Saturday, August 19, 2006

Shakespeare am Frequency

Das Frequency: eines der größten (oder sogar das größte) Festival des Sommers am Salzburgring. Ich war dabei!

Viel Müll, viele Leute (überraschenderweise mehr deutsche Mitarbeiter als österreichische...) und viel Musik!

1. Tag, Donnerstag: Sehr heiß - alles rinnt. Die Leute am Schöller-Standl freuen sich über den hohen Eiskonsum. Ebenso freuen sich die Bierverteiler (die selber dann nicht mehr so nüchtern waren). Die Stimmung war super. Ebenso die Bands. Angehört habe ich mir an diesem Tag Coheed and Cambria (nicht überzeugend), Kettcar, Blumfeld, Nada Surf, Wir sind Helden und die Scissor Sisters. Letztere und die Helden haben super Stimmung verbreitet und am Ende des Tages hatte ich dann schon einen Muskelkater in der schrägen Nackenmuskulatur (falls die so heißt...) vom vielen Mitklatschen.
Nach dem letzten Konzert strebten alle Leute dem Parkplatz zu und da es scheinbar irgendwelche koordinativen Probleme gab, war nur ein Weg Richtung Campingwiese freigegeben mit einem allgemein schlecht aufgenommenen Ergebnis: Stau.
Um die Leute dennoch bei Laune zu halten bediente man sich der Musik des steirischen Nationalsängers Alf Poier... fürchterlich - aber lustig.
Total k.o. sind wir dann in die Schlafsäcke gefallen und dank meiner Ohropax konnte ich die Brunftgeräusche (irgendsoein eigenartiges Urzeitgegröle, das alle 10 Minuten mal erklang) aus dem Nachbarzelt ausblenden und schlafen... ein bisschen nur denn es war SAUKALT und trotz meiner Skisocken, des dicken Pullis und der Decke hab ich gezittert.. wird Zeit, dass ich mir einen gescheiten Schlafsack zulege.

2.Tag, Freitag: Morgens: Es ist sieben Uhr: Ich muss aufs Klo. Herrlich - fast kein Andrang! Ich stelle fest, dass alle andern noch schlafen und leg mich auch noch mal für drei Stunden hin.
Als ich wieder aufwache regnet es. Nett, denke ich. Vor meinem geistigen Auge erscheinen Horrorvisionen von gatschbeschmierten Menschen und Autos, die mit Traktoren aus dem Parkplatz (=Kuhweide) gezogen werden müssen. Um mich zu beruhigen und mir die Zeit zu vertreiben lese ich Shakespeares "Was ihr wollt" ("Twelfth night"), das ich wegen dem praktischen Format eingesteckt habe...
Zum Glück hat der Nieselregen dann aufgehört und da es nicht so heiß war wie am Vortag, sind auch keine Leute mehr kollabiert.
An diesem Tag hab ich mir Tomte, We are Scientists, Arctic Monkeys (enttäuschend, weil sie das Publikum ignoriert haben), Kaiser Chiefs, Mando Diao, Bauchklang, Calexico und Franz Ferdinand angehört. Beinahe hätte ich vor lauter Stress aufs Essen vergessen - hab mir aber dann ein/eine (??) Crepe gekauft -- sehr grauslich und lieblos zubereitet (hab ich schon bessere gegessen..).

Ziemlich viele lustige Leute sind herumgelaufen: Flitzer, Schneemänner mit Luftgitarren, Leute mit Ottakringer-Schachteln am Kopf, Leute mit Riieesen-Wuschelperücken etc etc.

Ja, war sehr amüsant - vor allem das Aufgewecktwerden heute: "Guten Morgen meine Lieben. Das ist der automatische Weckdienst. Wir bitten euch, eure Sachen zu packen und abzureisen." und das ganze 20mal hintereinander - Dauerschleife. Super!

Einen Besuch war das Ganze auf jeden Fall wert - aber nach den 2 1/2 Tagen wollt ich nur mehr heim und duschen.

Jetzt geht's wieder.

Aja, mein Hörvermögen ist wieder hergestellt: Das Frequency dürfte meine Ohren ordentlich durchgeputzt haben :)

1 comment:

stephan said...

Gut, ich will mal das Kommentarbrettl hier ich-typisch einweihen und klarstellen, daß eine Crêpe auf französisch zwar weiblich ist, aber im deutschsprachigen Raum seltsamerweise (oder auch erwartungsgemäß, abhängig vom individuellen Pessimismus des Betrachters) die maskuline Form zumindest ebenso häufig ist. Aufgrund meiner Herkunft kann ich allerdings im Sinne der Korrektheit nur die weibliche Beugung als die richtige betrachten.
Das wars dann auch schon mit dem Erbsenreiten meinerseits :)