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Friday, February 01, 2013

Unbesiegt

This is a poem I read and interpreted with my class of 14-year olds in Ladakh. We went through it in so much detail and I re-read it to the blind students often enough to almost come to know it by heart. Like so many things that once observed closely become interesting and important to somebody, it became meaningful to me.
It resurfaced in my mind a few days ago and I felt the wish to share it and conserve it here in case I want to look it up again.


Invictus (W.E. Henley)

Out of the night that covers me,
Black as the pit from pole to pole,
I thank whatever gods may be
For my unconquerable soul.


In the fell clutch of circumstance
I have not winced nor cried aloud.
Under the bludgeonings of chance
My head is bloody, but unbowed.


Beyond this place of wrath and tears
Looms but the Horror of the shade,
And yet the menace of the years
Finds and shall find me unafraid.


It matters not how strait the gate,
How charged with punishments the scroll.
I am the master of my fate:
I am the captain of my soul.

Tuesday, October 09, 2012

Emoticise me

Dieser Beitrag hätte schon etwa vor einem Jahr verfasst werden sollen, doch Freundin Faulheit und die üble Notwendigkeit, sich mit anderen Schriftstücken beschäftigen zu müssen, kamen dem in die Quere. Neu angestachelt, dieses schwelende Ärgernis endlich auf virtuelles Papier zu bringen wurde ich nicht zuletzt durch einen Profilartikel (in der Ausgabe vom So 7.10.), der neben der Überschwemmung von Facebook und anderen Bildumschlagplätzen durch emotional positiv behaftete Bilder wie Kätzchen, Sonnenuntergänge und ähnliches, auch die Inflation von gelben Grinsegesichtern in beinahe jeder versandten Nachricht bekrittelt. Die Bilder lass ich jetzt mal im Lager angelehnt, denn über zu viel Geknipse hab ich mich ja eh dort schon echauffiert. Aber zur Invasion der Smileys habe ich meinen Senf noch auf den großen Teller zu patzen.

Schon länger fällt auf, dass man kaum mehr eine informelle SMS oder eine Email findet, in der sich der Absender nicht bemüßigt fühlte, ein lachendes, zwinkerndes oder die Zunge rausstreckendes Smileygesicht einzufügen. Selbst Emails vom Chef enthalten diese Dinger zum Teil und verwirren mich immer, da das Genre nicht ganz stimmt. Gehen wir noch einen Schritt weiter zur virtuellen Kommunikation in Echtzeit, nämlich zu Skype oder ähnlichen Medien (man denke an die Zeiten von Windows Messenger oder ICQ), entkommt man den Emotica noch weniger. Zu allem Überfluss trifft man sie hier nicht mehr nur in der Doppelpunkt+(Bindestrich+)Klammer-Variante an, sondern es wird dem Benutzer dort schon seit Jahren eine unüberschaubare Fülle von gelben Grinsebällen angeboten, die sich wütend rot färben, Tränen vergießen oder sich ihre Stirnfransen aus dem Gesicht streichen (stets mein Favorit, da seine Unnötigkeit von beinahe keinem anderen Emoticon übertroffen werden kann). Diese verleiten sehr schnell dazu, Dinge nicht mehr auszusprechen, sondern gleich das entsprechende Emoticon zu suchen und anstelle von Worten einzufügen: schnell, effizient und oft ausdrucksstärker.

Anfangs ist es ja irgendwie witzig, die Dinger einzubauen, wenn sie emotional gerade passen, aber irgendwann erschlägt einen ein Textbeitrag durch seine kugelig-bunte Vielfalt. Die Zeilen rutschen aus Formatierungsgründen an unlogischen Stellen auseinander und der Text liest sich gleich einem Volksschullesebuch, wo unbekannte Wörter noch durch eine Zeichnung ersetzt waren.

Irgendwann beginnt es dann zu nerven. Kann man einander denn keinen durchläufigen Text mehr schicken, bei dem man nicht den Eindruck bekommt, dass der Verfasser innerhalb von 3 Sätzen fünfmal seine Mimik ändert? Ist es wirklich notwendig geworden, dass wir unser weit entferntes Gegenüber mit schemenhaften Skizzen unserer momentanen Laune behelligen müssen, bzw. ihnen dadurch versichern müssen, dass wir eh gut gelaunt sind? (Müssen wir gut gelaunt sein? Reicht neutral nicht eigentlich aus?)


na? nervt's?


 Offenbar lautet die Antwort darauf "ja". Man hat scheinbar Angst davor, dass das Gesagte beim Lesenden falsch ankommen könnte. Vielleicht klingt's böse, wenn ich das so kurz und knapp schreibe? Sicherheitshalber tu ich da ein Smiley dazu. Glaubt der jetzt, dass ich beleidigt bin? Ein zungezeigender Flummi hilft bei der Klärung. Versteht man meinen Sarkasmus? Ich schwäche alles potentiell Angriffige mit einem Zwinkersmiley ab.
Das geht in manchen Fällen so weit, dass man keine Sätze mehr findet, denen nicht irgendein emotionenanzeigendes Kürzel angehängt ist (und hier beziehe ich auch Dinge wie "lol", "rofl", "g", "lmao" etc. mit ein, denn die sind ja eigentlich nichts als die Verschriftlichung von Emoticons, wie sie von rebellierenden Smileydesafficionados bevorzugt werden).

Nett? Keineswegs. Damals, als ich mich probeweise auf einer Partnersuchplatform bewegte, musterte ich derartige Kandidaten sofort aus. Warum? Weil übertriebene Verwendung von Emotica ein Zeichen von Unsicherheit ist und dadurch der Text vermutlich sowieso verfälscht ist, fand ich, und mir außerdem - so ganz subjektiv - auf die Nerven geht. Ein oder zwei in einem Text sind ja akzeptabel, aber nach jedem Satz muss das echt nicht sein.
Nun ja, leicht erklärbar ist es dennoch: Wenn man sich schriftlich kennenlernt, fällt es dem Addressaten unter Umständen nicht unbedingt leicht, dem Humor des Schreibers zu folgen - Smileys wirken da als eine Art Legende, die anzeigen, wann etwas lustig ist und wann man es mit Ernst betrachten muss. (Die geschriebene Variante einer amerikanischen SitCom, sozusagen: Man bekommt nicht laut vorgelacht, sondern ein - mehr oder minder - dezenter Smiley symbolisiert: Achtung, das hier ist nicht todernst zu nehmen.) Hat durchaus irgendwie Berechtigung.

Und damit bin ich auch schon an dem Teil des Beitrags angekommen, wo ich mich selbst in die Mangel nehme: So sehr mich diese ganze Gelblacherei aufregt, merke ich immer wieder, dass ich selber nicht umhin komme, meine Handynachrichten damit zu versehen oder meinen Skypeaussagen damit eine klarere Richtung zu geben. Die Angst davor, falsch verstanden zu werden, oder zu ernst zu wirken, ist zu groß, als dass ich dieses Jucken in den Fingern ignorieren könnte. Ein Emoticon hilft oft tatsächlich, der Kommunikation die unbeabsichtigte Mehrdeutigkeit zu nehmen.
Bei Emails reiße ich mich immerhin mittlerweile meist so weit am Riemen, dass sie (beinahe) ohne Grinsegesichter auskommen, bzw. retuschiere ich nach dem ersten Entwurf meist gut die Hälfte der eingefügten wieder raus, um einer Überladung vorzubeugen und selbst bei SMS wird es schon besser, wobei auffällt, dass ich mich bei Leuten, die ich gar nicht oder bei jenen die ich sehr gut kenne, weitaus seltener genötigt fühle Verständnissmileys einzufügen, als bei Leuten, die ich mittelmäßig gut kenne und die sich noch eine profundere Meinung von mir bilden müssen.

Es ist also ein Dilemma. Die Sprachpuristin in mir schreit nach Abschaffung dieses Trends und einer Auslöschwelle der gelben Kreise, während der Teil in mir, dem die soziale, interpersonelle Komponente von Kommunikation am Herzen liegt, sich davon nicht recht zu lösen vermag, immerhin geht es bei Sprache ja darum, sich verständlich zu machen. Schade, aber, dass man das mit Worten alleine scheinbar nicht mehr recht vermag.


Sunday, July 22, 2012

'It's probing time!'

Wer jetzt an den Film 'Paul' denkt, wasche sich die damit verbundenen Bilder aus dem Hirn, es geht nämlich um etwas ganz anderes.

Nach einem zweitägigen road trip quer durch la France, stehe ich seit 4 Tagen stundenlang auf einem gigantischen Feld unweit von Bordeaux und zähle. Die korrekte numerische Succession habe ich nämlich schon vor ein paar Jahren gelernt, als ich auf Maisfeldern die Stückzahl der aufgegangenen Pflanzen bestimmen musste. Diese Qualifikation macht sich gut im Lebenslauf und man traut mir daher zu, auch Hammerschläge quantitativ zu erfassen, was bei einer Feldsondierung vonnöten ist.
Ein 15kg schwerer Hammer fährt kompressorgetrieben an der Spitze einer Metallstange auf und ab und schlägt diese in den Boden. Bei Bedarf kann sie verlängert werden, auf dass sie sich noch tiefer bohre. Aus der Zahl der gezählten Schläge pro 10cm lässt sich schließlich die Bodenqualität erschließen. Dieser Vorgang muss alle 100m durchgeführt werden. Soviel zu den Fakten.

Wenn das Feld sich auf einer Fläche von 250 Hektar erstreckt heißt das, dass man wohl eine Weile beschäftigt sein wird. Man lernt dabei übrigens wunderbar, sich geographisch zu orientieren: immerhin will man ja nicht in Arabesken herumirren, sondern bustrophedon seine Linien ziehen. Wie gerade diese Linien sind, wird am Abend mithilfe der eingeholten GPS-Werte überprüft. Mittlerweile gelingt es mir erstaunlich gut, ein ordentliches Raster zu gehen. Weiters habe ich schon das Gefühl, dass meine schwache Armmuskulatur durch das ständige Heben des Hammers und aus dem Boden Hebeln der Stange einen Zuwachs erfahren hat - was durchaus nicht schlecht ist. Ja und einen ordentlichen Sonnenbrand habe ich ebenso abgestaubt - im wörtlichen Sinne. Der Staub hat ihn nämlich böserweise vor mir geheimgehalten und erst die spätnachmittägliche Dusche hat mir meine gerötete Haut offenbart. Jetzt schmier ich mich ganz brav alle zwei Stunden ein, obwohl der hauptsächliche Effekt dann der ist, dass ich den ganzen Dreck so auf meinen Armen umverteile, dass ich aussehe, als hätte ich für einen Actionfilm zu viel Zeit in der Maske verbracht.

...34....35.....36.....37.....38.

Trotz der Monotonie dieser Arbeit, vergeht der Tag schnell und langweilig wird mir nicht. Die Zählerei hat vielmehr etwas Meditatives.

Ja und was geschieht sonst? Neben der anstrengenden Feldarbeit, freue ich mich hauptsächlich darüber, in Frankreich zu sein. Ich kann zwar die Sprache nicht, stelle aber fest, dass die Franzosen überaus freundlich sind, wenn man ihnen das auf Französisch zu verstehen gibt. Sie können zwar oft dann trotzdem kein Englisch oder fühlen sich damit äußerst unwohl, aber sie sprechen zumindest so langsam Französisch, dass ich den Inhalt auch mitbekomme.
Meine eigene sprachliche Unzulänglichkeit liegt mir höchst schwer im Magen und so bemühe ich mich, täglich ein bisschen dazuzulernen und habe auch keine Scheu, das frisch Gelernte sofort auszuprobieren. So kam mein persönlicher glory moment der Woche gestern, als mich das Verlangen nach Bespaßung ins nächstgelegene Kino trieb. Es entsponn sich an der Kasse ein voller Dialog, der wohl eine gute Minute dauerte und mir alle Informationen lieferte, die ich benötigte. Und Studentenrabatt obendrauf. Voll Freude und beschwingten Schrittes betrat ich den (einzigen) Kinosaal und ließ mich in schottischem Wortlaut beschallen.

Damit ich auch auf meine Kosten komme, was die landschaftlichen Reize der Aquitaine angeht, habe ich den heutigen Sonntag genutzt, um ans Meer zu fahren. Es gibt hier nämlich, nicht allzu ferne von Bordeaux, la dune du Pyla - die höchste Düne der Welt. Bar jeglicher besserer Ideen, steuerte ich das Monstervehikel dorthin und konnte aufgrund der frühen Stunde auch ungestört und ohne Probleme einparken. (Das Ausparken gestaltete sich etwas schwieriger.)


Die Düne ist über 100m hoch und wandert im Jahr 1-5m vom Meer weg. Damit die armen Touristen auch raufkommen, hat man für sie eine Plastiktreppe installiert. (Hinunter läuft man am besten in großen Schritten über die Flanke - je steiler, desto lustiger!)





Durch ihre Wanderung 'frisst' die Düne Jahr für Jahr ein Stück Wald.

In diesem Wald wächst auch der ERDBEERBAUM (Philo- und Biologen unter dem Namen arbutus bekannt)

Ich blieb so lange lesend auf der Düne sitzen, bis die Hitze und der Lärm der etwa 100 kleinen Yachten vor der Küste unerträglich wurden und machte mich danach - mit ein paar Abstechern in hübsche kleine Dörfer - auf den Rückweg.

Mein Ausflug lässt mich müde zurück und ich werde nun Kräfte sammeln für die nächsten 3 anstrengenden Tage. Immerhin stehen wir auf dem Feld ehe der Hahn auf dem benachbarten Bauernhof sein raues Lied zum Besten gibt!



Friday, March 30, 2012

Slam it!

In einer Stadt wie Wien gibt es ja zahlreiche und manigfaltige Möglichkeiten der Abendgestaltung. Viele wurden von mir schon getestet oder werden regelmäßig beansprucht, doch hin und wieder ergeben sich noch Neuheiten. Letzten Mittwoch, beispielsweise, als ich zu einem Poetry Slam mitgenommen wurde.

Ich hatte eine sehr vage Idee davon, was mich erwarten würde, und meine Stimmung schwankte zwischen freudig-erwartungsvoll und auf-unbeeindruckend-eingestellt.
Eingetroffen, hingesetzt und mit einem Glas weißen Spritzers zur fortlaufenden Hydration versorgt, ließ ich erste Eindrücke wirken und lernte gleich mal im Detail, was geschehen würde:
Ein Poetry Slam ist eine sehr informelle Veranstaltung: ein buntgemischtes, sich durch wenig Schüchternheit und viel Enthusiasmus (mit fortschreitendem Abend und steigendem Alkoholkonsum ebenso steigend) auszeichnendes Publikum, das sich gerne an sprachlichen Perlen ergötzt.


Poeten und Menschen, die sich als solche sehen, dürfen sich anmelden, eine Reihenfolge wird gelost und die Vorträger bekommen dann 5 Minuten, in welchen sie auf einer kleinen Bühne einen (bei entsprechender Kürze auch mehrere) selbstgeschriebenen Text zum Besten geben dürfen. Ziel ist es, die Gunst des Publikums zu gewinnen. Da von Applaus allein noch niemand satt geworden ist, werden freiwillige Spenden in einem Topf (oder nachhaltigen Stoffsackerl) gesammelt, die der Sieger/die Siegerin des Abends mit nach Hause nehmen darf. Um jene(n) zu bestimmen, werden an eine handvoll Freiwilliger Jurykarten verteilt, anhand denen eine Wertung erstellt wird. Die höchste Summe der Punktezahlen siegt.

So viel wusste ich. Etwas eingeschüchtert war ich jedoch, da ich irgendwie halb erwartete, als Publikumsteil miteinbezogen zu werden und direkt angesprochen zu werden - eine Sorge, die sich als unbegründet herausstellen sollte.

Der erste Poet - das ungewertete Opferlamm "zur Eichung des Publikums" - trat auf und trug in klarem, deutschem Hochdeutsch einen Text über Liebe, Abschied, Sehnsucht und Selbstmord vor. Kontrastär war dazu der erste echte Kandidat, der mit einer sehr wienerischen Färbung sprach, was sich mehr als erwartet auf die Wirkung des Gedichts schlug. Und so ging's dahin. Das meiste war sozialkritisch, vieles ist selbstironisch, anderes komplett trivial. Mit jedem vorgetragenen Text taute das Publikum (inklusive mir) mehr auf, lachte, klatschte, kommentiere und so herrschte bald freundlich-entspannte Wohnzimmeratmosphäre.

Ich entdeckte ganz neu, was für ein genial wirkungsvolles Kunstmittel Sprache ist, wenn sie gut eingesetzt wird. Wie Stimme, Tonlage, Sprechtempo, Mimik und Gestik alle einen klein wirkenden, aber doch ungemein bedeutenden Beitrag zum Gesamtkunstwerk leisten. Wie man mit diesen wenigen Mitteln doch einen ungemeinen Eindruck und tolle Effekte erziehlen kann; Stampfen, Wortrhythmik, Schreien, Flüstern, Walgesänge, ein Hauch Desperation - all das fügt dem verbalen Bild eine neue Farbe hinzu). Bald war ich reingesaugt in dieses auditive Erlebniss und so manches Gedicht bahnte sich seinen Weg tiefer unter meine Haut, als ich für möglich gehalten hätte. Besonders das Siegergedicht über Krieg in Bosnien ging mir nahe - vielleicht deshalb, weil es einen ernsten Kontrast zu den anderen, leichteren Themen bildete.

Fazit: Ich fühlte mich besser unterhalten, als bei den meisten Theateraufführungen und bin wieder verstärkt auf den Geschmack für Sprache gekommen. Ich habe gelernt, dass geschriebene Sprache eindimensional ist - oder vielmehr, dass Sprache ungleich an Wirkung gewinnt, wenn sie gesprochen wird. Und dass hierbei, dialektale Färbung eine größere Rolle spielt, als ich gedacht hätte.
Kurz: ich war richtig fasziniert und werde mein Abendausfülloptionsrepertoire gerne auch in Hinkunft um dieses Juwel bereichern. Und eventuell die eine oder andere geneigte Person mitschleppen und versuchen, mit meiner Begeisterung zu infizieren. Impft euch rechtzeitig!

Tuesday, March 20, 2012

Es ist was es ist...

Diesmal schreib ich nichts selber, sondern lasse Erich Fried sprechen - mit einem Gedicht, das ich vor kurzem entdeckt und für höchst richtig befunden habe. Weiters habe ich befunden, dass jeder es kennen sollte - also hier ganz billiges copy-paste einer wichtigen Erkenntnis, poetisch verpackt:

Was es ist

Es ist Unsinn
sagt die Vernunft
Es ist was es ist
sagt die Liebe

Es ist Unglück
sagt die Berechnung
Es ist nichts als Schmerz
sagt die Angst
Es ist aussichtslos
sagt die Einsicht
Es ist was es ist
sagt die Liebe

Es ist lächerlich
sagt der Stolz
Es ist leichtsinnig
sagt die Vorsicht
Es ist unmöglich
sagt die Erfahrung
Es ist was es ist
sagt die Liebe

(Erich Fried)

Sunday, February 20, 2011

Denglions on the rise: ein rant gegen die Hybridsprache

Managen, downloaden, mailen, smsen und weitere hübsche anglizistische Lehnwörter gibt es ja im Deutschen schon seit einiger Zeit und auch wenn diese ein bisschen überflüssig sind, haben sie sich im allgemeinen Sprachgebrauch eingebürgert. Computer- und Techniksprache sind nun einmal großteils Englisch und das Finden entsprechender deutscher Synonyme ist natürlich mühsam. Unabhängig davon, gibt es noch ein paar andere Kandidaten, die schon zu lange im Lande sind, um ausgewiesen zu werden. Hierzu zählt das leicht nondeskripte Adjektiv cool. All diese stellen für mich kein gröberes Problem dar.

Was mich jedoch in letzter Zeit ziemlich arg stört, ist der hohe Prozentsatz an wahrlich nicht notwendigen Derivationen aus dem Englischen und die gleichsam große Zahl and Einsprengseln von kompletten englischen Sätzen** in der ganz normalen täglichen Konversation.
Es hat den Anschein, dass man nicht mehr imstande ist, ein normales Gespräch in gutem Deutsch zu führen, sondern dass man sich ständig der englischen Lehnwörter bedienen muss, obwohl es durchaus brauchbare deutsche Entsprechungen für mindestens 90% der betroffenen Begriffe gibt.
**Zitate aus Büchern/Filmen/dem englischen Alltag/... sind natürlich aus Authentizitätsgründen als Ausnahme zu bezeichnen.

Facebook, die Plattform zur Verkümmerung vollwertiger sozialer Kontakte, ist dabei, aufgrund ihres internationalen Charakters und der Völkervernetzung, wenn nicht der Ursprung allen Übels, so doch die Geburtsstätte vieler dieser Abscheulichkeiten:
  • Man verlinkt Leute nicht, man tagged/taggt (wie schreibt man das richtig auf Denglisch?) sie.

  • Man stellt keine Fotos, Links, etc. online, man postet.

  • Selbst diejenigen, die Facebook auf Deutsch nutzen, liken die Fotos, Statusmeldungen und comments anderer, was das Zeug hält.

  • Oh, und was mir ein besonderer Dorn in der Seite ist: Selbst diejenigen, die ausschließlich deutschsprachige Freunde haben, schreiben ihre Statusmeldungen/Kommentare auf Englisch, und wenn möglich auch noch im "coolen" Slang - ob diese Äußerungen so überhaupt auf freier Wildbahn vorkommen, ist dabei vollkommen nebensächlich, mal abgesehen davon, dass es gekünstelter wohl fast schon nicht mehr geht. Man verzeihe mir bitte, wenn ich nach dem Vomitoriumsauffangbehelf in der Sitztasche vor mir greife, aber ich frage mich oft: wozu bitte?? Deutsch ist eine mindestens ebensoschöne Sprache und es erschließt sich mir nicht, warum man sich auf eine Art ausdrücken will, die nicht zu jemandem passt? (Wie gesagt, Zitate etc sind daraus ausgenommen.)
Gut, dass Facebook zu derartigen Spielereien verleitet, verstehe ich ja noch - immerhin wird man von anderen Leuten, Amerikanischen soaps und den diversen Medien beeinflusst und es ist auch für mich nicht immer leicht mich zu einer der beiden Sprachen zu bekennen. Aber im realen Leben muss das nicht sein. Nämlich, dass in meinem näheren und weiteren Umfeld, ungeachtet der jeweiligen Personen Bezug (und oft eher Bezuglosigkeit) zum Englischen furchtbar grausliche Interjektionen und Worthybriden auf dem Vormarsch sind:
  • Man betrügt und lügt nicht, man cheatet.

  • Man lästert nicht mehr über andere, man hatet gegen sie.

  • WHAT THE FUCK??? ist eine absolut übliche und allgemein akzeptierte Form, seinem Unmut Luft zu machen. Meistens tut man ebendieses in einem rant.

  • Eine Herausforderung ist keine Herausforderung mehr, sondern eine challenge. Zu einer solchen wird man von anderen Menschen mit dem entsprechenden Verb gechallenged.
  • Louis Vuitton Taschen, Emotionen und Orgasmen werden nicht mehr gefälscht oder vorgetäuscht, sondern lieber gefaked. Manchmal sogar ur!

  • Meine besonderen Lieblinge sind allerdings die supercoolen Angestellten bei Starbucks, wenn sie sich in voller Lautstärke und mit einem wunderhübsch aufgelegten amerikanischen Akzent "One tall soy caramel frappuccino, blended coffee, no whipped cream!" zurufen. Schon öfter musste ich ein Grinsen unterdrücken, wenn der neue Barrista dann mit der Wortkette nicht umgehen konnte und "Mit Schlagobers?" zurückfragte.
...und so weiter. Würde ich mir für diesen Eintrag mehr Zeit nehmen, könnte ich mit Sicherheit noch die einen oder anderen 20 Beispiele anführen, aber zu Demonstrationszwecken sei es hiermit einmal getan.

Der Punkt ist: Es nervt mich. Und es nervt mich noch mehr, dass ich auch selber betroffen bin, denn es ist natürlich nicht immer einfach im Flusse einer angeregten Unterhaltung rechtzeitig das richtige deutsche Wort zu finden, wenn das Englische schneller zur Hand ist und hin und wieder entfährt mir ein Awesome! oder ich like einen Facebookstatus, nur um mich daraufhin zu ärgern, diesem Trend zu unterliegen.
Mir ist freilich durchaus bewusst, dass es die Eingliederung von Fremdwörtern ein konstantes Phänomen ist - man nehme alles Griechische/Lateinische, wie Komposition, Universität, Alkohol, weiters Französisches wie Cousin, Garderobe, Püree.; Slawische, wie Powidl, Kolatsche, Powidlkolatsche, Bramburi... . Sprache ist ja schließlich ein bisschen amöboid und nimmt gerne allerlei Formen und Farben an und ist auch äußeren Einflüssen gegenüber nicht resistent; soll sie ja auch nicht sein. Aber zu viel des Mischens und Rührens ist auch nicht gut, sonst kriegt man statt eines Marmorkuchens indistinkten braunen Gatsch, der weder hell noch schokoladig ist.

Woran ich mich bei allen genannten Minifusionen besonders stoße, ist, dass ich sie erschreckenderweise auch (und fast vor allem) bei Menschen antreffe, die in einer authentischen Situation keinen geraden englischen Satz rausbringen würden. (Und offenbar auch keinen deutschen). Und das stört mich. Ein gepflegtes Zitat - ja gerne. Eine gebildete Sprachspielerei - nur her damit. Aber ein indefiniter Mischmasch aus den Worten, die man halt zufällig als erste parat hat ... nein.

Immerhin ist Sprache nicht nur kraftvolles Mittel zum Zweck, sondern hat auch ästhetische Qualitäten und die Fähigkeit, sich in einer Sprache klar und schön ausdrücken zu können, zeichnet in meinem Werteverständnis einen Menschen nun mal besonders aus. Und wenn Englisch, dann bitte gleich ordentlich und nicht mit deutschen Prä- und Suffixen.

So, Hasspredigt zu Ende. Gehet hin und sprechet sauber und besonnen.

EDIT und P.S.: Dazu sehr passend ein Beitrag der Wise Guys: Denglisch

Wednesday, March 03, 2010

Tales of Bangor #13 (rhif un deg tri) - Dw i'n dysgu Cymraeg

Bore da! Die siebte Woche bin ich jetzt schon hier und seit 6 Wochen lerne ich aktiv eine neue Sprache: Walisisch. Dieser Blogeintrag ist somit schon ein bisschen überfällig, aber das wird jetzt nachgeholt.

Cymraeg [kəm'rɑ:ɪɡ] ist eine keltische Sprache und nicht, wie viele glauben, ein Dialekt des Englischen: Die Grammatik, die Aussprache, ja sogar das Alphabeth sind anders.
Früher mal die einzige Kommunikationssprache in Cymru ['kʌmrɪ] (=Wales), wurde sie ab dem 19. Jh immer mehr in den Hintergrund gedrängt, als englische Migranten auf Arbeitssuche sich in Wales niederzulassen begannen (und sich natürlich nicht darum scherten, dass man hier eine andere Sprache spricht). Die Kinder in den Schulen wurden im 20. Jh hauptsächlich auf Englisch unterrichtet und sogar bestraft, wenn ihnen beim Spielen ein walisisches Wort auskam: "Spoke Welsh" auf einer Holztafel um den Hals machte sie zum Gespött der Klasse.
Diese Zeiten sind freilich vorbei und seit 1993 (Welsh Language Act) genießt Walisisch, auf das man zuvor mit Verachtung herabsah, gleichen Status wie Englisch und seine Verwendung und Erhaltung werden gefördert. So wird es beispielsweise seit 2000 verpflichtend in allen walisischen Schulen unterrichtet.


Die walisische Flagge - für die, die sie nicht kennen

Vor längerer Zeit - als ich noch so gut wie gar nichts über Wales wusste - machte ich einmal den Fehler meinem Lieblingswaliser Simon gegenüber von Welsh als einer toten Sprache zu sprechen. Dadurch handelte ich mir zunächst eine verbale Watschn ein und wurde daraufhin aufgeklärt, dass etwa ein Fünftel aller Waliser sich der Sprache regelmäßig bedient (das sind ca. 611,000 Menschen). Es gibt auch rein walisisch-sprachige Schulen und es ist Sache der Eltern zu wählen, in welcher Sprache sie ihre Kinder aufziehen wollen. Ffion, die ich im Eintrag über Caernarfon erwähnt habe, spricht Welsh beispielsweise als erste Sprache, hat ihre gesamte Schulbildung in Walisisch genossen und hat manchmal Probleme im Englischen das richtige Wort zu finden.


Prozentsatz der Menschen, die Walisisch sprechen
(Bangor ist eh mitten im tief-walisischen Bereich)


Aber jetzt genug mit dem trockenen Teil: Aus diversen Gründen (einer davon bloße Neugierde) beschloss ich, meinen Aufenthalt hier für das Erlernen einer weiteren Sprache zu verwenden, die mir vermutlich in meinem weiteren Leben kaum von Nutzen sein wird. Schon im November machte ich einen geeigneten Kurs ausfindig und meldete mich an. In der ersten Woche hier erzählte ich voller Vorfreude den anderen Erasmen von meinem Vorhaben und konnte 4 auch dauerhaft dafür begeistern, sodass wir uns nun zweimal die Woche spätabens in der Uni versammeln, bereit neue Phrasen aufzusaugen wie Schwämme.

Der Kurs selber ist grandios: Der alte Mann, der ihn hält, besprüht uns mit seinem Enthusiasmus und seiner Begeisterung und macht es uns schwer, keinen Spaß an Walisisch zu finden. Wir lernen local colloquial Welsh, also das, was die Leute hier auf der Straße so sprechen und damit höchst anwendbar - wie ein Fertigmenü: ready to use. Geschrieben wird kaum etwas, dafür aber genug gesprochen. Man wirft uns eine neue Phrase an den Kopf und im Chor wiederholen wir sie so an die zehn Mal, bevor sie leicht verändert wird und wir schließlich damit kreativ werden dürfen.
Dann bekommen wir für gewöhnlich kleine Kärtchen und ich bin für die nächsten 5 Minuten Rhian, die mit ihrem Hund in Llanfairfechan wohnt, ursprünglich aber aus Liverpool kommt. Ich arbeite als Krankenschwester im Krankenhaus von Gwynedd und samstags gehe ich zu Tesco's einkaufen. (Rhian dw i. Dw i'n byw yn Lanfairfechan efo ci. Dw i'n dwad o Lerpwl. Nyrs dw i. Dw i'n gweithio yn y'r ysbyty Gwynedd. Dw i'n siopa yn Tesco dydd Sadwrn.) Ich wandere herum, stelle mich vor und versuche herauszufinden, wer die anderen sind. Wenn sich's ergibt reden wir noch übers Wetter und das persönliche Wohlbefinden und verabschieden uns dann wieder voneinander. Macht total viel Spaß!

Ich bin nur froh, dass ich Streberin schon vorher mit dem Alphabet und der Aussprache vertraut war, denn man braucht eine Weile, sich daran zu gewöhnen: Walisisch schaut auf den ersten Blick aus, als würde es nur aus Konsonanten bestehen, y [i:, ə] und w [ʊ] zählen allerdings als Vokale, und u wird verwirrenderweise als i gesprochen. Auch die Konsonantenkombis sind interessant: so wird das berühmte ll behaucht und klingt in etwa wie eine Mischung aus sch und l; ebenso wird rh behaucht, was teilweise recht anstrengend sein kann, weil man extra Luft holen muss; si wird wie sch gesprochen; c ist ein k (k gibt es nicht); ff ist ein f, denn f ist ein v. Alles logisch?

Da das Walisische nicht von sich aus über alle nötigen Wörter verfügt, werden viele einfach aus dem Englischen übernommen und transkribiert und man bekommt dann Sachen wie siop, pwll, ffon, beic, siwgr, brecwast, busnes, siocled.*
Was ich aber noch viel spannender finde sind Begriffe, die die Römer den Walisern als Erbe hinterlassen haben, denn davon gibt's gar nicht so wenige. Lernen heißt beispielsweise dysgu, Fenster ffenest, Honig ist mêl.
Und dann gibt es noch die typisch keltischen Wörter, wie zb halen für Salz.

*Lösung: shop, pool, phone, bike, sugar, breakfast, business, chocolate


Unheimlich spannend! (Ich greife auch viel öfter zu meinen Walisisch-Materialien als zu den Sachen, die ich eigentlich lernen sollte, aber die sind ja auch nicht neu oder aufregend.)
Jedesmal, wenn ich im Supermarkt oder Café alte Leute reden höre, spitze ich sofort die Ohren und versuche bekannte Wörter herauszufiltern (meist vergesse ich dabei, was ich eigentlich kaufen wollte) und freue mich, wenn ich einen Wochentag oder eine Zahl identifizieren kann, neben dem ständig auftauchenden iawn (gut). Im Übrigen hilft Wales dem Lernenden in seiner Ganzheit, denn das Land ist ein einziges Wörterbuch: zweisprachige Ortstafeln (ja, es gibt Orte, an denen das problemlos möglich ist), Hinweistafeln, Bankomaten, Plakate, Ansagen in Bahnhöfen, ja sogar zweisprachige Emails von Seiten der Uni: Man schnappt einfach viel auf, wenn man die Augen offenhält und ich habe den Eindruck, dass mein Hörverständnis hier besser funktioniert als in den anderen Sprachen, die ich irgendwannmal zu lernen versucht habe. So streute einmal ein Waliser in eine englische Konversation ein Dw i ddim yn hoffi Maths. (= I don't like Maths.) ein und ich konnte ohne nachzudenken mit "me neither" antworten. Ein klarer Vorteil, wenn man eine Sprache durch Hören und Sprechen lernt, anstatt durch Schreiben und Lesen.

Bedauerlicherweise ist Bangor zu sehr internationale Studentenstadt, um hier Walisisch auch aktiv zu verwenden. Die jungen Leute sprechen alle Englisch und meine beiden walisischen Mitbewohner kommen aus Gegenden, wo Walisisch zwar gelehrt, allerdings nicht wirklich gesprochen wird und nachdem ich die beiden immer verunsichere, wenn ich sie auf Walisisch anspreche, lasse ich es nun bleiben. Sehr schade, denn ich würde meine neuen Skills so gerne irgendwo üben und anwenden und habe deshalb vor, irgendwann im Mai in ein Gebiet fahren, wo man hauptsächlich Walisisch spricht und dort dann versuchen eine Konversation zu führen. Oder vielleicht früher, denn der Traum von einem Fahrrad ist gerade eben ein bisschen realistischer geworden und dann dw i'n mynd ar y beic (kann ich herumradeln)!

Hwyl rwan! (bye for now)

Sunday, January 31, 2010

Tales of Bangor #7 - Of castles, reunions and butter knives

Before I start elaborating on the promised topics I want to apologise for the lack of pictures in this entry. I took plenty, but my camera is persistent in refusing cooperation and before I take any rash and irrational action I'd rather let it be. A solution is being worked on.

~~

Coming to the topic: Weekends are generally kept clear of work for university (or at least one day is) and a lot of thought is invested in finding interesting places to visit and planning the respective trip. This has somehow become my field of duty, as I am the owner of a guide book full of suggestions and a head full of ideas and am therefore, usually, the first one to make a proposal. The others seem to be ok with it, so that's how it goes.

For this weekend we had planned to visit Llanberis, a neat little village right at the base of Snowdonia, but then things and circumstances changed: I finally got hold of Ffion, who I met on a certain wee island this summer, via a well-known communication platform. She lives near Caernarfon and I had wanted to meet up with her in the course of my stay. It turned out that this was her last weekend at home, so I abandoned the original plan and suggested a trip to Caernarfon instead. The others were ready to join me, so we went.

Like Beaumaris, Caernarfon also boasts a big and impressive castle built by Edward I (in 1284). It was part of Edward's "Iron Ring", a large number of castles scattered in North Wales, built to hold down any possible revolts by the Welsh and disable them from claiming autonomy. The castle was never completely finished, but its decay was stopped by extensive repair work during the past 2 centuries.

pinched from http://www.arosfa-beddgelert.co.uk/gallery/slides/Caernarfon%20Castle%20and%20quayside.jpg

We spent three hours running up and down the numerous spiral staircases to enjoy the view from every single tower and turret, reading all about the castle's history and watching a short documentary that attempted to be really gripping. (It is informative, to be sure, and the guy's accent is an ear candy, but still...).
The best thing about the whole castle experience was that we were again lucky with the weather: sun generously shone all morning and afforded us brilliant views and many good pictures.

Brian (from Maine, USA - studies Irish history) and I decided to become members of Cadw [pronounced /kadu/] a Welsh heritage organisation: We paid 24 pounds and are now entitled to visit all castles and sites run and cared for by Cadw free of charge! (PLUS: we get discount at lots of places in England and Scotland AND got our entry fee for Caernarfon castle (5 pounds) refunded on the spot.) Nothing keeping us from further cultural explorations now! And there are so many castles and places in Wales that I want to see: Conwy, Harlech and Aberystwyth castles, Tintern Abbey,...

After three hours of ambling around in cold, damp, stone-walled rooms and strolling around in high and exposed places our bodies were capable of only two sensations: cold and hunger.
We met Ffion in front of the castle and the group split up: I went to a typical sailor-style* 16th century pub with Ffion where we took a the seat on two cushioned barrels in front of the fireplace (nice and cozy) and had a delicious lunch. We caught up on gossip and she gave me loads of information, tips and advice concerning Wales, Welsh and any other interesting, related things.

*timber-framed black and white house, often found in small coastal towns. I call it sailor-style (Which is not too far-fetched as sailors used to frequent this pub many years ago).

After warming body and stomach (with a jacket potato with Welsh cheese and a curious but highly-edible raisin chutney) we braced ourselves against the cold wind again, phoned the others and took a walk to the Roman fort Segontium (As I said: I'm the planner of the trips - so the rest have to put up with my fancies and obsessions. But they don't mind and so we're all happy.)

Another interesting fact about Caernarfon is that its population is primarily Welsh-speaking (which means that they use it as their first language). Encouraged by Ffion's conversing with the tourist-information guy and waiters in Welsh and her readiness to teach me everything I want to know and to answer many questions, I felt brave enough to have a go. I just waited for the perfect moment.
When the waitress in a café put down the carrot cake I had ordered, I was surprised to find a knife with it rather than a fork and decided to ask for the latter. Here was my chance!

"Ffion, what's "Could I please have a fork?" in Welsh?"

After repeating the correct phrase after Ffion several times I finally dared to address the waitress. I took the butter knife in my right hand because I wanted to trade it for the fork and, concentrating very hard on my sentence, finally articulated the rehearsed string of words:

"Ga 'i fforc, os gwelwch chi'n dda?"
[/gai fork os gweluch i:n ða/]

Whether the waitress responded or just nodded I cannot remember: I had used Welsh for the first time and had been understood! Ffion's remark called me back to reality: "That was really good. But maybe you should not point a knife at people, next time." Whoops! I had not intended to threaten the waitress with a butter knife, but trying to produce an intelligible sentence in a language that is completely new to me needed all my cerebral powers and I had not noticed the offensive pose I had assumed as a by-product.
Note for next time: cutlery stays on the table! (And other sharp or potentially dangerous utensils as well.)

Thursday, December 10, 2009

Quas istaec secum ipsa actitat Tragicomoedias?

Vor gar nicht allzu langer Zeit, genauer gesagt vor etwa 10 Monaten, bekam ich einen Anruf, der mich überrascht, verunsichert und zu gleich hocherfreut hat. Eine Studienkollegin mit viel Erfahrung im Musicalbereich war's die mich mit etwas folgenden Worten nahezu in Sprachlosigkeit versetzte: Wir spielen ein lateinisches Theater. Cool! Hast du Lust? Immer! Ich will dich in der Hauptrolle. WAS?! Was? Bist du dir sicher? Sie war's - zwar nicht durchgehend, aber dann doch immer mehr.

Und so begab es sich, dass ein kleiner Trupp von (großteils Latein-)Studenten unter professorischer und professioneller Leitung sich an ein Jesuitendrama mit dem Titel "Philemon" machte.

Kurz: Der Taugenichts Philemon, dessen Lebensinhalt Fressen, Saufen und Leute zum Narren Halten ist, willigt ein für seinen christlichen Freund Apollonius dem Jupiter zu opfern. Als Mönch verkleidet, zieht er zu diesem Zweck los, wird aber dabei von einem Engel bekehrt und kann nun, da er selber Christ ist, dem Jupiter doch nicht opfern. Als er sich deshalb verbissen weigert, wird er zum Tode verurteilt - ebenso wie sein Freund Apollonius.

Viele Rollen wurden ins Wienerische/Französische/Behmische geschoben, einiges wurde in Latein belassen und generell wurde großzügig gekürzt. Trotz vehementer Weigerung zwang man mich zu rappen und stellte mir zu diesem Zweck 4 sonnenbebrillte (Wo)Men in Black als Backgroundchor zur Verfügung. Weitere interessante Lichter waren ein (gegen Glastüren) rollender Bekehrungsengel, ein wiener Prolet, komplett mit Feinrippunterhemd und Trainingshose, ein frankophoner Bote, ein eeeewig jammernder Mönch, eine behmische Putzfrau, Dumm und Dümmer als Soldaten usw. Alle grandiosest verkörpert!

Das Stück wurde im Juni als Pilotprojekt an der Akademie der Wissenschaften in Wien einmal aufgeführt (vor vollem Saale, oh ja!) und allgemein für gut befunden. Und so sprangen einige Lateinlehrer und Funktionäre sofort an und wir wurden für weitere 3 Aufführungen im Dezember angeheuert (vorerst).

Nach 3 läppischen Proben im November gingen besagte Aufführungen unter dem Titel "Lateinische Film- und Theatertage" in leicht veränderter Besetzung letzte Woche sprichwörtlich über die Bühne und unser kleiner grex zog im Tourbus von Spielstätte zu Spielstätte.
Das erste Publikum rang uns nicht unbedingt Höchstleistungen ab (30 Leute, alle leider sichtbar wegen mangelnder Scheinwerferblendung, alle eher weniger auf der lustigen Seite) und wir kürzten deshalb das Script gleich mal um eine komplette Seite. Unabsichtlich. (Highlight: Man zwang mich mein Bühnennickerchen auf dem dort stehenden Flügel zu machen, was mir höchst unangenehm war. Immerhin hat man mir zeit meines Musikerinnenlebens Respekt vor Instrumenten beigebracht...)
Die anderen beiden Vorstellungen liefen allerdings prima und jetzt hatten wir auch schon die richtige Sicherheit um Unsicherheiten einfach zu überspielen, manche Elemente unterstützend hinzuzufügen, für Schulklassen alles noch ein bisschen lustiger zu spielen (der Helm des Hektor wird dann zu "ahm cooln Krochakappl") und halt dann irgendwie zu improvisieren (was mir bei meiner zu 99,5% lateinischen Rolle eher schwer fällt, da ich die Sprache leider immer noch nicht fließend spreche). Jede Vorstellung bietet somit neue Überraschungen und unsere Kreativität nimmt kein Ende: So tritt beispielsweise Eva (alias Geta und später Philemons Bruder Theon...man beachte die beiden Binnenreime!) jeden Tag mit anderer Bart- und Brusthaarfrisur auf (beide natürlich unecht!). Oft muss ich mich bemühen im ernsten Teil meiner Rolle nicht zu lachen - z.B. wenn statt Pfeilen und Speeren auf einmal Speile und Pferde an mir vorbeifliegen....
Und alle werden von Aufführung zu Aufführung immer besser!

Faszinierend finde ich, dass jedes Publikum verschieden ist: Man lacht an ganz unterschiedlichen Stellen, manche ignorieren mich in meiner Rolle als bettelnder Musiker, andere zücken sofort die Geldbörse, sodass ich mich erschrocken bemühe, schnell weiterzukommen; immerhin will ich meinen Hut dann wieder aufsetzen, ohne dass sich ein Münzenregen über meinen Kopf ergießt...

Weiters finde ich an dieser einmalig wunderbaren Erfahrung jedesmal wieder faszinierend, wie sehr eine Stunde auf der Bühne stehen und sprechen an die Substanz geht: Nach der ersten Aufführung hätte man uns alle sofort ins Bett legen können, streichfähig wie wir waren. Nach der zweiten Aufführung hatte ich einen abartigen Heißhunger. Nach der dritten Aufführung beides, aber es wurde bei ein paar Campari-Soda verdrängt.

Gelernt habe ich laut und deutlich zu sprechen und Mimik und Gestik halbwegs so einzusetzen, dass man auch vom lateinischen Text ein klitzekleines Bisschen mitbekommt. Weiters habe ich gelernt, wie schön es ist, Teil eines derartigen Projekts zu sein und dabei noch mit so tollen Leuten zusammenspielen zu dürfen, die mir durch diese intensive Erfahrung alle sehr ans Herz gewachsen sind. Und so stimmt es mich fast traurig, dass wir nur noch einmal die Theaterbühne beleben werden, bevor ich in ferne Lande aufbreche...

Sunday, October 11, 2009

De tormentis translatoris

Geehrt durch die richtigen Freunde, deren Vertrauen in meine Fähigkeiten und vermutlich pures Glück (oder Gottes Lenkung, je nach Weltansicht) fiel mir vor einiger Zeit ein hübsches Paket in den Schoß, das sich bei näherer Betrachtung als gigantisches Geschenk mit elementär richtungsweisender Funktion entpuppte: Man frug mich, ob ich gewillt wäre mich mit der Übertragung von wissenschaftlichen Texten ins Englische zu beschäftigen.

Da mir sowas immer schon (also, seit ich halt halbwegs Englisch kann) Spaß macht und Übersetzen sowieso einen fixen Bestandteil in meinem Leben einnimmt (wobei man Latein ja auch "lesen" kann, wenn man gut genug ist/wäre...) habe ich natürlich voller Freude zugesagt und gleich mal die erste Portion erhalten.

Die Texte: gespickt von sportwissenschaftlichen und didaktischen Fein- und Eigenheiten
Die Zeit: oft sehr knapp

Klingt schwierig - ist es auch und diverse Sinnfragen kehren periodisch alle 5 Minuten wieder:

Warum muss man in Österreich (und vermutlich auch in Deutschland) so schrecklich kompliziert formulieren, damit das Ganze akademischen Anspruch hat? Kann man nicht ein paar Fremdwörter weglassen oder vereinfachen?

Soll ich jetzt versuchen, die österreichische Fachsprache so ins Englische zu übertragen oder soll ich lieber wild umformulieren und vereinfachen, um einen eher Englisch-typischen Text zu erzeugen?

Wo zum Teufel finde ich diese verdammten Vokabel? Die kennt man als Engländer scheinbar nicht...

Schön, wenn man dann endlich auf Englisch verfasste Bezugstexte findet. Noch schöner, wenn man feststellt, dass die von Leuten aus dem deutschsprachigen Raum geschrieben wurden! Damn. Interessiert die Engländer das Thema denn nicht? Oder hab ich die Texte nur nicht gefunden, weil ich nach zu exotischen Wortgruppen gesucht habe?

Nun, zum Glück gewöhnt man sich als Mensch recht schnell an die Gegebenheiten und nimmt sie ab einem gewissen Punkt einfach resigniert an und macht das Beste draus. In meinem Fall war das das Suchen und (hoffentlich erfolgreiche) Finden eines Mittelwegs zwischen schrecklich gestochenem und kaum decodierbarem österreichischem Fachsprachenenglisch und vereinfachtem, gut verständlichem Akademikerenglisch mit Hilfe zahlreicher (Online-)Wörterbücher, Lexika, Thesauri und the big dirty corpus (o-Ton einer Univ.Prof. bezogen auf Google). Nebenbei legt man sich dann schon einmal eine Liste an abstrusem Vokabular an, auf der der eine oder andere Begriff landet, den man sich durch fünfzehnminütiges Suchen hart erarbeitet hat und den man griffbereit halten will, weil man das ungute Gefühl hat, dass er noch ein paarmal auftauchen könnte.

Irgendwann hat man sich durch den gesamten Text durchgekämpft und ist schockiert davon, wieviel man im Wörterbuch nachschauen musste, denn die einfachsten Wörter liegen einem zwar auf der Zunge, sind aber äußerst lichtscheu und bevor man sie herauslocken kann, hat man oft schneller nachgeschaut: Es ist nicht leicht, zwischen zwei Sprachen hin und her zu springen und man (i.e. ich) verliert das Vertrauen in die eigene Sprachkompetenz sehr schnell.

Selbst, wenn man eben erwähntes Vertrauen doch nicht gleich verliert, wird es ein weiteres Mal bis in die Fundamente erschüttert und halb zum Zerbröseln gebracht, sobald man sich den mühsam fabrizierten Text hernimmt und zur Korrektur durchliest. Was da plötzlich für Abartigkeiten auftreten!! Man sollte es nicht glauben (Highlight ist eine Seite mit 25 blaugekennzeichneten Mängeln: und ich dachte ich kann auf Englisch halbwegs formulieren...).

Vielleicht bin ich ja ein bisschen masochistisch veranlagt, aber trotz allen angetroffenen Schwierigkeiten, dem vielen Fluchen und dem Wundsitzen meines Hinterteils - man braucht zum Ausgleich dann unbedingt Bewegung - muss ich sagen: Das macht Spaß! Und ich könnte mir wahrlich vorstellen, diese Tätigkeit auch weiterhin sehr rege auszuüben.

Mittlerweile sind auch meine Selbstzweifel beseitigt und meine Selbstachtung restlos wieder hergestellt, nicht zuletzt dadurch, dass der Auftraggeber mir mitgeteilt hat, dass er mit meiner Arbeit sehr zufrieden ist und mich fast im selben Atemzug gefragt hat, ob ich mir vorstellen könnte, in ein dauerhaftes Dienstverhältnis zu treten. Was ich natürlich nicht ausschlagen konnte.

Und so kam es, dass auch die vergangene Woche eine von Plackerei und Qualen und vielen Sackgassenmomenten geprägte war. Aber jetzt bin ich fertig und glücklich und bereit für Neues: Bring it on!

Monday, August 03, 2009

'ey mate - ya 'right?

Dieser Blogeintrag soll euch mit einem meiner Dilemmata in Bezug auf die britischen Umgangsformen vertraut machen. Schon letztes Jahr hatte ich hier gröbere Probleme und werde nach wie vor unsicher, wenn eine derartige Situation wieder mal auftritt. Was ca. 50x am Tag der Fall ist.

Aber um konkret zu werden: Man grüßt heutzutage in hierzulande offenbar nicht mehr lediglich mit hey, hello, hi oder ähnlichem, sondern fügt dem ein What's up? oder Are you allright? (In gekürzter Form: Ya 'right?) bei. Und während dieses fragende Element immer mehr in den Vordergrund zu drängen scheint, wird das anfängliche Grußwort meist gleich ganz weggelassen.

Wie reagiert man nun adequat auf sowas? Beantwortet man die Frage? Wiederholt man sie? Grinst man dämlich? Nickt man einfach nur? Keine Ahnung... nach wie vor nicht...

Ich habe verschiedenes probiert: Mal einen Zustandsbericht in 3 Wörtern gegeben. Mal gegengefragt. Mal nur gelächelt. ... Funktioniert alles. Dennoch ist mir nicht ganz bewusst, was diese komische Art zu grüßen für ein Ziel verfolgt: Als Konversationsstarter hat sie meiner Meinung nach durchaus Daseinsberechtigung. Aber wozu jemandem eine Frage stellen und dann weitergehen? Da wär ein nettes hello (o.ä.) doch besser geeignet, oder?

Auf die Spitze getrieben hat das dann ein Mann, der mir bei einem Spaziergang über the Common begegnet ist und den ich noch nie zuvor gesehen hatte. Freundlich, wie es sich für members of staff gehört, grüße ich mit einem freudigen "Hello!" in meiner besten Arbeitsstimme. Und was krieg ich von dieser fremden Person, die sich an mir vorbeibewegt, zurück?

'TSUPYARIGHT.

Hallo? Kennen wir einander? Kannst du eine Frage bitte auch als Frage intonieren, wenn du schon diese Art von Gruß wählst? Interessierst du dich in auch nur irgendeiner Form für mich?
Um es kurz zu sagen: WAS SOLL DAS?
Trotz langer Feldstudien und Beobachtungsversuche gelang es mir nicht, zu erschließen, welche Vorteile eine derartige Salutation gegenüber der traditionellen hat und welchem Zweck sie dient. Ich hab mich daher entschieden, diese Form von British- oder Whateverness nicht anzunehmen und den Standardgrußformeln treu zu bleiben: Drückt doch aus, was ihr sagen wollt! Affektiertes Interesse ist ein bisschen off-putting! Jawohl!

Friday, June 26, 2009

Learning by being there

British Civilisation - eine der spannendsten Vorlesungen, die ich dieses Semester besucht habe, um mein Wissen über das 4-teilige Königreich aufzupolieren und zu erweitern.

Vor zwei Tagen war der Tag an dem ich dieses Wissen auch wiederzugeben hatte und da ich das Fach nur als Wahlfach brauche und in der Vorlesung immer anwesend war, dachte ich mir - obwohl ich keine Zeit zum Lernen hatte wird schon irgendwie gehen - und ging trotz großem Mangel an Vorbereitung (d.h. Mitschrift 1.5x durch) hin.

Und es ging irgendwie:
Gleich zu Beginn war eine Landkarte der britischen Inseln wiederzugeben und einige markante Punkte (die 4 jeweiligen Hauptstädte, ein Badeort und eine Industriestadt in Schottland) einzuzeichnen. Die motivierte Studentin greift also zum Bleistift und zeichnet halt irgendwas halbwegs identifizierbares mit gröberen Unschärfen bei den Inneren Hebriden. (Natürlich dürfen die Kanalinseln nicht fehlen.) Ein paar Farbtupfer markieren die gefragten Punkte. Schön.
Ich könnt die Hauptstadtnamen noch unterstreichen. Und die Grenzen bunt schraffieren. Und - - He, es reicht!

Also reiße ich mich zusammen und gehe weiter zu meiner - wie sich herausstellen sollte - Lieblingsfrage:
Name one highland region in Britain and mark its position. Describe it: What does it look like, what associations (literary/cultural/historical/...) do people have with regard to it, what animals/plants can be found?

Naja, dann mal los:

  • Scottish Highlands. Immerhin war ich da ja schon.
  • Features: Mountaineous (Ben Nevis - highest Peak in UK: 1343m.) Boah, bin ich ein Streber... Wet climate. Wie gesagt, ich war dort schon.
  • Associations: Schmerzende Schultern. Wald. Lochs. Gehen, gehen, gehen. Urquart Castle. ... gut, sein wir bissl ernst: tartan, bagpipes, clans, Highland games, Battle of Culloden, Massacre of Glen Coe, Bonnie Prince Charlie, haggis, ich glaub das sollt reichen - es gibt eh nur 2 Punkte für die gesamte Frage.
  • Plants: thistle, erm....ja.... und dieses lila Zeug. Wie hat das nochmal geheißen? .. ah!: heather, gorse Was auch immer das ist - es wird immer in einem Atemzug mit heather genannt.
  • Animals: puuuuuh. Nessie? :P wohl eher nicht.... hm... woran kann ich mich erinnern? Eigentlich nur an diese: sheep, aber es muss ja noch was geben..... !!: highland cattle irgendwie ist das peinlich, diese Klischees - noch dazu, wo ich dort eigentlich keine derartigen gesehen hab ... aber ich brauch noch was wild lebendes.... mist..... da waren doch keine Tiere, oder? ... oh! *GRINS* ... soll ich wirklich?... ach ist doch egal - immerhin war die Frage nach Tieren in der Gegend, also los: midges die WAREN dort.

Ähnliche Gedankengänge hatte ich bei der gesamten Prüfung und musste relativ oft grinsen aufgrund meiner absurden, auf echten Erlebnissen basierenden Assoziationen. (Aber unten stand explizit: Take examples from your own experience. Also wird's schon passen.)

Für das Essay zum Thema "past in the present" (oder so) hab ich mich dann der Erinnerungen an die Stratfordwoche und die schönen belebten Shakespearehäuser bedient, um auf heritage, marketing etc einzugehen.

Danach bin ich mit einem recht guten Gefühl rausgegangen. Vor allem mit dem Gefühl, dass ich mich auf diese Prüfung nicht durch die 6 Stunden vorher Mitschrift lesen vorbereitet habe, sondern viel mehr mein Wissen von vielen netten und interessanten Erlebnissen im gefragten Land geschöpft habe. Jaja, wir lernen eben doch nicht für's Leben, sondern durch's Leben :-).

Und jetzt wart ich halt voller Spannung auf die Note und hoffe auf's Beste.

Tuesday, May 19, 2009

Verbale Bitzeligkeiten

Vor ca. einer Stunde stehe ich in Wien an einem Bahnsteig und warte auf das Einfahren meines Zugs. Damit ich mich nicht gar so langweile, habe ich meinen MP3-Player eingestöpselt und höre mir nach der Reihe an, was er mir so zu-shuffle-t.

Plötzlich ein Lied von Nada Surf: Blankest Year.
Gute-Laune-Musik!! Geistig will ich schon mitsingen: "Oooooh, fuck it, I'm gonna have a party..." als ich feststelle, dass ich etwas ganz anderes höre. Man hat sich offenbar gezwungen gesehen diese böse, BÖSE Wortwahl abzuändern und das F-Wort herauszunehmen und stattdessen - rhythmisch und mundgymnastisch unheimlich gut realisierbar - to the hell with it singen zu lassen.

WOZU denn bitte?! Ich kann mir nämlich nicht erklären, wie hell positiver sein kann als alle möglichen Sachen, die man mit fuck assoziieren kann. Aber ich geh mal davon aus, dass das von den Amerikanern initiiert wurde und da wundert mich ja gar nix mehr: Immerhin zensieren die lieber Sexszenen als Gewaltszenen, denn erstere verderben nur die Jugend wohingegen zweitere.... äh... abhärten? Die allgemeine Gier nach Blut befriedigen? Leute dazu bewegen, nicht - oder gerade dadurch verleitet doch - sich dem Heer anzuschließen? WHAT THE F...erm ... HELL?! Möglicherweise bin ich einfach nur ignorant oder dumm, denn ich sehe da keinen Sinn....

Wenn ich mir dann als Gegenbeispiel Großbritannien hernehme, wo fuck in diversen Abwandlungen beliebig als Verb, Adverb, Adjektiv oder Intejektion vollkommen willkürlich in ganz nomale Sätze eingebaut wird - durchaus mit positiver Konnotation: [quote] I fucking will write something fucking nice into that fucking book! [/unquote] - beginne ich mich zu wundern, warum man darüber soviel Aufhebens machen muss. Das trägt doch bloß dazu bei, dass derartige Unwörter wie hinterlistige kleine Schimmelpilze sich in Jedermanns alltägliche Sprache einschleichen!

Und, ja, ich hole noch weiter aus: Gibt es doch auf YouTube zwei wunderbare Spots, deren Lieder in ihrer Hauptzeile die präsentische Partizipialform dieses verpönten Wortes beinhalten (mit je einmal Matt Damon, dann Ben Affleck als nachfolgenden Objekten --> sehr zu empfehlen und nein, es ist nichts Unzüchtiges - das ist hier schließlich ein anständiger Blog!) , deren akustischer Genuss jedoch durch permanentes durchdringendes Biiiieeeeeepen gestört wird, sodass man es noch Stunden später im geistigen Ohr hört.
Dabei springt sie sofort wieder in meinen Weg, die Sinnfrage: Wenn man doch ohnehin weiß, welches Wort sich hinter dem Stimmton verbirgt, muss man es dann wirklich noch übertönen und die Leute quälen? Biep ist ja selber schon fast ein Schimpfwort, so oft wie es in aufgebrachter Invektive über Radio, Fernsehen und YouTube schallt!

Wie auch immer, ich hab beschlossen, die höllische Version des Nada-Surf-Lieds zu eliminieren (der Rhythmik wegen) und mir die andere auf meine Minimusikanlage zu spielen, denn die habe ich als höchst unanständiger, ständig fluchender Mensch, dem jeglicher Respekt vor Sub- und Objekten welcher Natur auch immer fehlt, natürlich auch. Das ist im Übrigen auch die, die die Band selbst schamlos beim letzten Konzert gesungen hat!

Wednesday, May 21, 2008

Volkstümliches

Ein ganz kurzer Eintrag heute nur, der einen Spruch zum Inhalt hat, den ich unlängst bei meiner liebsten unbezahlten Arbeit (i.e. Schriftführertum) aufgeschnappt und -geschrieben habe.
Ich stell das mal einfach so hier rein (in möglichst authentischem Wortlaut):

Jedesmoi, waun i den siech geht ma da Feitl im Sock auf!
[Jedesmal, wenn ich den seh', öffnet sich mein Klappmesser in der Hosentasche selbstständig!]

Hat mir einfach gefallen und darum mag ich die Aussage gern teilen, auf dass auch andere sie erheiternd/anregend/interessant/... finden.