Saturday, June 08, 2013

Ab ins Bootcamp

Ich halte mich eigentlich generell für eine ziemlich sportliche, ausdauernde Person, die auch recht hart im Nehmen ist: Eine dreitägige Wanderung, gestreckt über 80km mit mehreren tausenden Höhenmetern, die zu erkämpfen sind - kein Problem. Eine Fahrradtour, bei der man etwa 500km vollbepackt und auf unwegsamem Gelände in 7 Tagen zurücklegen will? Schreckt mich nicht. Eine Kletterpartie über riesige Felsblöcke, gekrönt von einem gämsenhaften Sprung von einer hohen Felssäule zur nächsten? pfff... reden wir nicht drüber.

Letzten Freitag, allerdings, wurde ich eines besseren belehrt.

Es gibt das Vienna City Bootcamp, auf welches meine trainingswütige Schwester bei einer ihrer extensiven Internetrecherchen mal gestoßen ist und von welchem mir die liebe Julia vor ein paar Wochen erstmals erzählte. Letztere hat das nämlich ausprobiert und quält sich nun neuerdings Woche für Woche freiwillig ab.
Die Idee, die Stadt und deren Gegebenheiten für Ausdauer- und Kräftigungsübungen zu nutzen, finde ich äußerst ansprechend, denn erstens passt das Ambiente, zweitens ist man frischen Luft und nicht in einem grauslich-stinkenden Fitnesscenter (so stell ich mir das jedenfalls vor) und drittens ist es gleich doppelt hardcore, wenn man noch die äußeren Wetterbedingungen dazunimmt.

Letzten Freitagabend hat's genieselt. Ebenso war jener Freitag der Tag, an dem ich mich erstmals der Herausforderung stellte. Ich war nicht in Topform und hatte mir zudem das Genick verrissen, doch das sollte mich nicht abhalten.
Wir trafen uns beim Heldentor (laurum militibus lauro dignis*!), der freudenstrahlende (und sadistisch veranlagte - wie sich herausstellen wird) Trainer nimmt uns noch allerhand unnötigen Ballast ab und stopft ihn in seinen Rucksack und los geht's:

Die Aufwärmübungen finden entspannt zu ebenso entspannten Zither(?)-/Harfen(?)- ..Klängen statt, die das Umfeld so bereitstellt. Dann joggen wir gemütlich los. Es gibt normales Gejogge, Sidesteps, Hopserlauf. Alles easy, das wird gemütlich - denke ich. Kaum habe ich zuende gedacht, werde ich schon eines Besseren belehrt: Mit den elastischen Bändern, die wir zuvorher erhalten haben, hängen wir uns an Parkbänke und trainieren unsere Arme in alle Richtungen, im Kampf gegen das sich zusammenziehende Band. So viele Wiederholungen, bis es schmerzt und das Band gegen den Arm zu gewinnen droht.

Weiter geht's im Laufschritt - endlich wieder kurze Entspannung - doch "halt!", schon sind wir an der nächsten Station angelangt. Unter der Portikus des Theseustempels legen wir uns alle auf den Boden und trainieren unsere Bauch- und Beinmuskulaturen. Das geht. Das bin ich vom Tanzen halbwegs gewohnt.

Wieder eine kurze Laufpause und das nächste Armmuskeltraining steht an. Die Möglichkeiten, die so eine simple Parkbank bietet sind erstaunlich groß! Meine Arme schreien vor Schmerzen auf - immerhin sind die nicht gewohnt, beansprucht zu werden.

Und weiter im Laufschritt - irgendwie wird auch das langsam anstrengend, obwohl das Tempo mehr als gemütlich ist. Doch offenbar haben wir unsere Beine noch nicht genug gefordert und in einer irren Übung, bei der man ein Bein nach hinten auf einer Bank ablegt, sich danach runterbeugt und die Handflächen auf den nassen Boden klatscht (*schmatz*) und sich dann schnell aufrichtet und - optimalerweise - dabei noch mit dem Standbein wegspringt (HA-HA.), nehmen wir ihnen noch mehr Kraft. Der nächste Laufteil ist schon keine Entspannung mehr, sondern wird nun schon zur Qual. Ich falle ans hintere Ende der Gruppe ab.

In der Manier geht es weiter, durch Volks- und Burggarten und rund um Heldentor und Nationalbibliothek. In den letzten 10 Sekunden einer jeden Übung werden wir jeweils zur Temposteigerung aufgefordert und, sollten wir bei einer der unbarmherzigen Kniebeugübungen unseren Hintern oder unser Knie nicht weit genug dem Boden nähern, hilft Trainer Billy mit sanftem Druck auf die Schultern nach. Danke, auch! Ich verlier eh nur gleich das Gleichgewicht...

Ich dachte ja immer, ich sei ehrgeizig, aber es stellt sich heraus, dass ich bei Druck von außen eher dazu tendiere, eine kleinkindhafte Trotzhaltung einzunehmen und in dem Moment, wo der Trainer mal nicht herschaut, einfach zu pausieren, weil meine Muskeln mir vorgaukeln, dass sie sonst reißen. Ich kann mich normalerweise auch zusammenreißen, was Flüche usw anbelangt, doch hier fällt es mir schwer und nach jeder Übung muss ich meinen Empfindungen Luft machen. Die andern klagen gar nicht...

Irgendwann ist diese unbarmherzige Stunde dann auch vergangen und Julia und ich schleppen uns zu unseren Rädern. Ich binde meines mit letzter Kraft los und wir taumeln durch die Innenstadt.
Nach einer heißen Dusche sah mich dieser Abend auf dem Sofa liegend und ohne den geringsten Antrieb, auch nur die kleine Zehe zu bewegen.
Am nächsten Tag merkte ich schon beim Aufwachen, dass der Aufstehen mir Schmerzen bereiten würde und so war's auch. ABER: der Ehrgeiz ist jetzt aus seiner Feiglingshöhle gekrochen und ich bin motiviert, mich demnächst wieder foltern zu lassen, denn so selig entspannt, wie nach dieser Hardcoreeinheit war ich schon länger nicht. Allerdings werde ich das nächste Mal garantiert hinterher ausgiebig dehnen!


*passende Inschrift am Heldentor: Den Lorbeer den Soldaten, die des Lorbeers würdig sind. - Ich muss mir meinen Lorbeer allerdings erst erarbeiten.

Saturday, June 01, 2013

De-pimp your Bracelet

It is another of these long weekends where I've had the choice of either living out my workaholic side and chip away at the pile of work I've set myself, or just laze around reading my book, cycling through the prettier part of Vienna's outskirts in search of elder flower, drafting a few blog entries or doing creative things that spontaneously come to my mind.
I chose the latter.

An object begging for some creative alteration was a bracelet I'd bought recently, but which I wasn't 100% happy with. The reason I'd bought it was that I really like bees (and not only since and because of recent debates). The piece had little bee-shaped charms on it; bees, beetles and flowers. Unfortunately, it did not truly suit my style because all the lovely charms were fastened to a thick golden chain - the type that can be found around necks and wrists of the stereotypical and often-portrayed Viennese vest-wearing, swearing, petulant, self-righteous, tendentially racist working-class male in his mid-50s. Or pimps. Not really people I either associate with or wish to be associated with.

So, I have a trauma connected to golden chains and I knew I was never going to wear it, unless I made some changes. I consequently searched my big box of spoils for some inspiration and found the clasp of a necklace which was once replaced by a simple leather strap and also little black beads, remnants of the same necklace. I, furthermore, found a spool of silver wire and a green leather strap. In short: all I needed to replace the horrid golden chain. (While I was at it, I also got rid of the three most tastless charms on it, only transferring the pretty ones onto my new bracelet.)

The result I was finally happy with is this:

A more hippiefied version that blends in with the other leather-strapped things already on my wrist.


I might start easing my workload now. Or I'll return to my book...