesicht usw... Dieser stechende Schmerz breitet sich wunderbar über meine ganze Stirn aus und es fällt mir sehr schwer, ihn zu ignorieren. Schließlich konnte ich ihn dann doch ausblenden: Und zwar mit einem großen, wohlverdienten Glas Radler in der Bachtaverne in Weyregg. Mhhhhh.
Stephan, Felix und ich - schon einigermaßen ausgeruht und gestärkt - boten unseren beiden Freunden dann an, die Autos holen zu gehen, die am anderen Ende des Ortes geparkt waren. Das taten wir auch - ohne schwere Last am Rücken und widerstanden dabei der Versuchung den Golfplatz zu queren, sondern wanderten brav rundherum.

Und so hat mit dem Abschiednehmen von Michi in Weyregg und dem Abliefern von Stephan und Felix in Timelkam nach einer langen Autobahnfahrt auch dieses Abenteuer nach 2 anstrengend-schönen Tagen sein Ende gefunden. Es wird allerdings nicht das letzte gewesen sein.... *Märchenbuch zuklapp*

Tuesday, May 19, 2009

Verbale Bitzeligkeiten

Vor ca. einer Stunde stehe ich in Wien an einem Bahnsteig und warte auf das Einfahren meines Zugs. Damit ich mich nicht gar so langweile, habe ich meinen MP3-Player eingestöpselt und höre mir nach der Reihe an, was er mir so zu-shuffle-t.

Plötzlich ein Lied von Nada Surf: Blankest Year.
Gute-Laune-Musik!! Geistig will ich schon mitsingen: "Oooooh, fuck it, I'm gonna have a party..." als ich feststelle, dass ich etwas ganz anderes höre. Man hat sich offenbar gezwungen gesehen diese böse, BÖSE Wortwahl abzuändern und das F-Wort herauszunehmen und stattdessen - rhythmisch und mundgymnastisch unheimlich gut realisierbar - to the hell with it singen zu lassen.

WOZU denn bitte?! Ich kann mir nämlich nicht erklären, wie hell positiver sein kann als alle möglichen Sachen, die man mit fuck assoziieren kann. Aber ich geh mal davon aus, dass das von den Amerikanern initiiert wurde und da wundert mich ja gar nix mehr: Immerhin zensieren die lieber Sexszenen als Gewaltszenen, denn erstere verderben nur die Jugend wohingegen zweitere.... äh... abhärten? Die allgemeine Gier nach Blut befriedigen? Leute dazu bewegen, nicht - oder gerade dadurch verleitet doch - sich dem Heer anzuschließen? WHAT THE F...erm ... HELL?! Möglicherweise bin ich einfach nur ignorant oder dumm, denn ich sehe da keinen Sinn....

Wenn ich mir dann als Gegenbeispiel Großbritannien hernehme, wo fuck in diversen Abwandlungen beliebig als Verb, Adverb, Adjektiv oder Intejektion vollkommen willkürlich in ganz nomale Sätze eingebaut wird - durchaus mit positiver Konnotation: [quote] I fucking will write something fucking nice into that fucking book! [/unquote] - beginne ich mich zu wundern, warum man darüber soviel Aufhebens machen muss. Das trägt doch bloß dazu bei, dass derartige Unwörter wie hinterlistige kleine Schimmelpilze sich in Jedermanns alltägliche Sprache einschleichen!

Und, ja, ich hole noch weiter aus: Gibt es doch auf YouTube zwei wunderbare Spots, deren Lieder in ihrer Hauptzeile die präsentische Partizipialform dieses verpönten Wortes beinhalten (mit je einmal Matt Damon, dann Ben Affleck als nachfolgenden Objekten --> sehr zu empfehlen und nein, es ist nichts Unzüchtiges - das ist hier schließlich ein anständiger Blog!) , deren akustischer Genuss jedoch durch permanentes durchdringendes Biiiieeeeeepen gestört wird, sodass man es noch Stunden später im geistigen Ohr hört.
Dabei springt sie sofort wieder in meinen Weg, die Sinnfrage: Wenn man doch ohnehin weiß, welches Wort sich hinter dem Stimmton verbirgt, muss man es dann wirklich noch übertönen und die Leute quälen? Biep ist ja selber schon fast ein Schimpfwort, so oft wie es in aufgebrachter Invektive über Radio, Fernsehen und YouTube schallt!

Wie auch immer, ich hab beschlossen, die höllische Version des Nada-Surf-Lieds zu eliminieren (der Rhythmik wegen) und mir die andere auf meine Minimusikanlage zu spielen, denn die habe ich als höchst unanständiger, ständig fluchender Mensch, dem jeglicher Respekt vor Sub- und Objekten welcher Natur auch immer fehlt, natürlich auch. Das ist im Übrigen auch die, die die Band selbst schamlos beim letzten Konzert gesungen hat!

Saturday, May 16, 2009

"You'll become weird."

- So schaut's also mit meinem Schicksal, meiner Zukunft, meiner weiteren Entwicklung aus. Gut zu wissen - man muss sich ja immerhin auf alles einstellen können.

Die obige Aussage wurde gestern von einem langjährigen Lehrer getätigt, der uns im Zuge einer Blocklehrveranstaltung mit einer Riesenmenge an interessanten und herausfordernden Szenarios, die uns im Unterricht mal erwarten (könnten) bekannt machte.

Zugegebenermaßen kann einem sowas schon ganz schön Angst machen, selbst wenn man sich permanent tonbandmäßig vorsagt, dass das eh nur die Highlights aus 15 Jahren Dienstzeit sind und 98% des Unterrichts komplett anders aussehen, aber man überlegt sich dann schon, ob man all diesen Herausforderungen, die geeignete spontane Reaktionen erfordern, gewachsen ist.

Und wenn man das dann halbwegs verdaut hat kommt auch schon die bittere Nachspeise: Man wird nämlich informiert, dass das Lehrerdasein ein verdammt einsamer Job ist, in dem einem von niemandem geholfen wird oder Anerkennung geschenkt wird, weil nämlich
  1. die Lehrerkollegen keine Ahnung von meinem Unterricht und zusätzlich ihre eigenen Sorgen haben,
  2. die Schüler mich sowieso nur als Feindbild ansehen, das nur zu dem Zweck existiert, ihnen ihre Jugend zur Hölle zu machen und sie mit sinnlosen Aufgaben zu quälen, und
  3. man von den Eltern sowieso nix Positives zu erwarten hat, da deren Realitätswahrnehmung von Vorurteilen stark verzerrt wird.

Weiters führt die extreme Intensität von täglichen Interaktionen und zwischenmenschlichen Kontakten offenbar zu physischer und psychischer Müdigkeit von unvorstellbarem Ausmaß von dem man sich daheim bis spät nächtens beim Hausübungenkorrigieren und Stundenplanen dann erholen kann. Wenn man Glück hat, genug Schlaf zu bekommen und dann voller Motivation des nächsten Tages die Klasse betritt, wird dieser Enthusiasmus vermutlich spätestens dann gleich wieder ausgedämpft, wenn man feststellt, dass man sich umsonst eine wunderbare Stundenplanung angetan hat, weil die Schüler zu faul waren, die dafür gesetzten Voraussetzungen zu erfüllen und man nun erst recht improvisieren muss. Und da soll man den Mut und die Freude nicht verlieren. Klingt ja unmöglich.

Also ich kanns schon nicht mehr erwarten. Das burn-out dann.

Und da ich die negative Stimmung, die ich gerade erzeugt habe jetzt nicht durch positive Relationen und Kompensationen aufheben will - Ich hab' mich immerhin wahnsinnig bemüht!-, jammere ich lieber noch weiter - nämlich darüber, dass das Lehrersein einen offenbar zu einem total verkorksten, alles überprüfenden, evaluierenden und bewertenden Menschen macht, der permanent seine Freunde und sein Umfeld erziehen und mit Wissen bereichern will:

Eine absolute Horrorvision.

Scheinbar ist diese Entwicklung aber unausweichlich und deshalb hielt ich es für angebracht euch schon mal vorzuwarnen. Denn ich werd' nichts dafür können und ich hoffe ihr habt mich dann trotzdem noch lieb!

Saturday, May 09, 2009

Baustelle

Liebe Leute, wundert euch nicht, wenn in nächster Zeit diese Seite ständig anders aussieht. Ich bin nämlich nicht ganz zufrieden damit und werde stückweise ein bisschen herumexperimentieren, aufdass sie mir dann irgendwann gefällt. ... Kann allerdings dauern.

Anregungen nehme ich gerne entgegen!

PS: Die lustigen Checkboxen (von denen dummerweise nur 3 angezeigt werden, obwohl ich 5 konfiguriert hatte) dienen für mich dazu festzustellen, ob der Blog überhaupt gelesen wird - also seid bitte so gut und klickt irgendwas an, wenn ihr einen Eintrag lest :-)

Friday, May 08, 2009

Touristenabzocke und Einheimischeninkommodation

Gegen Ende des Vorjahres habe ich mich bereits gezwungen gesehen mich über die Abschaffung der 1er und 2er Ringlinien zu entrüsten. Und diese Entrüstung schrumpft nicht indirekt proportional zur verstrichenen Zeit, so wie man das eigentlich erwarten sollte, nein, sie wächst.Und unlängst hatte sie wieder einen besonderen Wachstumsschub...

Denn wenn ich meine liebe Mom an ihrem Arbeitsort besuchen will (um beispielsweise den Drucker dort um ein bisschen Toner und Papier zu erleichtern) kann ich nicht mehr wie alt-bewährt in die 2er einsteigen und nach ein paar Minuten beim Stadtpark wieder aussteigen, sondern fahre entweder irrsinnig kompliziert mit etlichen Umstiegen öffentlich oder ich gehe zu Fuß (ca. gleicher Zeitaufwand) oder ich bin zufällig sowieso berädert. Es ist einfach ärgerlich und bringt keinem was.

Warum hat man also diese Kultlinien umgelenkt?

Eine wirkliche offizielle Erklärung gibt es vermutlich gar nicht, aber ich vermute mal, dass den ewig raunzenden Wienern die vielen Touristen ein Gräuel gewesen sein könnten, die mit den Ringtrams recht kosten- und zeiteffizient die meisten wichtigen Gebäude der Stadt abdecken konnten. Und dass man sich dachte, man könnte da noch was rausholen. Deshalb wollte man den Reisenden diese Möglichkeit nicht ganz rauben, sondern hat sich vielmehr bemüht, diesen bisherigen Insidertip zu kommerzialisieren.

Ich stehe also unlängst an der Bimstation und warte auf die D, als sich etwas gelbes, längliches in mein Blickfeld schiebt. Sieht aus wie eine Bim, aber irgendwie auch nicht.
Bei genauerer optischer Analyse erblicke ich die Aufschrift "Ringtram", gesäumt von den Silhouetten bekannter Gebäude, die sich halt an der Ringstraße so aneinanderreihen. Soll durch die geschwungene Schrift und das angedeutete "Schönbrunnergelb" vermutlich zum Einsteigen einladen.
Jedenfalls sitzen kaum Leute drin, aber dafür gibt es einen fast elegant gekleideten Schaffner mit exklusiver Ringtramkravattennadel, der sich gleich einmal bemüht, die verwirrten/nicht aufmerksamen Leute, die einsteigen wollen, abzuwimmeln. Ich werfe also einen genaueren Blick hinein und sehe einige Touristen, die gebannt auf die Votivkirche starren. Alle. Keiner redet. Seltsam..... Doch - a-haa! - da sehe ich auch schon den Grund für die Gebanntheit und die unterlassene Kommunikation: Ihre Ohren sind mit einem kleinen Gerät am Vordersitz verbunden! Toll, toll: Hat man also eine alte Bimgarnitur auf Touristenfreundlich aufgemotzt:
Man steigt ein, zahlt, kriegt von dem (hoffentlich freundlichen) Schaffner Kopfhörer verpasst und darf sich auch gleich verkabeln. Laut Homepage darf man nicht aus- und später wieder einsteigen ("keine Ausstiegsmöglichkeit" [Zitat homepage], was irgendwie nach Gefangenentransport klingt). Diese Restriktion gilt allerdings nur, wenn man sich um saftige €6 eine Ringrunde erkauft. Man kann für einen Zuschlag von €3 aber auch gleich ein Tagesticket haben, und somit nach Belieben rein- oder raushüpfen und sich an den mehrsprachigen digitalen Erläuterungen und den innen angebrachen LCD-Bildschirmen erfreuen.
Über das Fassungsvermögen des Transportmittels sind sich die Homepages nicht einig. So kann es passieren, dass Gruppen von 40 Leuten dann doch 5 wegen Platzmangels zurücklassen müssen...

Tatsache ist, dass diese gelbe Tram mir unsagbar auf die Nerven geht: Wie ein Kind, das durch eine Auslage in ein Süßigkeitengeschäft schaut und weiß, dass es keine Gummischlangen haben kann, weil es kein Geld hat, kommt mir dieses gelbe Ding vor: Haha, ich fahre dahin wo du hinwillst, aber mitfahren kannst du ni-hicht! Nana-nana-naa! Außer du blechst dafür 6 Euro....und dann darfst du nicht einmal aussteigen, wo du willst! ruft es mir zu. Blanker Hohn!

Ich will die alten Ringtrams zurück und denke schon über Unterschriftensammlungen und Demonstrationen nach -- denn ich finde jeder Wiener sollte das Recht und die Möglichkeit haben, jederzeit den Ring per Bim zu umrunden!

Saturday, May 02, 2009

Über Blogger / Unter Bloggern

Nachdem ich mich nach einer - im Nachhinein - als anstrengend erlebten Radtour durch das wunderschöne Kamptal (Ich werde die Fotos herzeigen und behaupten in Schottland gewesen zu sein... immerhin hab ich auch Schafe drauf) trotz der Müdigkeit und Hypomotivation dazu aufraffen konnte mein für Dienstag fälliges assignment zu verfassen (Aufgabe: Rede per Brief deinem Boss ein, dass die Firma gut daran täte Digital Photo Frames zu kaufen) sah ich meine Pflichten für heute als erledigt an und begann, mich interessanteren Dingen zu widmen: Mir fiel ein, dass ich eigentlich meine Recherche zur studentischen Lebensqualität der Stadt Bangor vorantreiben wollte (nicht etwa, weil die Zeit drängen würde, sondern weil ich sowas einfach gern tu') und begann via Google nach entsprechenden Blogs zu suchen.

Ich folgte zwei unbrauchbaren (weil für nicht-Freunde irrelevant oder vor grammatischen Grausamkeiten strotzdend) und einem nicht mehr existenten Link, bevor ich auf einer sehr aufwendig gestalteten Seite eines anderen Bloggers landete:

Beim chronologisch ersten Post begann ich zu lesen und dachte mir schon nach zwei Sätzen: Verdammt, der Typ kann vielleicht gut Englisch! Bis ich in Satz 3 oder kurz später feststellte, dass es sich um einen Amerikaner handelt. Puh, gut. Muss ich mir nicht schlecht vorkommen. Ich lese, gefesselt von dem unheimlich ansprechenden Stil und der schönen Sprache, weiter und finde mich nach zwei Stunden immer noch bei derselben Beschäftigung; denn neben der unterhaltsamen und von langweilig weit entfernten Formulierung bekomme ich eine brauchbare Information nach der anderen präsentiert (Ich weiß jetzt welchen Reiseführer ich unbedingt brauche, welche Wohnart ich stark in Erwägung ziehe etc.) und kann mich gar nicht sattlesen.
Ich könnte jetzt noch eine endlose Ode hier anhängen und mich mit unterschiedlichen Worten dauernd wiederholen, aber das wird dann langweilig...

Nach einer halben Stunde Lesens hatte ich jedenfalls beschlossen, diesem Menschen für seine Mühen zu danken.

Nach weiteren 2 Stunden konnte ich mich dann endlich aufraffen, die Leserei sein zu lassen und forschte den jungen Mann via einer in ihrer Popularität stark wachsenden Online-Austauschplattform sofort aus und adressierte an ihn eine von meiner Begeisterung kundtuende Fanmail.

Diese wurde auch prompt von ihm beantwortet - so deutsch-englisch, voll süß :-). Er hat sich unheimlich gewundert und gefreut und will dann benachrichtigt werden, wenn es so weit ist, dass ich über meine Erlebnisse in Lauchland schreibe. (Nicht einmal die Mühen der deutschen Sprache würde er scheuen.) Wird er erfahren - auch wenn ich an die Qualität seiner Schreiberei bei weitem nicht rankomme.

Ich mag das. den. das Bloggen. Gut, dass es das gibt.

Und, ja: Danke euch Lesenden. Denn dafür tun wir das ja.