Tuesday, January 02, 2007

Restelverwertung

Willkommen im neuen Jahr meine Lieben!

Es ist an der Zeit, alles an bis jetzt aufgeschobenen Blog-Einträgen nachzuholen. Also dann mal los - in chronologischer Reihenfolge:

8. 12. - 10.12: Obwohl der 8. ein Feiertag war, wollte unser Grammatik-Vortragender es sich keineswegs ausreden lassen (gut, hat auch keiner versucht), an ebendiesem Tag eine Klausur anzusetzen. Da hat der Tag schon mal schön begonnen, zumal ich mit einem berechtigterweise guten Gefühl den Hörsaal wieder verlassen habe.
Stephan hat mich gegen Abend mit seinem Besuch beehrt, was mir eine große Freude war. Am Abend desselben Tages waren wir sowie noch Eva+friends, Pia und Lilly (räumlich voneinander getrennt, nicht zuletzt durch wave breaker) am Konzert von Muse, das für mich nur dadurch getrübt wurde, dass der mir zur Verfügung stehende Platz immer mehr reduziert wurde und mich außerdem ziemlich gegen Ende des Konzerts große Übelkeit überkam und mich so schnell nicht mehr loslassen wollte.
Am nächsten Tag jedenfalls war sie dann weg und Stephan, Lisa und ich haben uns mit Gerfried getroffen, der samt diversen Erasmen (die wir allerdings nicht zu Gesicht bekamen) gekommen war, sich Wien kulturell näher zu bringen. Der Nachmittag wurde mit wechselnder Kulisse zum Kaffeetrinken verwendet und am Abend waren wir dann im Artis International (= originalsprachliches Kino) und haben uns "Children of men" angesehen.

Inhalt: 2027 sind alle Frauen unfruchtbar geworden und U.K. schottet sich vom kollabierenden Rest der Welt ab, weil es ja selber noch soo normal ist. Es gibt eine schwangere und die muss vom Helden beschützt werden, während andere hinter ihrem Kind her sind. Überall herrscht irgendwie Krieg und am Ende sterben alle. Und obwohl mir dieser Film am Anfang doch zugesagt hat und ich sehr erschüttert aus dem Kino gegangen bin, finde ich ihn jetzt im Nachhinein betrachtet nicht mehr gar so toll.

Der Sonntag und das schöne Wetter, das dieser für uns bereitstellte, wurden dann für einen Spaziergang auf den/m Cobenzl genutzt - samt 3 Studienkollegen meinerseits und Hund, der reichlich hyperaktiv war.

14.12.: Pia rief mich des Nachmittags an ob ich wohl Lust hätte mit ihr auf ein Konzert von "The Rifles" am selben Tag noch zu gehen, sie hätte nämlich Karten gewonnen.
War eine sehr interessante Band und endlich habe ich die Gelegenheit bekommen, das "Chelsea" von innen zu sehen.

18.12.: Nächstes Konzert mit selbiger Person in selbigem Lokal: "Sugarplum Fairy" im "Chelsea". Die Band ist gut, aber das Ambiente war irgendwie nicht sehr tragbar: lauter kreischende, drängelnde Tussis, sodass Pia und ich im Endeffekt mehrere Meter von unserem ursprünglichem Ausgangsstandpunkt zu landen kamen, durch einige der erstgenannten Personen getrennt. Wie gesagt, die Band ist gut, aber unter diesen Begleitumständen sehen sie mich so bald nicht wieder...

19.12.: Stadtspaziergang mit Hauptaugenmerk auf römische Reste, deren es in Wien gar nicht so wenige gibt. Anschließend dann Bier(suppe) im Bieradies in Wien (wieder ein neues Lokal auf meiner Kulinarikliste) und weihnachtlicher Ausklang mit ein paar Studenten (Eva+Conny+2 (dann 3) Burschen) auf dem Christkindlmarkt in Spittelberg.
Dabei haben wir bei einer Punschhütte, die Punsch für €1,80 feilbot, einen netten Menschen namens Flo kennengelernt, der uns zur Feuerzangenbowle in ein Pfandfinderheim einlud.
Sehr nett dort - und recht feurig: Zwischenzeitlich hat sogar der Tisch gebrannt...
(Die Einladung zum Restlvernichten 2 Tage später schlugen wir aus..)
Zu 8. sind wir dann noch ins "Down-Stairs" - eine durchaus gemütlich-nett-abgef*ckte Cocktailbar gegangen... langer Abend...

Und finally: Silvester
30.12. - 1.1.: Ich bin der Einladung eines Freundes (=Felix) gefolgt und habe mir die Strapazen (*hust-hust*) einer 4 1/2 stündigen Zugfahrt angetan um nach München zu gelangen.
Dort habe ich dann erstmal Muriel (danke Stephan wg. der Schreibweise!) kennengelernt, die - als Französisch-Muttersprachlerin - mein österreichisches Deutsch besser verstanden hat als das der Burschen (*freu*). Nach längerem Schlendern durch den englischen Garten* konnte ich dann endlich mein Gepäck ablegen und mich bei einem Häferl (ja, Häferl - nicht Tasse) Tee und Pralinen aus einer Mega-Box entspannen. Dann ging es auf in die Stadt wo in einem Café dann noch Mathias zu uns gestoßen ist. Der Abend ist dann mit (für manche zu viel ;-) Bier und österreichischem (ich habe nur so gestaunt!) Wein vor dem Kamin ausgeklungen.
Außerdem haben die Burschen eine kalte Platte fabriziert, die teilweise auch nicht wirklich essbare Teile aufwies...
Am nächsten Tag hat uns das schöne Wetter wieder hinaus gelockt - kurzfristig, denn die Eishalle war noch ad-traktiver und so haben wir, nachdem wir uns erstmal einen Überblick über das Olympiagelände verschafft hatten, uns dann einen Weg durch die Silvesterläufer gebahnt und sind (ohne Muriel, die absolut nicht wollte) zur Eishalle marschiert. Dort hat Mathias dann nach viel Widerwillen doch Eislaufen gelernt, während Felix bei einem Mädel mit rot-schwarz gestreiftem Pulli angebraten hat unter dem Vorwand einen Sturz vermeiden gewollt zu haben ;-).
Danach waren wir dann ziemlich k.O. und mussten uns erstmal mit Kaffee wieder aufdopen. Im Café wurde unsere Gruppe dann auch um Stephan und Michi reicher. Zusätzlich haben uns Dirk und Afra mit ihrer Präsenz beehrt und uns über die größte Feuerzangenbowle der Welt informiert, die wir dann natürlich aufsuchen und testen mussten (Die der Pfadfinder war besser!!!). Der Kommentator war recht witzig - und hat Sympathien für die Schweiz gehegt .. :)
Felix ist dann draufgekommen, dass er Suppenbrühe braucht und zum Glück stellte sich heraus, dass Afra welche hatte und so bekam Michi den Auftrag, einen solchen Würfel zu beschaffen.
Zurück in der Wohnung wurde dann das leckere Abendessen gekocht: Lauchsuppe, Pasta mit Paradeiser-Thunfisch-Sauce und Salat (Tiramisu war zu dem Zeitpunkt schon gut gekühlt).
Während die meisten von uns mit der Speisenbereitung zu tun hatten, fand Michi es weitaus faszinierender, alle 50 Lichtschalter (gut, das ist jetzt eine stilistische Hyperbel..) auszutesten und uns dann lang und breit seine Erkenntnisse zu demonstrieren :).
Nächster Programmpunkt: Bleigießen. Die herkömmlichen Kerzen taugten nicht recht und daher wurde kurzerhand die Tischdeko herangezogen... Manche von uns erwiesen sich als sehr ungeschickt beim Blei-ins-Wasser-gießen (ich), andere konnten es besser und schafften Skulpturen, die tatsächlich nur aus EINEM Stück bestanden... unglaublich...
Um Punkt Mitternacht standen wir natürlich mit sehr leckerem Sekt auf der Dachterasse, um möglichst viel von den Feuerwerken rundherum zu haben und die Burschen hatten ihre Freude daran, selbst welche abzuschießen - aber auch die Wunderkerzen haben uns sehr erfreut. Die Luft wurde immer schlimmer und nach 40 Minuten - als wir (oder zumindest ich) schon halb durchfroren waren - zogen wir uns wieder ins Wohnzimmer zurück, wo nach rascher Wiederbelebung des Feuers wir uns alle (außer Michi) auf den Stiegen sammelten, die durch ihre bauliche Anordnung dazu inspirierten, Massageketten zu bilden. Diese Tätigkeit hat dann zur allgemeinen Müdigkeit sehr beigetragen und um 2 hat es uns dann alle Bett-/Schlafsackwärts gezogen. Des nächsten Morgens gab es dann Weißwurstfrühstück, was uns vor ein leichtes Problem gestellt hat: die Brezen waren nur ein Klumpen Teig... unser bäckerisches Talent wurde gefordert und so drehten Felix, Michi und ich dann die Brezen, die im Endzustand dann doch keine waren.
Es folgten die Aufräumarbeiten und eine nicht sonderlich bequeme Autofahrt zum Bahnhof, da ich ob der Bierkiste am Boden des Fahrersitzes dazu gezwungen war, meine Beine irgendwie falttechnisch zu verstauen und dann noch das ganze Gepäck so auf mir zu platzieren, dass ich doch noch irgendwie hinaussah...
Ja, war recht lustig, dieser Jahreswechsel!!

In diesem Sinne wünsche ich euch ein wundervolles neues Jahr, möge es so toll werden wie das alte!!


* die Rumsfordhalle war übrigens früher ein Offizierskasino. Die Säulen weisen ein ionisches Kapitell auf. Und was sollte ich noch herausfinden? hm... weiß nimma...

6 comments:

... said...

ad Cobenzl:
Erwähnenswert is auch noch, finde ich, dass besagter Hund schwul ist...
ad Stadtspaziergang:
ein Highlight waren Straßenmusiker, die im Punschkeller in der Besetzung Akkordion,Geige,2 Gitarren und Gesang Reggea gespielt haben. tja, Wien ist anders!

Kristina said...

ad ad Cobenzl) du findest? ist schwul sein so subjektiv?

ad ad Stadtspaziergang)Straßenmusiker??? interessant...

Stephan said...

ad Hund: Daß sich die sexuellen Orientierungen des Herrchens so ohne weiteres auf das Tier übertragen haben, will ich jetzt nicht einfach so annehmen. Da tun sich nämlich echt gewaltige Abgründe im Geiste auf. Oh Junge.

ad Children of Men: "gar nicht mehr so toll" hätte man auch noch etwas spezifischer fassen können, dann könnt ich jetzt unter Umständen nämlich zustimmen!
Aber gut, dann mach ich das eben noch. "Nicht so toll" hab ich gefunden, daß man über das Drumrum eigentlich nix erfährt. Warum sind alle Frauen unfruchtbar? Warum wird die eine da trotzdem schwanger? Was haben diese Leute auf den Azoren mit ihr vor? Und so weiter. Großes Fragezeichen über meinem Haupte, am Ausgang. Atmosphärisch macht das den Film aber nicht schlecht, er ist trotzdem noch schön bedrückend :)

ad Silvester hab ich nach der Erweiterung des Beitrags nun wirklich nichts mehr hinzuzufügen. Das war die schönste Silvesternacht seit langem, von meinem Standpunkt aus, und ich möchte allen Beteiligten dafür danken. (Und meiner Mutter, ohne die das alles nicht möglich gewesen wäre. Und meinem Manager. *heul*)
Interessant wars nur, zu sehen, wo diese Milliarden Euro hingehen, die die Deutschen angeblich jedes Jahr für Sprengbares ausgeben. Bei uns am Dorf sieht das nämlich deutlich unspektakulärer aus als in München in der Innenstadt...

Anonymous said...

Zu den Mannskindern kann ich Stephan nur zustimmen. Ein bissl undurchsichtig das ganze, aber gut, ganz schlecht war's auch nicht.

Zu schwulen Hunden fällt mir nix ein, außer dass es politisch unkorrekt ist Studienkollegen als solche zu bezeichnen, auch wenn sie ganz anstrengend klischeehaft schwul sind. (nämlich "so wie zehn Frisöre" (zitat aus irgendeinem Hugh-Grant Film, von dem ich um Weihnachten rum ungefähr 20sek gesehen hab)) (erlebt auf genannter Erasmusfahrt nach Wien). Selbige war wirklich nett, aber nach dem rumtouren mit euch beiden bin ich sicher dass Wien keine Kaffeehäuser mehr hat die ich ned kenne.

Auch wenn wir nicht die selbe erlebt haben kann ich Stephan auch hier nur beipflichten: Diese Silvesternacht war die allerbeste seit langem. Unser Feuerwerk war eine bessere Christbaumkerze, aber wer braucht pyrotechnische Geldrausschmeisserei wenn man die richtigen Leute versammelt hat? Ein wenig die Stirn runzeln muss ich angesichts eurer Schlafengehzeit, da wir da noch 6h länger durchgehalten haben. Es sei euch verziehen, für Weißwürste braucht man vermutlich Energie, wir haben uns auf Croissants beschränkt.
In diesem Sinne: Frohes neues Jahr allen LeserInnen/n ( :-P )

Gerfried

Kristina said...

Lieber anonymer Gerfried: unser schwuler Hund ist tatsächlich der Klasse "animal" zuzufügen, und kein Mensch... somit ist die Bezeichnung "Hund" für einen canis familiaris durchaus rechtmäßig.

Eine bessere Christbaumkerze? Na eh auch nicht schlecht... durch die vielen halb-professionellen Feuerwerke ist die Luft dann so schlecht geworden, dass ich schon husten musste...

Anonymous said...

Liebe Kristina: der schwule Hund von dem ich sprach möchte (davon gehe ich mal aus) lieber der Klasse homo sapiens zugerechnet werden, es handelt sich dabei nicht um den euren, deshalb stand da auch dass ich das so auf dieser Erasmusfahrt erlebt habe :P
Und auch wenn dieser Mensch durch seine ständige, unabsichtliche, und wirklich sehr anstrengende Winnetouch-Imitation einen gewissen Reiz erzeugt hat, ihn mit der obigen Bezeichnung anzureden gehe ich davon aus dass dies politisch nicht korrekt wäre. Voilà! ;)